Wenn Software Werkzeugmusterungen dokumentiert

Die Software K-Advisor erlaubt die Dokumentation von Spritzgießartikeln beziehungsweise -werkzeugen. Foto: Kunststoffinstitut Lüdenscheid

Der Elektrotechnik-Hersteller Hurst+Schröder setzt seit gut einem Jahr die Software K-Advisor des Kunststoffinstituts Lüdenscheid für Dokumentationszwecke ein.

Mit der Software K-Advisor lässt sich die Musterungsdokumentation von Spritzgießartikeln beziehungsweise -werkzeugen transparent, lückenlos und jederzeit nachvollziehbar realisieren, sodass die Historie des Bauteils oder des Werkzeug nachvollziehbar ist. Hurst+Schröder mit Sitz in Werdohl setzt die Software im ersten Schritt seit mehr als einem Jahr im Bereich der Werkzeugmusterungen ein.

„Der Start war allerdings schwierig, da die Mitarbeiter zunächst der Sache skeptisch gegenüberstanden. Das Programm wurde anfangs als Mehrarbeit angesehen“, erinnert sich Boris Dick, stellvertretender Abteilungsleiter der Spritzgießfertigung. „Die Vorteile wurden durch selbstgemachte Erfahrungen eines jeden Mitarbeiters im Tagesgeschäft erkannt. So gesehen war es Learning by Doing. Danach waren die Hemmschwellen und Bedenken gebrochen und die Benutzung des K-Advisors hat sich nach und nach zum Selbstläufer entwickelt.“

Schnittstelle zu Qualitätsmanagement und Werkzeugbau

Die Software wird bei Hurst+Schröder mittlerweile konsequent als einziges Dokumentationsmittel verwendet. Dabei hat sie sich laut Dick „als „schöne Schnittstelle“ zu den anderen Bereichen wie dem wie etwa zum Qualitätsmanagement oder dem Werkzeugbau etabliert: Bereichsübergreifend werden Punkt für Punkt alle Fehler besprochen, Abhilfemaßnahmen entschieden und verantwortungsbezogen abgearbeitet.“ Somit seien Fehlerfreigaben und Entscheidungen nun jederzeit nachvollziehbar, „sodass nachträgliche Diskussionen, die auch immer ein Zeitfresser sind, vermieden werden. Bereichsübergreifend entwickelt sich daraus auch ein immer besseres gemeinsames Verständnis“, so Dick. Er betont: „Auch die Führungsebene ist vollständig vom Erfolg und der Einführung des K-Advisors überzeugt.“

„Mit der Software verschwinden keine Informationen mehr“

Den größten Nutzen der Software sieht der stellvertretende Abteilungsleiter der Spritzgießfertigung darin, dass „keine Informationen mehr verschwinden. Sie sind schnell und bereichsübergreifend verfügbar.“ Im Gegensatz zu früher würden nun beispielsweise durch die konsequente Fehlerabarbeitung unnötige Musterungen vermieden. Dick: „Die Werkzeuge kommen erst auf die Maschine, wenn alle Abhilfemaßnahmen umgesetzt und im K-Advisor dokumentiert sind. Das hört sich banal an, war aber vorher oftmals einer unterschiedlichen Kommunikation und Auffassung geschuldet.“

Weiterhin sei der Aufbau des K-Advisor ein sehr guter Leitfaden für die systematische Durchführung einer Musterung. „Noch nicht so erfahrene Mitarbeiter können sich an der Struktur orientieren. Das ist eine große Hilfestellung und führt auch dazu, dass alle Musterungen immer nach dem gleichen Schema durchgeführt werden. Es wird nichts vergessen“, sagt Dick.

Für die Fehlerdokumentation ist das BDE nicht geeignet

Hurst+Schröder nutzt den K-Advisor neben anderen Systemen wie etwa einer Betriebsdatenerfassung (BDE). „Interessanterweise ergänzen sich beide Systeme sinnvoll durch Ausnutzung von Synergieeffekten“, erklärt Dick. „Diese Erkenntnis war einer der Erfolgsschlüssel für die Akzeptanz des K-Advisors, weil dadurch die bei den Mitarbeitern befürchtete Mehrarbeit bedingt durch Doppeleingabe von Daten vermieden werden konnte.“ Beispielsweise werden im BDE-System die meisten Parameter schon dokumentiert. Das erübrigt damit eine zusätzliche Dateneingabe im K-Advisor. Andererseits kann das BDE-System laut Dick nicht so gut für die Fehlerdokumentation einschließlich Bildern, Fehlerzuordnung und Beschreibung sowie Siegelpunktbestimmung genutzt werden.

Hurst+Schröder führt die Informationen zusammen, indem die Parameter aus dem BDE-System einfach per Link im K-Advisor abgelegt werden. So sind alle relevanten Informationen über den K-Advisor verbunden und erreichbar.

Kunden profitieren von einer schnelleren Fehlerbehebung

Auch die Kunden des Kunststoffverarbeiters aus Werdohl haben einen Nutzen vom Einsatz der Software. Dick: „Erst vor kurzem konnten wir sehr schnell einen Fehler beheben, indem wir durch einen Datenabgleich von vergleichbaren Produkten zielgerichtet nach Abhilfemaßnahmen gesucht haben. Weiterhin konnten wir bei einem neuen Produkt schon direkt in der Artikelkonstruktion die Optimierung miteinfließen lassen. Die Auffindbarkeit von Informationen ist definitiv gegeben.“

sk