TU München gewinnt Additive Manufacturing Cup von Solvay

Back to Beiträge

Studenten aus aller Welt haben sich am AM Cup 2019 zum 3D-Druck von Formteilen aus Radel PPSU Filament beteiligt. Das Siegerteam stellt die TU München.

Solvay hat im Rahmen des AM Cup 2019 Studenten aus aller Welt aufgefordert, spezifische Formteile aus Radel PPSU AM-Filament zu fertigen. Die siegreichen Teilnehmer wurden aus 35 Studententeams von 32 Universitäten aus drei Kontinenten gekürt.

Zugstab und Druckrohr als Hauptaufgabe

Jedes Team hatte eine Spule mit AM-Filament aus Radel Polyphenylsulfon (PPSU) erhalten mit der Hauptaufgabe, daraus einen maßstabgetreuen Zugstab vom Typ V nach ASTM D638 in der Z-Achse sowie ein wellförmiges Druckrohr nachzubilden, das sich im Spritzgießverfahren nur schwierig fertigen lässt.

Kernkriterien der Hauptaufgabe waren maximale Maßgenauigkeit, mechanische Leistungsfähigkeit (ein­schließlich Berstdruckfestigkeit) und Transluzenz. Darüber hinaus bewertete die Jury auch die Kreativität der jeweiligen 3D-Druckmethoden.

Die Gewinner seines Advanced Manufacturing (AM) Cup 2019 von Solvay kommen aus München und Gent. Foto: Solvay

TU München erreicht 100% Festigkeit in der Z-Achse

Als Gesamtsieger mit einer umfassenden Optimierung sämtlicher Aspekte des Druckverfahrens und der Druckvorrichtung behauptete sich das Gekko Performance Team der Technischen Universität München. Den Studenten war es gelungen, einen Zugstab der Größe V mit 100-prozentiger Festigkeit in der Z-Achse zu drucken, und das Wellrohr des Teams zeigte neben überaus präzisen Abmessungen und gleichmäßiger Oberfläche eine bemerkenswerte mechanische Festigkeit. So hielt es einer Berstdruckprüfung bei 96,5 bar zwei Stunden lang stand.

Die Teams PPSUsual und PPSUPER der Universität Gent in Belgien sicherten sich in einer sehr engen Entscheidung den zweiten und dritten Platz. Beide erzielten hinsichtlich Zugmodul, Zugfestigkeit und Duktilität die nächstbesten Resultate.

Gleiche Leistungsfähigkeit und Qualität wie herkömmliche Spritzgussteile

„Es war inspirierend zu sehen, wie unterschiedlich die Herausforderungen des Filamentschmelzverfahrens – einschließlich der Haftung an der Druckplatte und des Temperaturmanagements in der Druckkammer – gelöst wurden. Das siegreiche Team stellte ein weiteres Mal unter Beweis, dass 3D-gedruckte Teile praktisch die gleiche Leistungsfähigkeit und Qualität wie herkömmliche Spritzgussteile erreichen können, wenn Material, Ausrüstung und Verfahren ganzheitlich optimiert werden“, sagt Ryan Hammonds, R&D Platform Manager der globalen Geschäftseinheit Specialty Polymers von Solvay und Präsident der AM Cup Jury. „Wir freuen uns darauf, die in dieser Runde des Solvay AM Cup gewonnenen Erkenntnisse mit unseren Kunden zu teilen und für den 3D-Druck bestmöglicher PPSU-Teile in so diversen Einsatzbereichen wie der Luft- & Raumfahrtindustrie, der Medizin- und der Industrietechnik zu nutzen.“

Die drei siegreichen, von einer internationalen Jury ausgezeichneten Teams erhielten ein Preisgeld von 10.000, 5.000 und 3.000 EUR zur Verwendung in akademischen, gemeinnützigen oder unter­nehmerischen Projekten.

AM Cup soll das Potenzial der Hochleistungswerkstoffe zeigen

Der AM Cup wurde von Solvay ins Leben gerufen, um das Potenzial 3D-druckfähiger Hochleistungsmaterialien in den Händen talentierter Design- und Ingenieurstudenten aufzuzeigen, die sich mit Leidenschaft der Aufgabe stellen, die Kunst des Möglichen dieser disruptiven, bahnbrechenden Technologie zu erforschen.

Solvay hat nach eigener Aussage eine führende Position im rasch entwickelnden AM-Markt eingenommen und bietet eine wachsende Anzahl von Filamenten für Anwendungen in unterschiedlichen Druck- und Schmelzverfahren. Neben Radel PPSU umfasst das aktuelle Portfolio auch AM-Filamente aus unverstärktem und carbonverstärktem Ketaspire Polyetheretherketon (PEEK), einschließlich medizintechnischer Formulierungen für zeitlich begrenzten Körperflüssigkeits- oder Gewebekontakt.

Darüber hinaus wurden diese fortschrittlichen Filamente jüngst in die Datenbank der Digimat AM Simulationssoftware von E-Xstream Engineering aufgenommen. Damit können Kunden die Leistungsfähigkeit ihrer AM-Teile berechnen und optimieren, um schon beim ersten Druck das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Solvay wird die prämierten Arbeiten des AM Cup 2019 übrigens vom 21. bis 23. Mai 2019 während der Rapid + TCT in Detroit, Michigan, USA der Öffentlichkeit präsentieren.

gk

Share this post

Back to Beiträge