Was konsequentes Plastikfasten bedeuten würde

Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG Foto: K-ZEITUNG

Der BUND hat wieder einmal zu Plastikfasten aufgerufen. Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG, hat sich Gedanken gemacht, was das wirklich bedeuten würde.

Es ist wieder Fastenzeit und wie nicht anders zu erwarten, rufen die „Experten“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wieder zu Plastikfasten auf – höchste Zeit für ein paar Gedanken, was es denn bedeuten würde, wenn man Plastikfasten konsequent betreibt.

Denn halbe Sachen helfen uns nicht mehr weiter, nachdem ja nach Untersuchungen des BUND „seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Flut an Einwegartikeln aus Plastik sichtbar zugenommen hat“. Schlimmer noch: „Das meiste Plastik wird jedoch nicht recycelt, sondern verbrannt oder exportiert und landet schließlich in der Umwelt“, so die BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft Janine Korduan.

Wenn schon Plastikfasten, dann richtig

Ich möchte deshalb an dieser Stelle einen kleinen Einblick gewähren, was der von Frau Korduan ersehnte Einstieg in ein plastikfreies Leben tatsächlich mit sich bringen würde. Denn wenn schon Plastikfasten, dann richtig!

Also dann: Einweg-Kunststoff-FFP2-Maske runter, Baumwolltuch über Mund und Nase und auf in den „Unverpackt-Laden“. Oh – geht in Bayern leider nicht: Hier sind beim Betreten von Geschäften des Einzelhandels FFP2-Masken vorgeschrieben.

Aber damit nicht genug: Handy? Laptop? Brille mit Kunststoffgestell oder leichten Kunststoff-Gläsern – weg damit. Es ist ja Plastikfastenzeit. Dass Autofahren wegfällt, versteht sich von selbst. Viel zu viel Plastik. Das gilt übrigens auch für alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Bedeutung der Kunststoffe für das tägliche Leben nicht unterschätzen

Aber auch das Fahrrad - selbst mit Ledersattel - fällt aus. Schließlich bestehen die Reifen aus Kautschuk und der Abrieb von Reifen ist hauptverantwortlich für den Eintrag von Mikroplastik in die Weltmeere.

Zurück zur eingangs erwähnten Corona-Pandemie. Impfen fällt beim Plastikfasten natürlich auch aus: Einwegspritzen, Einwegverschlussstopfen für Impfstoffe und die gesamte Schutzausrüstung des medizinischen Personals – Einwegplastik wohin das Auge blickt.

Irgendwie habe ich dann doch so meine Zweifel, dass „dauerhaftes Plastikfasten (…) letztendlich gut für unsere Gesundheit sowie für unsere Natur und Umwelt“ ist, wie Janine Korduan behauptet.

Eine Zukunft für die Menschheit gibt es nur mit Kunststoffen und nicht ohne

Gut wäre etwas anderes: durchdachtes Reduzieren der Kunststoffmengen, Mehrfachverwenden von Kunststoffartikeln wo immer es möglich ist und Recyceln der Produkte am Ende der Lebensdauer, also Nutzung der Kunststoffe im Kreislauf und vor allem ein baldiges Ende des unsäglichen „Plastik-Bashing“. Denn eine Zukunft für die Menschheit gibt es nur mit Kunststoffen und nicht ohne.

Günter Kögel, Herausgeber

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