Spritzgießautomaten hochgradig automatisiert

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Insgesamt sechs Anwendungen – die meisten sind mit Automation ausgestattet – zeigt Spritzgießautomatenhersteller Boy ab Ende September in seinem Technikum.

Statt wie ursprünglich geplant auf der Fakuma, zeigt Boy seine Spritzgießautomaten in seinen eigenen Räumen in Neustadt-Fernthal. Den Anfang der Präsentation machen eine XXS und eine XS, die mit unterschiedlich großen Spritzeinheiten die gesamte Leistungsbandbreite der beiden kompakten Spritzgießautomaten demonstrieren. Dabei produziert die XXS mit Schneckenkolben-Plastifiziereinheit von 8 mm Durchmesser ein kleines Zahnrad mit 0,2 g Teilegewicht aus PA 6. Demgegenüber wurde die noch etwas kompaktere XS mit der größtmöglichen Spritzeinheit ausgestattet. Angusslos werden formschöne Eierbecher aus einem biologisch abbaubarem Fibrolon mit Holzfaseroptik gefertigt.

Eine kompakte Fertigungsanlage – bestehend aus einer 35 E, dem eigens entwickelten Linearhandling LR 5 von Boy und einer Schutzumhausung gemäß Euromap 78 – zeigt die automatisierte Fertigung von Delikatessenschalen. Sie werden aus einem PLA gefertigt, das zu 75 % biologisch abbaubar ist. Die Delikatessenschalen werden aus dem offenen Werkzeug mit dem Handling LR 5 entnommen und auf einem Förderband abgelegt. Die gesamte Fertigungseinheit benötigt lediglich eine Aufstellfläche von unter 4,8 m².

Ein weiteres Exponat ist ein 60 E mit integriertem Handlinggerät LR 5. Die darauf gefertigten Spritzteile – Lineale aus einem NAS 30 – werden mittels Laser im Anschluss gekennzeichnet. Über einen Schiebetisch gelangen die gespritzten Lineale in ein lichtgeschütztes Gehäuse, bei dem der Nonius des Lineals von einem Laser eingebrannt wird. Die gesamte Fertigungsanlage mit Schutzzaun und Förderbändern steht auf nur 9 m² Aufstellfläche.

Eine 80 E hybrid mit elektromechanisch angetriebener Spritzeinheit (E-Drive) produziert Designteller aus sogenanntem Ocean-Plastic. Foto: Boy

Rezyklat-Anwendung auf 80 E

Das maschinentechnische Highlight im Boy-Technikum ist eine 80 E hybrid mit elektromechanisch angetriebener Spritzeinheit (E-Drive). Sie produziert Designteller aus sogenanntem Ocean-Plastic von Tide Ocean. Das Schweizer Unternehmen lässt durch Kooperationspartner gebrauchte Kunststoffteile – vorwiegend leere PET–Flaschen – aus den Weltmeeren, auf Inseln sowie Küstenabschnitten sammeln. Diese Kunststofferzeugnisse werden sortiert, gewaschen, geschreddert und dann in die Schweiz transportiert. In einem mehrstufigen Verfahren wird der Wertstoff ohne Additive mit einem mechanischen Prozess für eine Wiederverarbeitung aufbereitet.

Die neue Zwei-Pumpen-Technologie des Spritzgießautomaten ermöglicht die Parallelfunktionen von „Werkzeug Schließen“ und „Einspritzen“ des aufgeschmolzenen Kunststoffgranulats in das verriegelnde Werkzeug.

Spritzgießautomat mit Cobot

Das perfekte Zusammenspiel von einem Spritzgießautomat, einem Zusatz-Spritzaggregat 2C S, dem Linearhandling LR 5, einem kollaborierendem 7-Achs-Roboter und weiteren Peripheriegeräten wie Drucker und einer Kaffeemaschine wird mit einer Anwendung auf der 125 E deutlich. Gefertigt werden 2K–Trinkbecher, die mit einem individuellen QR-Code bedruckt werden. Befüllt mit dem ausgewählten Heißgetränk, wird der Becher vom Cobot direkt in die Hand des Besuchers serviert.

Ab dem 28. September 2020 stehen für die interessierte Besucher die sechs eigentlich für die Fakuma geplanten Highlights im Technikum von Boy bereit. Das Unternehmen bittet dazu um eine vorherige Anmeldung, um so die Coronavirus-bedingten Maßnahmen konsequent umzusetzen und einzuhalten.

sk

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