Warum der US-Markt weiter an Bedeutung gewonnen hat

Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG Foto: K-ZEITUNG

Aufgefallen ist Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG, dass der US-Markt für die europäische Kunststoffbranche stark an Bedeutung gewonnen – und warum.

Der US-Markt gehört für die europäischen Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen zusammen mit China seit vielen Jahren zu den beiden wichtigsten Märkten der Welt. Das ist nichts Neues – neu ist aber, dass die Bedeutung der USA in der Corona-Pandemie weiter zugenommen hat.

Bedeutung des US-Markts in der Corona-Pandemie weiter gewachsen

So haben die Exporte in die USA den deutschen Herstellern von Kunststoff- und Gummimaschinen im Corona-Jahr 2020 vielleicht nicht das Leben gerettet, aber zumindest einfacher gemacht. Denn während weltweit die Lieferungen coronabedingt zum Teil deutlich zurückgingen, legten die Exporte in die USA 2020 zu. Nur in zwei Monaten – im Januar und im Mai 2020 – blieben die Exporte nach Erhebungen der Fachgemeinschaft Kunststoff- und Gummimaschinen des VDMA unter dem Wert von 2019.

Daran hat sicherlich auch die zweifelhafte Corona-Politik von Donald Trump ihren Anteil, der die Wirtschaft weiter laufen ließ und damit die ausufernden Corona-Infektionen billigend in Kauf nahm. Einen großen Anteil am Erfolg der deutschen Unternehmen in den USA hat aber auch ein anderer US-Präsident, der uns allen wohl im Gegensatz zu Donald Trump positiv in Erinnerung bleiben wird: Barack Obama.

USA holt die Fertigung zurück und Europa liefert die Maschinen dazu

Denn vor Obama war der US-Markt stark auf Services ausgerichtet und die Fertigung erfolgte überwiegend in Ländern wie China. Der Wandel dieser Strategie hat mit Obama begonnen, der das Ziel hatte, die Fertigung zurück in die USA zu holen.

Den Effekt für Deutschland belegen die Zahlen des VDMA: Lagen die deutschen Exporte von Kunststoff- und Gummimaschinen in die USA 2010 noch bei deutlich unter 400 Mio. EUR, überschritten Sie 2013 die Marke von 600 Mio. EUR und 2017 den Wert von 800 Mio. EUR, haben sich also in sieben Jahren mehr als verdoppelt.

Automobilindustrie hat das Schlimmste hinter sich und weckt Hoffnungen

Seitdem verharren zwar die Exporte in der Gegend von 800 Mio. EUR, was aber wohl zu einem erheblichen Anteil auf den globalen Wandel in der Automobilindustrie weg vom Verbrenner und hin zum Elektroantrieb zurückzuführen sein dürfte – ein Prozess, dessen kritische Phase mit vielen neuen Entwicklungen und gestoppten Investitionen in Produktionslagen aber inzwischen wohl überstanden ist, was für die Zukunft einiges erwarten lässt.

Gründe für den Erfolg der deutschsprachigen Unternehmen in den USA gibt es viele: die weltweit führende Technologie, die enorme Größe des US-Marktes,  das Verschwinden großer US-Hersteller in den vergangen Jahren und die Bereitschaft in den USA massiv zu investieren, um die Wünsche der Kunden nach perfekter Betreuung, kurzen Wegen und reaktionsschnellem, kompetenten Service zu erfüllen.

Günter Kögel

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