Foto: Arburg
Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg: Die globalen Lieferketten sind ins Wanken gekommen. Arburg-Geschäftsführer Guido Frohnhaus ist froh über den zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandort seines Unternehmens mit hoher Eigenfertigungstiefe und kurzen Lieferketten.

Meinungen

Viel Eigenfertigung statt globaler Lieferketten

Globale Lieferketten sind ins Wanken gekommen. Was lässt sich dagegen tun? Ein Gastkommentar von Arburg-Geschäftsführer Guido Frohnhaus.

Globale Lieferketten sind ins Wanken gekommen. Was lässt sich dagegen tun? Ein Gastkommentar von Arburg-Geschäftsführer Guido Frohnhaus.

Outsourcing, dezentrale Produktion und globale Lieferketten galten jahrzehntelang als das Erfolgsrezept, um sich wettbewerbsfähig aufzustellen. Dagegen wurde Arburgs Strategie des zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandorts mit hoher Eigenfertigungstiefe und kurzen Lieferketten eher als „old school“ bezeichnet und von manchen auch mehr oder minder still belächelt.

Unabhängige und nachhaltige Lieferketten

Entgegen allen Trends haben wir unseren Kurs beibehalten. Und sind damit sehr gut gefahren. Aktuell können wir einmal mehr sagen: Die Strategie einer hohen Eigenfertigung ist ein absolut modernes System. Durch sie können wir unabhängiger und flexibler agieren – sowohl in der Entwicklung, wie auch in der Produktion. Diese strategische Komponente ist ganz tief in der Genetik des Unternehmens verankert. Beispiele dafür sind etwa der komplette Antriebsstrang der elektrischen Maschinen oder die Steuerungsgeneration Gestica.

Eine hohe Eigenfertigung hat auch für unsere Kunden entscheidende Vorteile: hohe Versorgungssicherheit nicht nur für aktuelle Maschinen und Anlagen, sondern auch für Ersatzteile – und zwar jahrzehntelang. Ein solches Konzept ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig.

Arburg Internet-TV: Lieferkette als strategischer Vorteil

News Mitte Februar setzte Arburg sein interaktives Internet-TV-Format Arburgxvision mit dem Thema Lieferketten fort.
Artikel lesen

Lokale statt globale Supply Chain

Weitere Komponenten dieses Erfolgsrezepts sind sehr kurze, stabile Lieferketten: Rund 80 % der Vormaterialien beziehen wir aus Deutschland und setzen dabei auf partnerschaftliche, langfristige Kooperationen mit unseren Lieferanten. Auch diese Strategie gewinnt aktuell wieder zunehmend an Bedeutung. Liegt dann noch der Komplex „Marktbeobachtung – Entwicklung – Einkauf“ in der eigenen Hand, wird eine flexible Arbeitsweise möglich. Verknappungen können frühzeitig antizipiert und Alternativen gesucht werden, zum Beispiel durch ein Redesign von Leiterplatten, die wir komplett selbst herstellen.

Vorteile auch bei Entwicklungsprojekten

Und Entwicklungsprojekte? Die lassen sich bei einem hohen Eigenfertigungsanteil ganz anders betrachten und umsetzen, weil Änderungen an Design und Auslegung der Produkte einfacher und schneller möglich sind. Hier bringt ein Mehr an Eigenfertigung auch ein Mehr an Flexibilität und damit Innovationskraft sowie Entwicklungsgeschwindigkeit.

Nicht nur in den vergangenen beiden Jahren – aber hier ganz besonders – haben sich die Vorteile eines hohen Eigenfertigungsanteils an einem zentralen Standort nachhaltig und deutlich bewiesen: Das Konzept der Unabhängigkeit in Sachen Entwicklung und Produktion besitzt einen hohen strategischen Nutzen – ganz im Sinne der Arburg-Kunden.

Guido Frohnhaus, Geschäftsführer Technik, Arburg