Schmuckbild - Trendkurve Märkte 09.05.2018 0 Bewertung(en) Rating

VDMA verkündet nächstes Rekordjahr

Die deutschen Kunstoff- und Gummimaschinenbauer legen auch in diesem Jahr kräftig zu. Die USA bleibt weiterhin wichtigster Exportmarkt.

Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer konnten ihren Umsatz im Jahr 2017 nochmals um 5 % steigern. "Damit reiht sich auch das vergangene Jahr in die positive Entwicklung seit 2010 ein", betont Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA.

"Umso mehr erfreut es natürlich, dass wir mit diesem Wachstum sogar die ursprüngliche recht optimistische Prognose von 4 Prozent übertreffen konnten", ergänzt Reifenhäuser. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch den Kunststoff- und Gummimaschinenbau nicht verschonte, ist es bereits das achte Wachstumsjahr in Folge.

Stark gewachsene Exporte nach Italien

Das wichtigste Absatzland für deutsche Hersteller bleibt nach wie vor die USA. Dieses Mal konnte sogar die Marke von 800 Mio. EUR an Exporten geknackt werden. Der Wert der Kunststoff- und Gummimaschinen, die aus Deutschland in die USA geliefert wurden, belief sich auf 847 Mio. EUR. Das ergibt ein Plus von 10,1 % im Vergleich zum Vorjahr.

Der wichtigste Gesamtmarkt ist jedoch China. Mit 717 Mio. EUR an Exporten konnte auch hier ein Zuwachs von 14,3 % gegenüber 2016 vermeldet werden. Hinzu kommt noch einmal etwa eine halbe Mrd. EUR hinzu, die von den Kunststoff- und Gummimaschinenbauern in China hauptsächlich für den lokalen Markt gefertigt wurden.

Im Exportranking verbesserte sich auch Italien: 2017 wurden Deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen im Wert von 250 Mio. EUR geliefert, ein Wachstumsplus von 32,1 %. Hier macht sich vor allem der "Industrie 4.0 Plan" der italienischen Regierung bemerkbar, durch den Investitionen in Investitionsgüter angeregt werden und die italienischen Verarbeiter ihre Maschinenparks vermehrt mit High-Tech-Produkten aus Deutschland erneuern.

Aufschwung in Russland und Brasilien

Nachdem die Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland lange Zeit schrumpften, entwickelten sie sich im vergangenen Jahr wieder positiv. Die hohe Wachstumsrate der deutschen Exporte in Höhe von 34,1 Prozent resultiert vor allem aus der Belebung des dortigen Verpackungssektors und spiegelt nicht eine flächendeckende Belebung des Marktes wider. In Summe konnten 114 Mio. EUR an deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland exportiert werden.

Ein hohes Exportwachstum lässt sich auch für den brasilianischen Markt vermelden. Die Exporte stiegen um 35,4 % auf nun 75 Mio. EUR. Nach dem langen Abschwung wird Brasilien jedoch noch Zeit benötigen, um sich zu erholen. Die Investitionen nach einer langen Rezessionsphase laufen in Brasilien nur langsam an. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vorfeld der diesjährigen Präsidentenwahl eine hohe Unsicherheit im Markt herrscht.

Anhaltende Boomphase

Aufgrund der weiterhin vollen Auftragsbücher der Unternehmen geht der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA in diesem Jahr von einem Umsatzwachstum von 3 % aus. "Das soll jedoch keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass bereits vereinzelt dunkle Wolken am Schönwetterhimmel auftauchen", mahnt Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands.

"Wir befinden uns momentan in einem sehr lange anhaltenden Boom, der bereits über die übliche Länge einer solchen Phase hinausgeht. Dadurch sind die Lieferzeiten sowohl der Maschinenbauer als auch der Zulieferer bereits außergewöhnlich lang. Darüber hinaus haben die Unternehmen derzeit immense Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden", betont Kühmann weiter.

db

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