Was bedeutet relative und absolute Feuchte?

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Folge 14 - Mo: Relative und absolute Feuchte sind Angaben zur Luftfeuchtigkeit.

Beispiel der veränderten Luftfeuchte Foto: Motan

Im Zusammenhang mit dem Trocknen von Kunststoffen ist immer von relativer und absoluter Feuchte, vom Taupunkt und von der Dampfdruckdifferenz zu lesen. Um die technisch-physikalischen Zusammenhänge später zu verstehen, sind diese Begriffe zunächst zu definieren.

In atmosphärischer Luft liegt Wasser als Wasserdampf ständig vor. Je wärmer Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen beziehungsweise binden. Was zunächst etwas widersprüchlich klingt, lässt sich anschaulich beobachten. Bekannt ist dieses Phänomen etwa vom schwülwarmen Sommerwetter und umgekehrt von kalten Wintertagen. So bringt ein tropischer Regen größere Tropfen und mehr Wasser mit sich. Brillenträger, die im Winter aus der Kälte in einen warmen Raum kommen, klagen über beschlagene Sehhilfen.

Ein Maß um den Feuchtegehalt der Luft anzugeben ist die so genannte relative Feuchte. Sie beschreibt den prozentualen Anteil der maximal möglichen Wasserdampfmenge je m³ Luft bei einer bestimmten Temperatur sowie einem bestimmten Druck. Kurz: Relative Feuchte gibt an, wie viel % der Wassermenge, die von der Luft bei dieser Temperatur maximal aufgenommen werden kann, tatsächlich in ihr enthalten ist.

Im Alltag weniger geläufig ist hingegen die Angabe der absoluten Feuchte. Sie beschreibt in g/ m³, wie viel Wasserdampf tatsächlich in der Luft enthalten ist, was wiederum von der Lufttemperatur abhängig ist.

So enthält beispielsweise 25 °C warme Luft bei einer relativen Luftfeuchte von 100 % eine absolute Wasserdampfmenge (absolute Feuchte) von 23 g/m³ (A). Bei einer relativen Feuchte von 50 % enthält 25 °C warme Luft folglich nur noch die Hälfte, also 11,5 g/m³ absolute Feuchte (B). Kühlt man diese Luft nun auf 14 °C ab, verringert sich ihre maximale Wasseraufnahmefähigkeit. Die zuvor ermittelte Wassermenge (11,5 g/m³) entspricht nun (bei 14 °C) einer relativen Luftfeuchte von 100 %, das heißt, die Luft ist gesättigt (C). Folglich entspricht 100 % relative Feuchte bei kalter Luft erheblich weniger absoluter Feuchte als etwa 25 % relative Feuchte bei warmer Luft.

Wird diese (im Beispiel 14 °C warme) Luft nun weiter abgekühlt, verringert sich zugleich ihre Fähigkeit Wasserdampf aufzunehmen weiter – mit dem Ergebnis, dass diese Luft nun übersättigt ist (D). Sichtbar wird das, weil sich nun Kondenswasser oder Tauwasser bildet, beziehungsweise es einfach regnet.

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