Südostasien forciert Kreislaufmodelle für Kunststoffe

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Die boomenden Kunststoff- und Verpackungsbranchen in Südostasien haben zu einem immer größer werdenden Abfallproblem geführt – doch Lösungen sind in Sicht.

Laut der Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy und basierend auf den Forschungsergebnissen des Magazins Science stammt über die Hälfte des Plastikmülls, der in den Weltmeeren landet, aus fünf Ländern – China, Indonesien, den Philippinen, Thailand und Vietnam.

Unterdessen ist Südostasien aufgrund des im letzten Jahr in China verhängten Einfuhrverbots von fast allen weltweit recycelbaren Kunststoffen zum Ziel der Entwicklung der nationalen Recycling-Fähigkeit zu einer Mülldeponie für Plastikabfall aus anderen Ländern geworden. Auch wenn Thailand, Vietnam und Malaysia die Einfuhrverbote auf Plastikabfall vorantreiben, sind nach wie vor weitere Gesetze notwendig, um den Lauf der Dinge aufzuhalten, denn die Zahl der illegalen Plastik-Recycling-Fabriken nimmt auch trotz der Einführung der Verbote zu.

Indonesien vor Herkulesaufgabe

Als zweitgrößter Verursacher von Plastikmüll, der in den Weltmeeren endet, hat Indonesien auf Rang zwei direkt hinter China eine enorme Aufgabe zu bewältigen. Das Land, das eine Bevölkerung von 250 Mio. Menschen aufweist, verwendete laut des Ministeriums für Umwelt und Forstwirtschaft allein im Jahr 2016 rund 9,8 Mrd. Plastiktüten.

Vor dem Hintergrund einer gescheiterten Steuer auf Einwegplastiktüten, die laut der Indonesian Olefin, Aromatic and Plastic Industry Association (Inaplas) „Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen“ gehabt hätte, hat das Land nun 1 Mrd. USD hinterlegt, einschließlich eines Kredits von der Weltbank in Höhe von 100 Mio. USD. Laut dem Ministerium für Meeresangelegenheiten geht das Land davon aus, dass die Menge an Plastik, die es in die Weltmeere leitet, bis 2025 um 70 % reduziert werden kann, indem Produktverpackungen überarbeitet werden, recycelbare Materialien verwendet werden und eine entsprechende Abfallwirtschaft eingeführt wird.

Recyclingquote noch verhältnismäßig gering

Bezüglich Letzterer kann das Land eine „beträchtliche“ Recycling-Industrie vorweisen, die pro Jahr ca. 1,1 Mio. t Plastikmüll recycelt. Dennoch ist die Recycling-Rate mit unter 20 % verhältnismäßig niedrig, so die kürzlich gegründete Organisation Indonesia Plastics Recyclers (IPR).

Thailand produziert pro Jahr rund 3 Mio. t Plastikmüll und hat nun eine 20-Jahres-Strategie veröffentlicht, die laut den Plänen des Ministeriums für Umweltschutz bis 2022 ein Nutzungsverbot für dünne Einwegplastiktüten vorsieht und bis 2025 ein Verbot für Einwegplastikbecher und Plastiktrinkhalme.

Das Nachbarland Malaysia hat hingegen einen Zero-Waste-Plan erstellt, der die Abschaffung von Einwegplastik bis 2030 anvisiert. In Singapur, wo die Müllverbrennung auf der Tagesordnung steht, hielt man sich bisher mit der Einführung von Gesetzen, die Einwegplastik entweder verbieten oder besteuern, zurück – sehr zum Ärger der Umweltschützer, denn sogar Kambodscha hat mittlerweile eine Gebühr auf Plastiktüten in Einkaufszentren und Supermärkten eingeführt. Auch in den Philippinen wurde von der Regierung ein Verbot für Einwegplastik eingeführt, das für Plastikutensilien, Plastiktüten und Plastiktrinkhalme gilt. Die Gemeindeverwaltungen haben außerdem Zero-Waste-Strategien in ihren Städten eingeführt.

gk

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