Der Einsatz von Rezyklaten leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft.
Foto: BDE/BVSE/GKV
Der Einsatz von Rezyklaten leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft.

Unternehmen

Verbände geben Hilfestellung beim Rezyklateinsatz

Die Verbände GKV, BDE und BVSE veröffentlichen eine Handreichung zum Rezyklateinsatz, um den Einsatz recycelter Kunststoffe in Produkten zu vereinfachen.

Neben der Recyclingfähigkeit von Kunststoffprodukten steht vor allem der Wiedereinsatz von recycelten Kunststoffen im Fokus der Anstrengungen für eine bessere Kreislaufführung. In der Praxis ergeben sich dabei vielfach Fragen zur Bestimmung, wann ein Material als Kunststoffrezyklat einzustufen ist und wie zwischen Post-consumer- und Post-industrial-Rezyklaten unterschieden werden kann. Diese und weitere Fragen werden in einer gemeinsamen Handreichung von GKV, BDE und BVSE geklärt und anhand von Praxisbeispielen erläutert. Außerdem gibt die Handreichung Hinweise zur Rückverfolgbarkeit und zur Produktkennzeichnung.

Rezyklateinsatz schon heute unverzichtbar und weiter steigend

„Der Einsatz von recycelten Kunststoffen leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft, denn er verringert CO2-Emissionen bei der Produktherstellung und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Rezyklate sind für die Rohstoffversorgung der Kunststoffindustrie heute schon unersetzlich und werden immer wichtiger“, erläutert Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., der im GKV für den Bereich Umwelt und Verbraucherschutz verantwortlich ist.

Handreichung der Verbände fördert schafft Transparenz

„Mit der Handreichung wollen wir den Wandel der Industrie fördern und für ein gemeinsames Verständnis der wichtigsten Begriffe sowie Transparenz in der Kommunikation sorgen“, so Engelmann weiter.

„Für das werkstoffliche Kunststoffrecycling, das sich über die vergangenen 30 Jahre in Deutschland entwickelt hat, haben sich stabile Absatzmärkte etabliert. Recycler in Deutschland liefern mehr als 1,6 Millionen Tonnen Rezyklate, davon 1,3 Millionen Tonnen aus dem Post-Consumer-Bereich, an die Kunststoff verarbeitende Industrie. Das entspricht knapp 12 Prozent – beziehungsweise 9,1 Prozent für PCR – des Rohstoffbedarfs, Tendenz steigend. Hinzu kommen 640.000 Tonnen wiederverwendete Nebenprodukte“, berichtet Herbert Snell, Vizepräsident des Fachverbands Kunststoffrecycling im BVSE.

Es braucht Klarheit, was eigentlich Rezyklate sind

„Der Bedarf an Rezyklaten wird in Zukunft stark steigen, weil sich viele Unternehmen ehrgeizige Kreislaufwirtschafts-Ziele gesetzt haben. Hinzu kommen die von der Politik geplanten Rezyklatquoten. Da braucht es zuallererst Klarheit darüber, was eigentlich Rezyklate sind“, erläutert Dr. Andreas Bruckschen, stellv. Hauptgeschäftsführer des BDE e.V.

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Zur Klärung der Frage, wann ein Material als Kunststoffrezyklat einzustufen ist und wie zwischen Post-consumer- und Post-industrial-Rezyklaten unterschieden werden kann, haben die Verbände GKV, BDE und BVSE eine gemeinsame Handreichung veröffentlich, die zahlreiche Praxisbeispiele enthält.
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Zur Klärung der Frage, wann ein Material als Kunststoffrezyklat einzustufen ist und wie zwischen Post-consumer- und Post-industrial-Rezyklaten unterschieden werden kann, haben die Verbände GKV, BDE und BVSE eine gemeinsame Handreichung veröffentlich, die zahlreiche Praxisbeispiele enthält.

„In der Praxis bereitet insbesondere die Abgrenzung von Abfällen und sogenannten Nebenprodukten häufig Schwierigkeiten. Das liegt an den komplizierten rechtlichen Kriterien, die in jedem Einzelfall geprüft werden müssen. Dabei ist die Abgrenzung entscheidend: Denn ohne Abfall kein Rezyklat. Unsere neue Handreichung zeigt anhand von Praxisfällen, wie die Bestimmung gelingen kann“, erklärt Bruckschen weiter.

Die Broschüre ist auf den Internetseiten der Verbände kostenfrei abrufbar. gk