Foto: Röhm
Die neue Folie aus Polymilchsäure (PLA) lässt sich bei 55 °C thermisch umformen.

Biowerkstoffe

Umformbare Folie aus Polymilchsäure

Röhm hat eine neue Folie aus Polymilchsäure (PLA) entwickelt. Das Besondere: Sie ist nicht biaxial gereckt und somit thermisch umformbar.

Röhm hat eine neue Folie aus Polymilchsäure (PLA) entwickelt. Das Besondere: Sie ist nicht biaxial gereckt und somit thermisch umformbar.

Röhm, neben Plexiglas-PMMA auch Anbieter von Folien der Marke Europlex, hat thermisch umformbare Folie auf Basis von Polymilchsäure (PLA) entwickelt. Damit bringt Röhm jetzt auch Kunststofffolien aus nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt. Die umformbare PLA-Folie hat die Bezeichnung Europlex LJ 21123/123. Sie ist transparent, hochglänzend und für Lebensmittelkontakt zugelassen.

Nicht biaxial gereckte, thermisch umformbare Folie

Im Gegensatz zu vielen anderen PLA-basierten Folien auf dem Markt ist diese Folie nicht biaxial gereckt und somit auch thermisch umformbar. Die Eigenschaften der Folie auf einen Blick:

  • umformbar bei 55 °C
  • Lichttransmission von mehr als 92 %
  • hohe Zugfestigkeit und gute Flexibilität
  • lässt sich stanzen, schneiden, bedrucken
  • zugelassen für den Lebensmittelkontakt

„Damit eignet sich PLA-Spezialfolie für breites Anwendungsspektrum, etwa für Verpackungen von Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln sowie als Dekorfolien für In-Mold-Decoration-Verfahren (IMD) oder Druckprodukte wie Grafikplatten“, erklärt Herbert Groothues, Leiter der Folien- und Extrusionsentwicklung.

Polymilchsäure als umweltfreundliche Alternative

Polymilchsäure als Rohstoff verursacht weniger CO2-Emissionen, Folien hieraus sind eine klimaschonende Alternative zu Folien aus erdölbasierten Polymeren. Am Ende ihres Lebenszyklus kann Europlex LJ 21123/123 mechanisch oder energetisch recycelt oder industriell kompostiert werden. Sie besteht aus zertifiziert kompostierbarem PLA, das den Vorgaben für industrielle Kompostierung gemäß der US-Norm ASTM D6400 und der europäischen Norm EN 13432 entspricht.

Falls die PLA-Folie dennoch in die Umwelt gelangt, ist ihre Persistenz um ein Vielfaches geringer als jene auf Basis erdölbasierter Kunststoffe, zudem setzen PLA-Folien beim Abbau keine toxischen Stoffe frei. „Wir übernehmen Verantwortung für unser Klima, die Umwelt und die begrenzten natürlichen Ressourcen“, sagt Chief Operation Officer (COO) Hans-Peter Hauck.

Rohstoff für Polymilchsäure aus zertifizierten Quellen

Der Rohstoff für die umformbare Folie aus Polymilchsäure stammt aus nicht gentechnisch verändertem Zuckerrohr. Der Lieferant hat ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001:2015 implementiert und ist Bonsucro-zertifiziert. Bonsucro ist eine Vereinigung von Erzeugern und Verarbeitern, die sich weltweit anerkannten Standards für soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit verpflichtet haben.

Auf Anfrage können Entwicklungsmuster der Folie in Dicken von 53 µm bis 500 µm und einer Breite von 200 mm zur Verfügung gestellt werden, ebenso das Datenblatt zur Europlex Folie LJ 21123/123 mit den technischen Spezifikationen und Zulassungen.

mg