Stadion: LED-Flutlicht ohne störendes Streulicht

Ein neues LED-Flutlicht im Stadion von Helsinki erzielt eine große Helligkeit, ohne dass Streulicht die Zuschauer blendet. PMMI-Linsen lenken das Licht.

Im Olympiastadion von Helsinki beleuchtet ein neuartiges LED-Flutlicht das Spielfeld, ohne störendes Streulicht in den Zuschauerrängen. Dafür sorgt LED-System aus Blenden, Reflektoren und Linsen aus dem Hochleistungskunststoff Polymethylmethacrylimid (PMMI).

Alternative zu klassischem 2.000-Watt-Flutlicht

Hohe Kontraste für Sportler und Zuschauer, flickerfreie Helligkeit für Superzeitlupen, intensive Farben – Flutlichtanlagen in Stadien müssen viel leisten. Das neue LED-Flutlichtsystem vereint große Helligkeit mit einer angenehmen Entblendung und einer hervorragenden Farbwiedergabe. „Das ist für LED-Systeme geradezu revolutionär und die erste energieeffiziente Alternative zu klassischen 2000-Watt-Flutlichtanlagen“, erläutert Wieland Rödel, Head of Sport & Area Lighting bei der Siteco Beleuchtungstechnik. Siteco hat den neuartigen Hochleistungsfluter namens Sirius entwickelt, der jetzt in Helsinki eingesetzt wird.

In Zahlen heißt das: ein gut 30 % effizienterer Betrieb im Vergleich zu einer äquivalenten Altanlage und mehr als 300 gesparte Tonnen CO2 in den nächsten 20 Jahren bei erwartungsgemäßem Betrieb des Stadions.

LED-Flutlicht effizient lenken

Herzstück der neuen Flutlichtanlage ist ein LED-System aus aufeinander abgestimmten Blenden, Reflektoren und optischen Hochleistungslinsen aus Pleximid TT50. Pleximid ist ein hochwärmeformbeständiges PMMI von Röhm. Spritzgegossene Linsen aus Pleximid verfügen neben guten optischen Eigenschaften auch über eine hohe Abbildegenauigkeit. Dies trägt dazu bei, das Licht präzise gerichtet auf das Spielfeld zu bringen.

Das neuartige LED-Flutlichtsystem Sirius der Siteco Beleuchtungstechnik mit Optiken aus Pleximid (PMMI). Foto: Siteco

„Die Optiken sind ein wesentliches Element unseres neuen Flutlichtsystems, weil sie das Licht fokussieren und damit den Wirkungsgrad erhöhen“, erläutert Rödel. Dafür ist es wichtig, dass jede Linse perfekt ist und beispielsweise keine Schlieren im Inneren oder Unebenheiten auf der Oberfläche aufweist, an denen das Licht gestreut würde.

René Kogler, Leiter Produktmanagement für Lighting, Extrusion, Optics bei Röhm, ergänzt:  „Pleximid TT50 ist für langlebige Vorhaben wie in Stadien ideal, denn unser Material hat eine hohe Witterungs- und Wärmeformbeständigkeit und ermöglicht so eine gleichbleibende Lichtqualität über einen sehr langen Zeitraum“, erläutert.

Deutlich weniger Streulicht

„Durch das Zusammenspiel von LEDs, Design und PMMI-Linsen konnten wir bei dem neuen Flutlicht das Streulicht minimieren“, erklärt Rödel. „Der Zuschauerraum wird also nur schwach beleuchtet.“ Das bedeutet: Ohne störendes Streulicht nehmen die Zuschauer die Aktionen auf dem Spielfeld noch direkter, schärfer und farbintensiver wahr. „Es entsteht ein sehr schöner Stage-Effekt, der zu einem besseren Kontrast für den Zuschauer führt“, erläutert Rödel.

„Obwohl wir Plexiglas (PMMA) und die höher wärmeformbeständige Variante Pleximid (PMMI) schon seit vielen Jahren kennen und einsetzen, war die Entwicklung der Linsen für das neue Flutlichtsystem eine Herausforderung“, erzählt Rödel. Nach vielen Tests und dank des Know-hows des Verarbeiters Karl Jungbecker und der Unterstützung durch Röhm erfüllte die Qualität schließlich die hohen Anforderungen für das neuartige Flutlichtsystem.

Lichtqualität übertrifft Standards

Zwölf verfügbare Lichtverteilungen – von extrem fokussiert bis breitstrahlend – ermöglichen individuelle Planungen für nahezu jede Art von Stadion: von der klassischen 4-Mast-Anlage bis zur WM-Arena – mit einer Lichtqualität, die FIFA- und UEFA-Standards übertrifft und sowohl Fernsehaufnahmen in Ultra HD als auch in 8K ermöglichen.

mg