So klappt die Prüfung von Kunststoffgranulat bei Sortco

Hilger Groß, Leiter Vertrieb und QM bei Sortco, zeigt das Purity Concept V von Sikora zur Inspektion und Analyse von Kunststoffgranulat. Foto: Sikora

Der Kunststoff-Sortierdienstleister Sortco setzt auf Sikoras Inspektions- und Analysegerät Purity Concept V für die Stichprobenprüfung von Granulaten.

Als Spezialist für die optische und mechanische Sortierung von Form- und Farbabweichungen bei Kunststoffgranulaten hat Sortco den Anspruch, hochreine Ware an die Kunden zu liefern – und dabei ist die Prüfung elementarer Bestandteil. Seit 2015 ist Sortco als Lohnsortierer tätig und bereitet Kunststoffgranulat entsprechend der Kundenbedürfnisse professionell auf. Im März 2021 hat das Unternehmen in Niederzissen ein neues, hochmodernes Sortierdienstleistungszentrum eröffnet, in dem sowohl optisch anspruchsvolle technische Kunststoffe als auch Standardkunststoffe gereinigt werden.

„Das Ziel aller Sortieraufträge ist eine hochreine Ware“, sagt Hilger Groß, Leiter Vertrieb & Qualitätsmanagement (QM) bei Sortco. „Wir haben den Anspruch, unseren Kunden Material so sauber zu liefern, dass es dem Neumaterial mindestens gleichwertig ist. Daher umfasst unsere Sortierung eine 100-Prozent-Prüfung aller einzelnen Granulate.“

Die Sortierung wird mittels unterschiedlicher Prüfverfahren durchgeführt. Zur optischen Inline-Inspektion und automatischen Sortierung setzt Sortco in seinen Anlagen zwei Purity Scanner Advanced von Sikora ein. Im Anschluss an die Sortierung erfolgt die Stichprobenuntersuchung des Granulats zur finalen Qualitätskontrolle mit Sikoras Laborprüfsystem Purity Concept V.

Menge des Granulats und Prüfhäufigkeit werden abgestimmt

„Wir untersuchen mit dem System eine mit dem Kunden definierte Granulatmenge und vereinbaren die Prüfhäufigkeit. Bei 1000 kg Granulat werden beispielsweise zwischen ein und drei Proben von jeweils circa 100 g geprüft“, erklärt Groß. Dabei wird das Prüfgut auf dem Probenträger verteilt, automatisch durch den Inspektionsbereich geführt und innerhalb weniger Sekunden durch eine Kamera inspiziert. Ein Projektor markiert kontaminiertes Material farblich direkt auf dem Probenträger. Parallel wird das kontaminierte Material am Monitor mit Angabe der Größe der Verunreinigung angezeigt und markiert. Einzelne kontaminierte Pellets können ausgewählt und vergrößert werden. Auf dem Probenträger werden diese gleichzeitig optisch per Fadenkreuz visualisiert.

System von Sikora für die Prüfung punktet mit Schnelligkeit

Detektierte Kontaminationen werden während der Prüfung farblich hervorgehoben auf dem Probenträger sowie in der Software. Foto: Sikora

Es gibt einige Prüfverfahren zur Stichprobenkontrolle von Kunststoffgranulat am Markt. Das Inspektions- und Analysesystem von Sikora ist nach Einschätzung von Sortco aufgrund seiner Funktionalität, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit aber führend in diesem Bereich. Groß: „Nur bei Sikora liegt das Prüfgut ohne Bewegung auf einem Probenträger, sodass das Analysebild eine unübertroffene Bildqualität aufweist. Bei alternativen Systemen ist das Prüfgut in Bewegung, wodurch Unschärfen des Bildes eine eindeutige Bewertung erschweren. Mit dem Purity Concept V können wir sehr schnell, sehr einfach und vor allem reproduzierbar verlässliche Aussagen über die Produktqualität treffen.“

Ein klarer Wettbewerbsvorteil ist nach Aussagen von Groß der Projektor: „Alle detektierten Kontaminationen werden über einen Lichtpunkt beziehungsweise über ein farbiges Fadenkreuz exakt gekennzeichnet und können leicht vom Probenträger entnommen werden. Diese können weiter untersucht und analysiert werden, um einen Rückschluss auf die Fehlerursache zu ziehen.“

Prüfbericht entspricht den Anforderungen der ISO 9001:2015

Purity Concept V ist ein automatisiertes Leuchttischsystem zur Offline-Inspektion und Analyse von Kunststoffmaterial. Foto: Sikora

Eine klare Zuordnung der Kontamination und Nachkontrolle sind jederzeit möglich und müssen nicht manuell durch den Bediener erfolgen. Auch der klar strukturierte Prüfbericht, als Qualitätsprüfzeugnis für den Kunden, der den Anforderungen der ISO 9001:2015 entspricht sowie die Prüfgeschwindigkeit von nur circa 15 Sekunden pro Probenuntersuchung nennt Groß ebenfalls klare Vorteile des Systems. „Inklusive aller Handgriffe haben wir innerhalb von zwei Minuten ein repräsentatives Prüfergebnis. Das ist am Markt unschlagbar.“

Es gibt kaum Kontaminationen, die das System nicht erkennt. Das Purity Concept V (hier ist die Technologie dahinter genauer erklärt) ist dem menschlichen Auge weit überlegen. Menschen erkennen zunächst einmal nur große Kontraste, kleinere und hellere Fehler werden übersehen. Das System identifiziert sofort alle Farbabweichungen ab einer Größe von 50 µm. Das sind oftmals Verbrennungen des Polymers in unterschiedlicher Intensität, die so genannten Black Specks, Stippen, Burns oder auch Brown oder Yellow Specks. Erfasst werden die Größe und Anzahl aller farblichen Defekte und Kontaminationen im Granulat.

Prüfdaten werden von Sortco lange gespeichert

Es können eine unbegrenzte Zahl an Einzelprüfungen oder alternativ Serienprüfungen durchgeführt werden. Bis zu 100 Einzelprüfungen können zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst werden. Die Prüfergebnisse werden dokumentiert und dem Kunden nach erfolgtem Auftragsabschluss automatisch mit den Sortierergebnissen und der Mengenbilanz zur Verfügung stellt. Üblicherweise werden Prüfmuster zwölf Monate aufbewahrt. Aber auch darüber hinaus sind die Prüfdaten bei Sortco verfügbar, sodass Kunden zum Beispiel im Falle einer Reklamation des Endverbrauchers darauf zurückgreifen können.

Innovative und zuverlässige Systeme zur Reinheitsprüfung sind für die Sortierung bei Sortco essentiell. Auch zukünftig werden laut Groß Inspektions- und Sortiersysteme in der Industrie weiter an Bedeutung gewinnen. Dies liege an den steigenden optischen Ansprüchen an die Produkte, aber auch an den hohen Kosten bei Maschinenstillständen und Reparaturen von Heißkanalsystemen und Spritzgießwerkzeugen. Gleichzeit verringern sich durch die Sortierung die Spritzgießabfälle, wodurch sich neben den wirtschaftlichen Vorteilen auch die Umwelt schonen lässt. Aus diesem Grund will Sikora auch den Geschäftsbereich Plastics weiter ausbauen, wie Vorstand Dr. Jörg Wissdorf im Februar 2021 mit der K-ZEITUNG verriet.

Nächstes Projekt: Fehler ab einer Kantenlänge von 50 µm erkennen

„Mit der Eröffnung unseres Sortierdienstleistungszentrums in Niederzissen werden wir weitere Inspektions- und Sortiermaschinen installieren“, verrät Groß. Die Schaffung neuer Sortierkapazitäten ist hierbei nur ein Aspekt. Zukünftig geht es vor allem darum, Fehler ab einer minimalen Kantenlänge von 50 µm zuverlässig zu erkennen und bestmöglich zu separieren. „Mit Sikora haben wir einen Partner gefunden, der mit seinen Systemen diesen Anforderungen nicht nur für die Stichprobenprüfung, sondern auch für die Sortierung gerecht wird.“

sk