Was 2021 in der Industrie Trend wird – und was nicht

Mobile Endgeräte nehmen nach Ansicht von Experten eine zentrale Rolle in der Smart Factory der Zukunft ein. Foto: MPDV

2021 wird für die Industrie das Jahr der Additiven Fertigung, der digitalen Vernetzung und von Industrie 4.0, davon geht der ABI Research-Trendreport aus.

In ihrem neuen Whitepaper "68 Technology Trends That Will Shape 2021" identifizieren die Analysten des globalen Technologiemarkt-Beratungsunternehmens ABI Research 37 Trends, die die Industrie und den Technologiemarkt prägen werden, und 31 weitere, die zwar große Mengen an Spekulationen und Kommentaren auf sich ziehen, die aber in den nächsten zwölf Monaten kaum messbare Auswirkungen haben werden.

"Für den Erfolg im Jahr 2021, insbesondere nach einem sehr herausfordernden Jahr 2020, muss man frühzeitig fundamentale Trends verstehen und einen Blick auf jene Trends werfen, die von Übertreibungen beflügelt werden, sowie auf jene, die mit Sicherheit unbequeme Realitäten darstellen. Jetzt ist es an der Zeit, in die richtige Technologie zu investieren", sagt Stuart Carlaw, Chief Research Officer bei ABI Research.

Trend 1: Software im Bereich der additiven Fertigung holt auf

So wird nach Überzeugung der Marktforscher von ABI die Software im Bereich der additiven Fertigung mit Innovationen den Rückstand aufholen. "Additive Manufacturing (AM) ist ein Ökosystem, das anfängt, sich für Dritt-Entwickler zu öffnen, und wir werden dies im Jahr 2021 sehen – mit einer breiteren Unterstützung für AM-Systeme in IoT-Plattformen und einer viel stärkeren Betonung der Simulation und Integration von Prozessparametern. Wir werden einen Markt erleben, der beginnen wird, die Diskrepanz zwischen Hardware- und Software-Innovationen zu erkennen und mit neuen Lösungen und neuen Programmen zu reagieren, die das Bewusstsein, die Ausbildung und die Integration verbessern. Der Grund, warum diese Maßnahmen unvermeidlich sind, liegt darin, dass eine Additive Fertigung in der Produktion ohne sie einfach nicht möglich ist", sagt Ryan Martin, Industrial & Manufacturing Research Director bei ABI Research.

Trend 2: Simulation unterstützt die Vernetzung der Industrie

Die Simulation wird – so die ABI-Marktforscher – bei der Vernetzung der Industrie die Nadel für die digitalen Fäden sein. Bislang haben sich nach Überzeugung von ABI die Hersteller und Industrieunternehmen darauf konzentriert, digitale Verbindungen zu schaffen, die den Datenfluss in einer kontinuierlichen Schleife zwischen den Entwicklungs-, Fertigungs- und Erfüllungsteams aufrechterhalten.

"Angesichts der Covid-19-Pandemie konnten die digitalen Verbindungen jedoch die Nachfrageschübe nicht vorhersehen, weil das maschinelle Lernen auf historische Muster blickte und den Unternehmen nicht die Möglichkeit bot, die Produktion aufrechtzuerhalten. Im Jahr 2021 wird die Simulation den Unternehmen einen Überblick über ihren Betrieb geben und sie einem Stresstest unterziehen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Im Rahmen der Projekte sollen Szenarien simuliert und Was-wäre-wenn-Analysen durchgeführt werden, die sowohl nachgelagerte Ereignisse (in Endmärkten oder bei einzelnen Kunden) als auch vorgelagerte Ereignisse abdecken. Dadurch lässt sich simulieren, wie Lieferkettenereignisse in Konstruktions- und Produktionsabteilungen berücksichtigt werden können", erklärt Michael Larner, Principal Analyst Industrial & Manufacturing bei ABI Research.

Trend 3: Smart Manufacturing auch 2021 mit hoher Dynamik

"Smart Manufacturing wird sich auch im Jahr 2021 dynamisch weiter entwickeln. Aber erst wenn die Fabrikbesitzer 5G für die Konnektivität ihrer Smart Factory einsetzen, werden sie die betrieblichen Vorteile nutzen können. Fabrikbesitzer haben bereits Tools der Industrie 4.0 eingesetzt, wie zum Beispiel zustandsbasierte Überwachung, Bestandsmanagement und Gebäudeautomatisierung über Ethernet-Kabel. Aber der Einsatz drahtloser Tools der Industrie 4.0 wird das Potenzial der intelligenten Fertigung voll ausschöpfen. Anwendungen wie Wearables (Gesundheits- und Standort-/Sicherheits-Tracker) und Augmented Reality sind nur mit drahtloser Konnektivität möglich", erklärt Jake Saunders, Vizepräsident bei ABI Research.

Aber: Industrielle Blockchains werden Fertigungssektor nicht revolutionieren

Die Einnahmen aus industriellen Blockchains stiegen zwischen 2018 und 2020 um 131 %, angetrieben von erfolgreichen Pilotprojekten in den Bereichen Nahrungsmittel und Getränke sowie Transport und Lagerung. "Allerdings werden Anwendungen von Blockchains in der Produktion im Jahr 2021 keine nennenswerte Bedeutung erreichen. Dies ist größtenteils auf das fast ausschließliche Interesse daran zurückzuführen, wie Blockchains erfolgreich Anwendungen zur Herkunftssicherung, Handelsfinanzierung und Rückverfolgung ermöglichen können, und nicht auf die Herstellung selbst. Auf Blockchains basierende Produktionsverfahren werden trotz des Hypes und des Potenzials in naher Zukunft eine geringe Priorität haben und hinter ihren Möglichkeiten zurück bleiben", sagt Michela Menting, Forschungsdirektorin für Blockchains und Distributed Ledger.

Weitere Trends, die nach Überzeugung des Technologiemarkt-Beratungsunternehmens ABI Research im Jahr 2021 eintreten werden - und auch nicht – enthält das Whitepaper von ABI. „Hier finden sich 68 Technologietrends, die das Jahr 2021 prägen werden: Vorhersagen für das, was im kommenden Jahr geschehen wird und was nicht geschehen wird“, so ABI.

gk

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