Weniger CO2-Emissionen durch neue Spritzgießmaschinen

Alfred Schiffer, geschäftsführender Gesellschafter von Boy: „Moderne Servo-Antrieben und Plastifiziersysteme helfen, die CO2-Emissionen von Spritzgießmaschinen zu verringern.“ Foto: Boy

Moderne Spritzgießmaschinen helfen, die CO2-Emissionen zu verringern, sagt Alfred Schiffer, geschäftsführender Gesellschafter von Boy, im Gastkommentar.

Auch wenn die Kunststofffeindlichkeit durch die Pandemie in den Hintergrund gerückt ist, bleiben die Forderungen an die Kunststoffbranche im Hinblick auf einen umwelt-, ressourcenschonenden und CO2-Emissionen reduzierenden Betrieb von Spritzgießmaschinen.

Glücklicherweise leidet die kunststoffverarbeitenden Industrie seit einigen Monaten weniger unter der Kunststofffeindlichkeit. Durch die pandemiebedinge Wichtigkeit von Produkten für die Medizintechnik wurde die Bedeutung der Kunststoffe mehr als deutlich. Die oftmals unter dem einheitlichen Begriff „Plastik“ einsortierten Kunststoffteile werden unberechtigterweise in falschem Licht dargestellt. Kurzlebige Produkte wie Tüten, Einwegverpackungen und Wegwerfartikel dürfen nicht einfach „in den gleichen Topf wandern“ wie langlebige Kunststoffteile, die kaum aus unserem Alltag wegzudenken sind. Zusätzlich beeinträchtigen die derzeitige Rohstoffknappheit und steigende Materialpreise die Kunststoffverarbeiter über Gebühr.

Praktische und vielbenutzte Kunststoffteile, die über Jahrzehnte in fast allen Bereichen des menschlichen Daseins eingesetzt werden und teilweise sogar überlebenswichtig sind – man denke an die aktuelle, alternativlose Verwendung von Kunststoff-Einwegspritzen – sind nicht einfach so durch andere Materialien zu ersetzen. Fazit: Ein Leben ohne Kunststoffe ist unvorstellbar.

Euromap klassifiziert Energieverbrauch von Spritzgießmaschinen

Dennoch gibt es Forderungen an die Kunststoffbranche und deren Lösungen: Bereits im Januar 2013 wurde eine Energieklassifizierung nach Euromap 60.1 ins Leben gerufen. Diese Richtlinien legen ihr Augenmerk auf einen möglichst umwelt-/ressourcenschonenden Betrieb von Spritzgießmaschinen. Von der Leistungsklasse 1 (schlechteste Beurteilung) bis zur Klasse 10 mit einem Energieverbrauch von nur 250 W pro verarbeitetem Kilogramm Kunststoff wurden feste Effizienzklassen geschaffen. Als bildhaften Vergleich nehme man einen Föhn, nach dem viele morgens im Badezimmer greifen, der durchaus eine elektrische Leistungsaufnahme von mächtigen 2000 W besitzen kann.

Energieeinsparungen bei der Verarbeitung von Kunststoffen stehen auch im direkten Zusammenhang mit der Ökobilanz. Mit jeder eingesparten Kilowattstunde werden nach Angaben des Umweltbundesamts und der Kreditanstalt für Wiederaufbau 400 g an CO2-Emissionen verhindert.

Servo-Antrieben und Plastifiziersysteme reduzieren CO2-Emissionen

Transparenter wird dies an einem einfachen Beispiel: Spritzgießmaschinen mit effizienten Servo-Antrieben und Plastifiziersystemen neuester Generation verbrauchen bei einer beispielhaften Teileproduktion mit 2,2 kWh deutlich weniger als eine gleichgroße, ältere Maschine mit früherer Antriebstechnologie, die rund 7,7 kWh verbraucht. Im Drei-Schicht-Betrieb mit jährlich 6.000 Betriebsstunden sind dies insgesamt 33.000 kWh, mit denen rund 13,2 t an CO2 eingespart werden. Der geringere ökologische Fußabdruck dieser neuen kunststoffverarbeitenden Maschinen beeindruckt auch engagierteste Klimaaktivisten.

Alfred Schiffer, geschäftsführender Gesellschafter, Boy

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