Management 04.10.2017 0 Bewertung(en) Rating

Verjährungsfrist immer im Auge behalten

Der Jahreswechsel ist für viele mit einer der stressigsten Zeiten des Jahres. Was dennoch auf Ihrer Liste stehen sollte: die Verjährungsfrist. Die Bremer Inkasso GmbH erklärt, welche Maßnahmen unbedingt jetzt schon in die Wege geleitet werden sollten.

Zum Ende "aller Jahre wieder" geht es um die regelmäßige Verjährungsfrist. Die regelmäßige Verjährung beträgt drei Jahre und beginnt typischerweise mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, also mit Ablauf des 31.12. Sie endet drei Jahre später um 24.00 Uhr des 31.12. So auch dieses Jahr. Betroffen sind insbesondere Forderungen, die im Jahre 2014 fällig wurden. Diese drohen in Kürze, nämlich zum 31.12.2017, zu verjähren. "Für solche Forderungen heißt es jetzt, nicht mehr viel Zeit zu verlieren und umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten," rät Bernd Drumann, Geschäftsführer der Bremer Inkasso GmbH. "Nachfolgend dazu die wichtigsten Punkte".

Prüfen, ob Rechnungen am 31.12. verjähren
"Leider gibt es in vielen Unternehmen immer wieder offene Forderungen, die 'durchrutschen', die vergessen werden oder die auch über einen längeren Zeitraum nicht realisiert werden können. Für eine Prüfung der Verjährung zum 31.12. sollten offene Rechnungen mit Fälligkeit während des vorvorletzten Jahres (hier 2014) sorgfältig durchgesehen werden. Das allein reicht jedoch nicht."

Rechnungsdatum nicht zwingend Ausgangspunkt für Berechnungen der Frist
"Generell gilt: Eine Rechnung ist zeitnah zur erbrachten Lieferung oder Leistung zu erstellen. Hätte eine Rechnung z. B. bereits in 2014 erstellt werden können, da eine Lieferung oder Leistung erbracht wurde und diese auch abrechnungsfähig war, so hilft es in Bezug auf die Verjährung nicht unbedingt, mit der Berechnung bis ins Jahr 2015 zu warten. Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem die Forderung fällig geworden ist und nicht der Zeitpunkt oder das Datum der Rechnungsstellung – Fälligkeit kann aber u. U. auch unabhängig von einer Rechnung eingetreten sein. Hier ist eine Prüfung der eigenen Verfahrensweise bei der Rechnungsstellung ebenfalls ggf. zu prüfen."

 - Verjährungsfristen besser über das ganze Jahr im Blick behalten.
Verjährungsfristen besser über das ganze Jahr im Blick behalten.
Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Viele Ansprüche haben kürzere Verjährungsfrist als 3 Jahre
"Neben der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren gibt es etliche kürzere Fristen. Als Beispiele seien hier nur zwei Ansprüche erwähnt, die in kürzerer Zeit verjähren: Für Schadenersatz des Vermieters aus einem Mietverhältnis beträgt die Frist höchstens 6 Monate ab dem Tag der Rückgabe des Mietobjektes, während für Ansprüche aus Transportleistungen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) eine einjährige Frist ab – vereinfacht – Ablieferung des Gutes gilt."

Reicht eine einfache Mahnung aus, um einen Neubeginn der Verjährung zu bewirken?
"Nein! Eine einseitige Handlung wie das Verschicken einer einfachen Mahnung reicht definitiv nicht aus. Die Verjährung beginnt nach § 212 BGB erneut, wenn ein Anerkenntnis des Schuldners vorliegt (dies kann u. U. auch in einer Zins- oder Abschlagszahlung zu sehen sein) oder eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird. Zu beachten ist hierbei jedoch", so Drumann, "dass die neue Verjährungsfrist mit dem Tag des Anerkenntnisses beginnt und nicht, wie sonst bei der regelmäßigen Verjährungsfrist üblich, erst mit dem Ende des Jahres (§ 199 BGB). Selbiges gilt auch für besagte gerichtliche oder behördliche Vollstreckungsmaßnahme."

 
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