Smart Factory Kaiserslautern feiert 15-jähriges Jubiläum

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15-jähriges Jubiläum für die Smart Factory KL: Nicht zuletzt auf Basis der Arbeiten in Kaiserslautern wurde 2011 der Begriff Industrie 4.0 formuliert.

In diesem Jahr feiert der Verein Technologie-Initiative Smart Factory KL e.V. Jubiläum. 2005 wurde dieser von sieben Unternehmen gegründet. Heute sind über 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen Mitglieder und forschen gemeinsam an der Produktion der Zukunft.

Von den Anfängen der Industrie 4.0

Als Prof. Detlef Zühlke 2004 eine der ersten sogenannten „Smart Home“ Messen besuchte, fragte er sich: „Wenn ‚Smart Homes‘ die Zukunft sind, sollte man auch ‚Smart Factories‘ entwickeln können.“ Gesagt, getan. Die technische Entwicklung der Digitalisierung spielte Zühlke dabei in die Hände: das Internet der Dinge entstand. Das DFKI beschrieb erste Cyber-Physische-Systeme und die Industrie suchte nach neuen Ideen. So entwickelte die Bundesregierung ihre Digitalisierungsstrategie - stark geprägt durch die Arbeiten aus Kaiserslautern - und benannte sie 2011 Industrie 4.0.

„Nachdem wir das theoretische Grundgerüst errichtet hatten“, erzählt Zühlke, „wollten die Unternehmen sehen, dass Industrie 4.0 auch in der Praxis funktioniert.“ Der Industrie 4.0 - Demonstrator war 2014 ein Meilenstein. „Damit haben wir die Unternehmen beeindruckt und wurden zum Vorbild für die ganze Welt“, so Zühlke. „Industrie 4.0 hat sich global sogar in der deutschen Schreibweise durchgesetzt.“

Production Level 4 im Fokus

Seit 2019 steht Prof. Martin Ruskowski an der Spitze der SmartFactory-KL. Mit ihm unterzogen die Wissenschaftler die bisherigen Erfahrungen mit Industrie 4.0 einer strengen Analyse. „Wir haben uns die Entwicklung genau angesehen. Was haben die Unternehmen gemacht? Was haben wir bisher durch den Bau der Demonstratoren gelernt?“, erzählt Ruskowski. „Wir haben festgestellt, dass in der industriellen Praxis, bei aller Digitalisierung von Maschinen, an der eigentlichen Struktur der Produktionssteuerung bis heute nicht gerüttelt und die ursprüngliche Vision autonomer Produktionsmodule noch nicht umgesetzt wurde.

Dazu kommen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und weiterentwickelte Techniken, wie Methoden de Künstlichen Intelligenz. Deshalb benötigte der Begriff Industrie 4.0 ein Update.“ Es erhielt den Namen Production Level 4 und steht für größere Flexibilität in der Produktion, maximale Autonomie, Produktionsresilienz, eine neu definierte Rolle des Menschen, sowie eine Architektur, die auf fähigkeitsbasierter Kapselung von Produktionsschritten durch eine Bot gesteuerte Struktur aufbaut.

„Wir denken die Fertigung autonom und molular“

Praktisch wurde die Idee in einem ersten Schritt mit Mitgliedsunternehmen umgesetzt. Es entstand ein neuer, modular erweiterbarer Demonstrator, der den Weg in eine europaweite Vernetzung von autonomen Produktionsanlagen im geplanten Gaia-X Verbund aufzeigt. „Wir denken die Fertigung autonom und molular“, sagt Ruskowski, „und über räumliche Grenzen hinweg. Für das europäische Cloud-Projekt Gaia-X wird der Demonstrator in Kaiserslautern eine zentrale Rolle spielen.“

Insofern ist es nur logisch, dass Prof. Zühlke 2019 den Dachverband Smart Factory-EU gründete. „Deutschland ist zu klein für unsere Visionen, wir brauchen Europa“, sagt er verschmitzt. „Es ist unser Job, der Zeit voraus zu sein“, ergänzt Ruskowski.

Jubiläum mit Gästen aus der Industrie

Zum Jubiläum sind verschiedene Live-Talks mit Vertretern aus der Industrie geplant:

  • Prof. Detlef Zühlke (Gründer und Ehrenmitglied des Vorstandes der Smart Factory-KL. Aktuell ist er aktiv für die europäische SmartFactory-EU)
  • Prof. Martin Ruskowski (Vorstandsvorsitzender der SmartFactory-KL, Leiter des Fachbereiches Innovative Fabriksysteme am DFKI und Lehrstuhlinhaber an der TU Kaiserslautern. Er formuliert die Vision Production Level 4, das Update von Industrie 4.0)
  • Gunther Koschnick (Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation. Vor seinem Wechsel in den ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) u.a. tätig bei ABB)
  • Hartmut Rauen (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA (Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus). Studium des Maschinenbaues an der RWTH Aachen. Experte für Industrie 4.0. Erwartet werden Grußworte von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wirtschaftsminister Volker Wissing (beide Rheinland-Pfalz) und Prof. Arnd Poetzsch-Heffter, Präsidenten der TU Kaiserslautern

Ausgestrahlt wird das Ganze über den hauseigenen Youtube-Kanal.

db

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