Studie: Additive Fertigung mit immensem Potenzial

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Additive Fertigung vor allem mit Kunststoff-Filamenten ist zum Standard für Unternehmen in Europa geworden, zeigt eine Studie von Reichelt Elektronik.

Für die Studie zur Additiven Fertigung hat das Marktforschungsunternehmen Onepoll im Juni 2020 1680 europäische Mitarbeiter und Manager aus den Bereichen Design, Entwicklung, Produktion und Technik befragt, die an technischen Entscheidungen maßgeblich beteiligt sind – darunter 500 aus Deutschland. Die Unternehmen stammen aus dem produzierenden Bereich, der Logistik, der Pharma-Branche, dem Energie-Sektor sowie der IT und Entwicklung.

Demnach nutzen 70 % der befragten Unternehmen 3D-Druck, 62 % verfügen über unternehmenseigene Geräte dafür direkt am Arbeitsplatz. Der meistgenannte Anwendungsbereich für den 3D-Druck ist die Fertigung von Anschauungsmodellen. 84 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen 3D-Druck für Anwendungen dieser Art nutzen. Die große Mehrheit von 66 % ist mit der 3D-Druck-Nutzung zu diesem Zweck zufrieden.

Ebenfalls sehr beliebt ist die Entwicklung von Prototypen. Hierfür setzen 82 % der befragten Unternehmen 3D-Druck ein. 71 % sind mit den Möglichkeiten in diesem Bereich zufrieden. Zur Anfertigung von Ersatzteilen wird das Fertigungsverfahren von 79 % der Betriebe eingesetzt. 59 % haben an diesen Prozessen nichts zu bemängeln, 20 % sind allerdings noch nicht zufrieden.

81 % nutzen Kunststoffe für die Additive Fertigung

Die meisten Unternehmen (81%) drucken mit Filamenten aus Kunststoff wie etwa ABS, PLA oder PETG. Zusätzlich sind auch Verbundstoffe (49%) bereits weit verbreitet. 38 % arbeiten mit Metallen. Weniger bekannte Möglichkeiten wie das Drucken mit Materialien wie Keramik, Wachs, Kunstharz oder Papier werden von 32 % eingesetzt. Zement wird derzeit nur von acht Prozent der Unternehmen als Ausgangsmaterial verwendet. Filamente, mit denen Unternehmen in Zukunft gerne drucken würden, sind zum Beispiel Silikon (FQM), Holz oder holzähnliche Stoffe, Textilien und Glas, Feuerfestrohstoffe, Carbon, Wirk- und Hilfsstoffe für Tabletten, Gummi und Lebensmittel.

Potenzial besteht noch bei Geschwindigkeit und Präzision
Befragt nach den Schwierigkeiten, mit denen sich Unternehmen beim Umgang mit 3D-Druck konfrontiert sehen, gaben 29 % an, dass die Erstellung der 3D-Drucke zu viel Zeit in Anspruch nimmt. 29 % bemängelten außerdem die Qualität der Erzeugnisse als nicht zufriedenstellend. Das Gleiche gilt für Schwierigkeiten, die benötigten Formen zu bilden aufgrund von Hohlräumen oder Begrenzungen in der Größe.

Additive Fertigung als Weg aus der Krise

Der meisten Unternehmen nutzen den 3D-Druck laut der Studie für die Fertigung von Anschauungsmodellen. Grafik: Reichelt Elektronik

Beachtliche 86 % der befragten Unternehmen planen, mehr in 3D-Druck zu investieren und die Anwendung dessen in ihrem Unternehmen auszuweiten. 43 % gaben an, dies als direkte Folge der Corona-Krise zu planen. Viele sehen also in diesem Verfahren durch mögliche Kosteneinsparungen oder Angebotserweiterungen die Chance, durch die Corona-Krise verursachte Geschäftseinbußen zu kompensieren. Zwar ist das zunächst mit Ausgaben zur Anschaffung der Geräte verbunden, doch durch die resultierenden Ersparnisse ist die Profitabilität dieser Investition hoch. Generell wird die Herstellung im eigenen Unternehmen von 76 % der Befragten als sinnvoll erachtet, um Verzögerungen in der Lieferkette zu überbrücken.

Dies wird untermauert durch Angaben zu den Auswirkungen des Einsatzes von 3D-Druck auf die Wirtschaftlichkeit der befragten Unternehmen. 56 % konnten dadurch ihre Produktivität steigern, 52 % Kosten einsparen. 51 % konnte außerdem das Produktsortiment erweitern, während 41 % berichten, dass sie mithilfe von 3D-Druck-Technik neue Geschäftsfelder erschließen konnten.

Diese Angaben wecken große Erwartungen hinsichtlich des Zukunftspotenzials von 3D-Druck-Verfahren, die durch weitere Umfragewerte bestätigt werden: 35 % der teilnehmenden Unternehmen planen die Einführung eigener Herstellung durch beispielsweise 3D-Druck in den kommenden zwölf Monaten. Darüber hinaus sind sich 55 % sicher, dass der 3D-Druck in den nächsten ein bis zwei Jahren einen höheren Stellenwert in der Lieferkette einnehmen wird.

sk

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