IG-Metall - Warnstreik in Witten Branche 27.11.2017 0 Bewertung(en) Rating

Warnstreiks in der Kunststoffbranche ab Januar möglich

Ohne Ergebnis endeten die ersten Verhandlungen für die Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Westfalen-Lippe und Niedersachsen/Bremen. Die IG Metall fordert wie in der Metall- und Elektrobranche 6 % mehr Geld. Sollte bis Januar keine Einigung erzielt worden sein, könnten Warnstreiks drohen.

Wie die Gewerkschaft mitteilt haben die Arbeitgeber sowohl im niedersächsischen Melle bei Osnabrück als auch in Herford in Westfalen-Lippe die Forderung der IG Metall zurückgewiesen ohne eine eigene Offerte zu präsentieren. Die IG Metall fordert für die insgesamt rund 170 000 Beschäftigten der Holz- und Kunststoffindustrie eine Lohnsteigerung von 6 %. Die Auszubildenden sollen eine überproportionale Erhöhung erhalten. Mit ihrer Tarifforderung orientiere sich die IG Metall an der guten gesamtwirtschaftlichen Situation sowie an der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsentwicklung und an der Preissteigerungsrate.

Gute wirtschaftliche Lage

Die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie befindet sich im Aufwärtstrend. Produktion, Umsätze und Beschäftigung wachsen in allen Teilbranchen. Dazu gehören die Möbelindustrie, Spielwarenhersteller, Musikinstrumentenbauer, die Produzenten von Spanplatten, Hersteller von Verpackungen und ein Teil der Hersteller von Wohnmobilen und Wohnwagen. Die Betriebe sind gut ausgelastet. Sie profitieren vom Bauboom und vom starken privaten Konsum. Daher sprach sich eine große Mehrheit der Mitglieder der Tarifkommissionen dafür aus, ebenso viel Geld zu fordern wie in der Metall- und Elektroindustrie, wo die Tarifrunde zeitgleich läuft: Sechs Prozent mehr.

"Die Wirtschaft boomt und die Beschäftigten wollen davon auch etwas abbekommen". "Wir machen das ganze Jahr bereits Überstunden und arbeiten auch an einigen Samstagen zusätzlich". "Wir erwarten ein ordentliches Plus". So fassen Tarifkommissionsmitglieder die Stimmung in ihren Betrieben zusammen. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren selten so gut wie jetzt. Alle stehen hinter den sechs Prozent", bekräftigt Edmund Volkwein, Betriebsratsvorsitzender von Waldner Laboreinrichtungen in Wangen / Allgäu und Mitglied der Tarifkommission in Baden-Württemberg.

In seinem Betrieb hat Volkwein die besondere Situation, dass auf dem gleichen Werksgelände der Verpackungsmaschinenhersteller Hermann Waldner produziert - ein Betrieb der Metall- und Elektroindustrie. "Wir gehen zur gleichen Pforte rein. Da ist es schwer zu vermitteln, dass Holz und Kunststoff einfach eine schwierigere Branche ist, zumal wir bei Waldner derzeit sehr gut ausgelastet sind. Und dieses Jahr läuft unsere Tarifrunde gemeinsam mit der Metallindustrie, da erwarten unsere Kolleginnen und Kollegen einen starken und vergleichbaren Abschluss. Es gibt also keinen Grund zur Zurückhaltung."

Warnstreiks ab Januar möglich

Die nächste Verhandlung ist am 6. Dezember in Baden-Württemberg. Danach geht es in Niedersachsen / Bremen und in Westfallen-Lippe in die zeite Runde. Für beide Tarifgebiete werden die Verhandlungen am 14. Dezember in Melle aber nicht zusammen geführt. Ende Dezember laufen die bestehenden Entgelttarifverträge aus. In einigen Tarifgebieten endet die Friedenspflicht am 31. Dezember, in anderen erst im Februar. Ab 1. Januar sind in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen Warnstreiks möglich.

pl

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