Wichtiger Forschungsbedarf für Zukunft der Kunststoffe

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Wissenschaft und Wirtschaft identifizieren Forschungsthemen für Kunststoffe des 21. Jahrhunderts. Ziele: biologisch abbaubar, kreislauffähig, nachhaltig.

Zum Jahresausgang 2019 trafen sich rund Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft im Bundesministerium für Bildung und Forschung für ein Fachgespräch, um wichtige Forschungsthemen für die Kunststoffe des 21. Jahrhunderts zu identifizieren.

Vorangestellt wurden Beiträge eines fachlichen Quartetts. So erläuterte Pia Skoczinski vom Nova-Institut den regulatorischen Rahmen von Kunststoffen. Ren Wei von der Universität Greifswald erklärte den biologischen Abbau von Kunststoffen, insbesondere mittels des Enzyms MHETase. Jöran Reske von der Interseroh Dienstleistungs GmbH stellte die Verwertung von Kunststoffen dar und Christian Lott von der Hydra Marine Sciences GmbH entwarf das Bild eines visionären Kunststoffs für das 21. Jahrhundert.

Forschungsbedarf im Expertenkreis intensiv diskutiert

Hiernach diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, welche Themen aus ihrer Sicht besonders relevant und förderwürdig sind. So wurde beim Thema der biologischen Abbaubarkeit festgestellt, dass die gängigen Verfahren in Kompostieranlagen die nötigen Rottezeiten zum Abbau der Kunststoffe zumeist nicht gewährleisten. Hier besteht Forschungsbedarf bei der Verkürzung der Abbauzeiten spezifischer Anwendungen.

Bei der Veranstaltung war auch SKZ vertreten, das intensiv an Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft arbeitet. Lars Helmlinger, Experte für die Wiederaufbereitung von Kunststoffabfällen, und Dr. Hermann Achenbach, Leiter der Gruppe Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft machten deutlich, dass für den verstärkten Einsatz von Biokunststoffen und Sekundärkunststoffen Machbarkeitsstudien erforderlich sind. Produktspezifische Demonstratoren müssen eingerichtet werden, um zu zeigen, welche Qualitäten für einzelne Anwendungen erreicht werden können und ob im Einzelfall Neuware ersetzt werden kann oder weitere Aufbereitungsschritte erforderlich sind, um Neuwarequalität zu erreichen. So sind gesicherte Informationen zur Performance der jeweiligen Materialien die Grundlage, um Kunststoff-Verarbeiter davon zu überzeugen, auf Alternativen zu konventioneller Neuware umzusteigen.

gk

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