SKZ: Spritzgießmaschine erleichtert Duroplast-Forschung

Für die Duroplast-Forschung und -Weiterbildung hat Engel dem SKZ eine E-Motion Spritzgießmaschine zur Verfügung gestellt. Robert Held (links) und Ulrich Schätzlein, beide Ausbilder beim SKZ im Bereich Spritzgießen, freuen sich über den Neuzugang. Foto: SKZ

Das SKZ in Würzburg hat von Engel eine E-Motion Spritzgießmaschine für die Forschung und Weiterbildung bei der Duroplast-Verarbeitung erhalten.

Die vollelektrische Spritzgießmaschine E-Motion 740/160 mit 1600 kN Schließkraft, die Engel dem SKZ für die weitere Erforschung und Weiterbildung der Duroplast-Verarbeitung zur Verfügung gestellt hat, ist vollumfänglich ausgestattet. So können damit grundlegende Untersuchungen zum Vernetzungsverhalten oder zum Einfluss von Chargen-Schwankungen bei den Ausgangsmaterialien durchgeführt werden. Gemeinsam mit Partnerfirmen arbeitet das SKZ bereits an Forschungsprojekten zur Vernetzungserkennung. Weitere Projekte befinden sich in der Konzeption beziehungsweise Vorbereitung.

Forschung: Vergleich von Simulations- mit realen Ergebnissen

Zusätzlich befasst sich das SKZ mit den Soll-Ist-Vergleichen von Simulationsergebnissen bei duroplastischen Formmassen. Generell sind die Erfahrungen bei den vernetzenden Materialien bei weitem noch nicht so umfangreich wie bei thermoplastischen Kunststoffen. Mit der neuen Maschine ist das SKZ in der Lage, theoretische Berechnungsergebnisse mit realen Praxisversuchen an Duroplasten zu vergleichen und zur Optimierung der Software beizutragen.

Die Maschine ist mit zwei Duroplast-Spritzeinheiten für jeweils Bulk Molding Compound (BMC) und rieselfähige Materialien sowie einer konventionellen Thermoplast-Spritzeinheit ausgerüstet. Für die exakte Steuerung, Überwachung und Auswertung der Prozesskennwerte ist die Anlage zusätzlich mit den Smart-Machine-Produkten von Engel bestückt. Mit dem Assistenzsystem IQ Flow Control werden zum Beispiel durch das Wasserverteilsystem E-Flomo bei der Thermoplast-Verarbeitung die Temperaturen des Spritzgießwerkzeugs und bei der Verarbeitung von vernetzenden Materialien die Temperaturen des Plastifizierzylinders exakt über die Maschine geregelt.

Weiterbildung zum Thema Duroplaste ab dem zweiten Quartal 2021

Die neue Maschine vervollständigt zudem das Bildungsangebot des SKZ. In der Ausbildung IHK-geprüfte/-r Industriemeister/-in „Kunststoff und Kautschuk“ werden neben den bereits bestehenden Praktika zum Spritzgießen, Tiefziehen, Blasformen, Extrudieren und zur additiven Fertigung von Thermoplasten zukünftig auch praktische Anteile bei der Verarbeitung von vernetzenden Materialien eingebunden. Auch das Bildungsangebot des SKZ wird ab dem zweiten Quartal 2021 durch Kurse in der Verarbeitung und Qualitätssicherung von Duroplasten erweitert. So gibt es etwa einen Basiskurs zum Spritzgießen von Duroplasten.

Duroplaste feiern derzeit ein Comeback. Einsatz finden sie etwa als Ersatz von teuren Hochleistungsthermoplasten mit hoher Temperaturbeständigkeit und gefordertem Flammschutz in der E-Mobilität. Ein umfangreiches Know-how zur Verarbeitung von Duroplasten ist daher essenziell für zukunftsträchtige Industriezweige.

sk