Weltweiter Absatz von Industrierobotern steigt weiter

Mobile Roboter gehören weltweit zu den Industrierobotern mit großem Marktpotenzial. Foto: ABB

Trotz Krise ist die Anzahl der Industrieroboter 2020 weltweit um 0,5 % gestiegen – vor allem durch die starke Nachfrage in China.

Wie der Branchenverband International Federation of Robotics (IFR) berichtet, wurden im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 384.000 Industrieroboter ausgeliefert. Dabei hat die positive Marktentwicklung in China hat den positiven Trend der Gesamtbilanz vorangetrieben und den Rückgang in anderen Märkten ausgeglichen. Somit war 2020 war nach 2018 und 2017 das dritterfolgreichste Jahr in der Geschichte der Robotikbranche.

„Den konjunkturellen Tiefpunkt in der Covid-19-Zeit haben die Volkswirtschaften in Nord- Amerika, Asien und Europa nicht im gleichen Zeitraum durchlebt", sagt IFR-Präsident Milton Guerry. „In der chinesischen Fertigungsindustrie begannen die Auftragseingänge und Produktionsraten bereits im zweiten Quartal 2020 wieder an Fahrt aufzunehmen. Die nordamerikanische Wirtschaft erholte sich anschließend in der zweiten Jahreshälfte 2020 und Europa folgte noch etwas später.“

Automatisierung auch in der Kunststoffbranche weiter auf dem Vormarsch

Fit für Industrie 4.0 mit Kuka-Unterstützung: Bei Voith Composites kommunizieren die Maschinen in der vollautomatisierten Carbonfertigung untereinander. Foto: Voith Composites

In Summe war die Automotive-Branche im vergangenen Jahr weltweit nicht mehr die Branche mit den meisten Neuinstallationen. Sie wurde von der Elektronikindustrie vom Topplatz verdrängt.

Auch in der Kunststoffverarbeitung ist der Trend zur Automatisierung unverkennbar: Mit 19.000 neuen Einheiten hat die weltweite Kunststoff- und Chemiebranche im vergangenen Jahr gegenüber 2019 wieder leicht zugelegt. Davon entfielen 5.000 Industrieroboter auf China, 2.700 auf die USA und jeweils rund 1.000 auf Japan und Deutschland.

Der Absatz in China stieg im vergangenen Jahr mit 168.400 ausgelieferten Robotern um 20 %. Dies ist der höchste jemals für ein einzelnes Land verzeichnete Wert. Diese hohe Wachstumsrate dokumentiert die rasant voranschreitende Robotisierung in China. Der operative Bestand erreichte damit 943.223 Einheiten.

22.300 neue Industrieroboter installiert in Deutschland 2020

Die Elektronikindustrie hat die Automotive-Branche im vergangenen Jahr weltweit vom ersten Platz der Branchen mit den meisten Neuinstallationen verdrängt. Die Kunststoffbranche legte ebenfalls weiter zu. Foto: IFR

In Deutschland wurden im Jahr 2020 wie schon im Vorjahr rund 22.300 Industrieroboter neu installiert. Dies ist die dritthöchste Installationszahl aller Zeiten. Der Markt hierzulande wird nach Einschätzung der IFR langsam wachsen, hauptsächlich gestützt durch die Nachfrage nach kostengünstigen Robotern in der allgemeinen Industrie und außerhalb der Fertigung. In den Fabriken der deutschen Wirtschaft sind damit rund dreimal so viele Industrieroboter im Einsatz wie in Italien, rund fünfmal so viele wie in Frankreich und rund zehnmal so viele wie in Großbritannien. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland nach China, Japan, Korea und den USA auf Rang 5. Das gilt auch für die Verkaufszahlen im Jahr 2020.

In Europa insgesamt gingen die Neuinstallationen von Industrierobotern 2020 um 8 % auf 67.700 Einheiten zurück. Damit war der Robotikmarkt das zweite Jahr in Folge rückläufig, nach einem Höchststand von 75.560 Einheiten im Jahr 2018. Der Grund dafür war die Nachfrage aus der schwächelnden Automobilindustrie: Sie sank um weitere 20 %, während die Installationen in der allgemeinen Industrie um 14 % stiegen.

Wachstum von 13 % weltweit erwartet für 2021

In diesem Jahr wird sich der Robotikmarkt weltweit stark erholen: IFR rechnet mit einem Wachstum von rund 13 % auf 435.000 Einheiten. Das Rekordniveau von 2018 wäre damit übertroffen. Dabei prognostiziert der Verband für Nordamerika einen Anstieg um 17 % auf fast 43.000 Einheiten. Die Installationen in Europa werden voraussichtlich um 8 % auf fast 73.000 Einheiten steigen. In Asien dürfte die Marke von 300.000 Einheiten und das Vorjahresergebnis um 15 % übertroffen werden. Für fast alle südostasiatischen Märkte erwartet die IFR 2021 zweistellige Wachstumsraten.

sk