Upcycling: Einwegflasche wird zum Vogelfutterspender

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Rechtzeitig vor dem kommenden Winter macht ein funktionaler Adapter aus Kunststoff aus Einwegflaschen einen nachhaltigen Vogelfutterspender.

Der Vogelfutterspender ist nicht das erste nachhaltige Produkt der Ma-Be-Manufaktur. Die Windlichter des Start-Ups aus nutzlos gewordenen Einwegflaschen verkaufen sich mittlerweile deutschlandweit.

Generell stehen Upcycling und Nachhaltigkeit im Fokus des Johannesberger Start-ups. Denn hier entstehen aus gebrauchten Materialien ebenso funktionale wie dekorative neue Gegenstände mit überraschendem Mehrwert.

Kunststoffadapter macht Einwegflaschen zum Vogelfutterspender

Die Prototypen des Vogelfutterspenders wurden 3D-gedruckt. Die Serienteile entstehen im Spritzguss. Foto: Kegelmann

Die aktuelle Aktion der handwerklichen Tüftler aus Johannesberg soll jetzt den Vögeln das Überleben im Winter erleichtern – auch dies selbstverständlich nachhaltig. Dazu entsteht aus Einwegflaschen mittels Adapter im Handumdrehen ein Vogelfutterspender.

Um den Adapter in höheren Stückzahlen effizient herstellen zu können, fand man bei einem der Pioniere für die Additive Fertigung, der Kegelmann Technik GmbH in Rodgau-Jügesheim, den passenden Partner. Ganz im Sinne von Ma-Be wurde dabei auch dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung getragen. Denn Kegelmann schlug vor, für den Bau der Adapter keinen klassischen Kunststoff zu verwenden, sondern einen Naturfaserverbundwerkstoff.

Kunststoff mit 40 Prozent Zellulosefasern

Die Wahl fiel auf Sappi Symbio, der 40% Zellulosefaser aus regionalen Wäldern enthält und nach dem Produktlebenszyklus recycelbar ist.

Kegelmann Technik hat die Form des Vogelfutteradapters gemäß den funktionalen Vorgaben zunächst im 3D-Druck optimiert und anschließend die Serienteile im Spritzguss produziert. Damit das Vogelfutter sich auf dem Boden besser verteilt, erhielt der Adapter dafür zusätzliche Erhebungen.

Wie Kelgemann erklärt, erfordert die Prozessführung im Spritzguss aufgrund des besonderen Materials große Expertise. Hier konnten die Rodgauer ihre langjährige Erfahrung im Spitzguss mit unterschiedlichen Materialien einbringen.

Als kritischen Faktor nennt Kegelmann insbesondere die richtige Verarbeitungstemperatur. Denn durch den hohen Zelluloseanteil in Sappi Symbio weicht die Prozesstemperatur von einem vergleichbaren reinen Polypropylen-Granulat erheblich ab.

Zellulosefasern aus umweltbewusster Forstwirtschaft

Der Verbundwerkstoff Sappi Symbio wird aus hochwertigen Zellulosefasern hergestellt, die aus umweltbewusster Forstwirtschaft stammen. Das Material kann daher als nachhaltige Alternative für fossile Rohstoffe gelten, so Kegelmann.

Die in Polypropylen vordispergierten Zellulosefasern verbessern dank einer geringeren Dichte und guter Fließfähigkeit zudem die mechanischen Materialeigenschaften. Und schließlich überzeugt Sappi Symbio durch seine Steifigkeit und Formstabilität bei gleichzeitig guter Schlagzähigkeit.

Offenes Ohr für Start-Ups

Wie Kegelmann Technik betont, stellt sich das Unternehmen gerne neuen Herausforderungen. Aufgrund der großen Lösungskompetenz und der technischen Möglichkeiten hat man auch für ungewöhnliche Anfragen immer ein offenes Ohr. Zudem können auch Prototypen oder Kleinserien bei großer Prozesssicherheit kostengünstig hergestellt werden.

gk

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