Stratasys öffnet FDM-Verfahren für Fremdmaterial

Mit einer "Open Material" Lizenz lassen sich künftig auf FDM-3D-Druckern von Stratasys auch Fremdmaterialien von Drittanbietern verarbeiten. Foto: Stratasys

Wie Stratasys am Tag vor der Formnext bekannt gab, lassen sich bei FDM-Druckern künftig mit einer „Open Material”-Lizenz auch Fremdmaterialien nutzen.

Stratasys, einer der weltweit führenden Anbieter von Polymer-3D-Drucklösungen, gab am 15. November 2021 bekannt, dass künftig im Rahmen einer jährlichen „Open Material”-Lizenz auch Fremdmaterialien von Drittanbietern für FDM-3D-Drucker verwendet werden können.

Nach Stereolithographie ist jetzt auch bei FDM-Fremdmaterial einsetzbar

Das Unternehmen unterstützt bereits eine offene Materialverfügbarkeit für Stereolithographie-3D-Drucker der Neo-Serie sowie für die kürzlich angekündigten 3D-Drucker Stratasys Origin One und Stratasys H350. Durch die Ausweitung dieses Materialökosystems auf die FDM-Technologie ermöglicht Stratasys seinen Kunden, neue Anwendungen für anspruchsvolle Anforderungen mit mehreren Materialquellen zu realisieren.

Stratasys hat in diesem Jahr sein Materialökosystem für P3-, SAF- und Stereolithographie-3D-Drucksysteme schnell erweitert und bietet den Kunden eine Reihe von Materialien an. So führte das Unternehmen im September eine „Open Material”-Lizenz für die P3-basierte Origin One ein, zusammen mit zwei neuen Loctite-Materialien von Henkel. Jetzt bietet Stratasys weitere Materialinnovationen für die beliebten und zuverlässigen FDM-Systeme an.

Vergrößerte Materialvielfalt

„Innovative Materialien sind der Treibstoff für die additive Fertigung“, sagte Hugo da Silva, Vice President Additive Manufacturing bei Covestro, einem führenden Anbieter von Premium-Polymeren. „Wir benötigen deshalb eine größere Vielfalt an Materialien, um möglichst viele Fertigungsanwendungen abzudecken. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Kunden ein Höchstmaß an Vertrauen in die Leistungsfähigkeit dieser Materialien haben. Das neue Programm von Stratasys ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Branche, und wir freuen uns darauf, ein bedeutender Anbieter von FDM-Filamenten zu sein.”

Dick Anderson, Senior Vice President Manufacturing, sagte, dass dieses neue Materialökosystem die immer zentralere Rolle der Additiven Fertigung für Stratasys-Kunden widerspiegelt. „Unsere Kunden benötigen in ihren Unternehmen dringend und im großen Umfang die Vorteile der Additiven Fertigung – zur Erfüllung der kundenspezifischen Anforderungen und um Nachhaltigkeit, Kostenwettbewerbsfähigkeit und Agilität sicherzustellen”, sagte er. “Unser dreistufiges Materialökosystem wird dazu beitragen, unseren Kunden Materialinnovationen schneller zur Verfügung zu stellen, damit wir weiterhin sicherstellen können, dass die vertrauenswürdigste und zuverlässigste Plattform für die Additive Fertigung ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der globalen Fertigungswirtschaft ist.” 

Dreistufiges Materialökosystem

Das Materialökosystem von Stratasys umfasst damit drei Kategorien:

Stratasys Preferred: Bevorzugt von Stratasys für seine Kunden zur Realisierung von Anwendungen mit höchster Leistung. Diese Materialien bieten nach Überzeugung von Stratasys die beste Kombination aus Material und Druckerleistung. Sie werden entweder von Stratasys oder von Materialpartnern entwickelt.

Stratasys Validated: Von Stratasys anhand von grundlegenden Zuverlässigkeitstests validierte Materialien, um die Erweiterung der auf dem Markt verfügbaren Materialoptionen zu beschleunigen. 

Open: Nicht validierte Materialien, die im Rahmen einer „Open Material”-Lizenz (OML) verfügbar sind. Wie Stratasys erklärt, bieten diese Materialien möglicherweise einzigartige Eigenschaften und das Potenzial für neue Anwendungen, aber sie wurden noch nicht auf einem Stratasys-Drucker hinsichtlich Leistung und Funktionalität überprüft oder optimiert.

Von Stratasys validierte Materialien werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 für Kunden von FDM-3D-Druckern verfügbar sein, zunächst auf der Fortus 450mc.

Kunden erhalten Zugriff auf die Druckparameter

Wie Stratasys erklärt, bietet das Unternehmen nun ein progressiv verwaltetes, offenes Materialökosystem für die branchenweit umfassendsten additiven Technologien auf Polymerbasis, das die breiteste Palette an optimierten und validierten Materialien bereitstellt. Über die Drucksoftware Grab CAD haben Kunden nun Zugriff auf die Druckparameter des Systems, um die Materialeigenschaften nach Bedarf zu verfeinern und die Leistung der Teile zu optimieren.

Alle von Stratasys empfohlenen (Preferred) und validierten (Validated) Materialien für Stratasys-Systeme können von Stratasys und über die Kanäle der Vertriebspartner erworben werden.

gk

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