Umfrage: KMU mögen zunehmend Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist noch nicht im produzierenden Mittelstand angekommen. Foto: Pixabay/Gerd Altmann

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) setzen immer mehr Künstliche Intelligenz ein, zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Der Anteil der KMU in Deutschland, die Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, hat sich von 2020 auf 2021 fast verdoppelt, wie die Umfrage unter 983 Unternehmen aus Industrie und industrienahen Dienstleistungen belegt. Zwischen 2019 und 2020 hatte der Anteil fast stagniert. Im Frühjahr 2021 gaben 18 % der KMU an, KI einzusetzen; bei den Großunternehmen waren es 40 %.

„Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Dynamik weiter fortsetzt und noch eine größere Anzahl an KMU die Vorteile von KI für das eigene Unternehmen entdeckt“, sagt Dr. Vera Demary,
Leiterin des Kompetenzfelds Digitalisierung, Strukturwandel und Wettbewerb am Institut der deutschen Wirtschaft.

Dafür spreche der zunehmend positive Blick der befragten KMU auf KI: 68 % von ihnen nahmen die Technologie im Jahr 2021 als Chance für die deutsche Volkswirtschaft wahr. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um fast 10 Prozentpunkte. Vor allem der Anteil derer, die KI neutral bewerteten, ging von 2020 auf 2021 zugunsten einer Chancenbewertung zurück. Aber auch der Anteil der KMU, die mit KI vor allem Risiken verbanden, sank. Im Jahr 2021 sahen nur noch 12 % der KMU in KI eher ein Risiko für die deutsche Volkswirtschaft.

Umfrage zeigt, dass Großunternehmen KI eher als Chance sehen

Dennoch zeigt sich auch bei diesem Indikator für die Aufgeschlossenheit von Unternehmen für die Technologie die stärkere Zurückhaltung von KMU im Vergleich zu Großunternehmen. Bei Letzteren sind 81 % davon überzeugt, das KI eine Chance darstellt, immerhin 12 Prozentpunkte mehr als bei den KMU.

Das Institut der deutschen Wirtschaft empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen, um die Nutzung von KI in KMUs zu stärken. Dazu gehört es, die Anwendungsmöglichkeiten von KI aufzuzeigen. „Um klarer zu machen, welche Chancen KI für Unternehmen bietet, sollten Use Cases gefördert werden. Dies gilt sowohl für Anwendungsfälle von KI im Allgemeinen wie auch für GAIA-X als vertrauenswürdiger Dateninfrastruktur im Speziellen. Darüber hinaus ist die Beratung von Unternehmen über die Implementierung von KI sowie die Vernetzung von KMU und Realisierungspartnern sinnvoll“, so Demary.

Künstliche Intelligenz braucht Rechtssicherheit

Auch empfiehlt sie, Rechtssicherheit im Umgang mit Daten herzustellen, denn das wesentliche Hemmnis beim Umgang mit den für KI-Anwendungen notwendigen Daten bestehe in deren rechtlichem Rahmen. Dabei sei die Information über den bestehenden Rechtsrahmen neben dessen Ausgestaltung ein wichtiger Schritt. Gerade für KMU liegen laut des Kurzberichts in der Schaffung von Vertragsvorlagen für den Datenaustausch nach dem Vertragsrecht große Potenziale, um deren Datennutzung zu steigern.

Zudem solle der staatliche Einsatz von KI vorangetrieben werden: „Öffentliche Einrichtungen und Behörden sollten selbst KI nutzen und dies kommunizieren. Auf diese Weise wird ein Signal des Vertrauens in solche Anwendungen gesendet, das für KMU motivierend wirken könnte. Als großer Nachfrager von KI kann der Staat zudem die Entwicklung der Technologie anregen“, schreibt Demary.

Zulassung oder Zertifizierung von KI-Systemen erhöht die Transparenz

Überdies gelte es, die Transparenz von KI zu verbessern: „Damit KI in eine breite Anwendung kommt, ist ihre Vertrauenswürdigkeit essenziell“, so die Expertin. „Derzeit gibt es keine regulatorischen Anforderungen an die Erklärbarkeit von KI-Anwendungen. Zudem ist zu klären, inwieweit eine solche Erklärbarkeit in Deutschland und Europa Voraussetzung für die Zulassung oder Zertifizierung von KI-Systemen sein wird.“

sk

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