Siebtes Rekordjahr in Folge in Sicht

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Zufriedene Gesichter bei der Wittmann Gruppe: Im laufenden Jahr wird der Umsatz aller Voraussicht nach um knapp 7 % auf 430 Mio. EUR steigern.

„Der Umsatz könnte noch höher ausfallen, doch verschiedene Komponenten wie etwa Motoren oder Getriebe sind derzeit nicht in ausreichender Zahl am Markt zu kaufen“, sagte Michael Wittmann, Geschäftsführer von Wittmann Kunststoffgeräte, auf der Pressekonferenz seines Unternehmens am ersten Messetag.

Allerdings sieht er leichte Wolken am Konjunkturhorizont aufziehen: „Der Motor läuft nicht so gut wie gewohnt. Der Auftragseingang liegt 5 % unter dem Niveau von 2017. Vor allem seit August ist es relativ ruhig geworden. Diese kleine Abschwächung könnte ein Wendepunkt sein.“

Rückläufig seien die Geschäfte mit großen Spritzgießmaschinen und mit zentralen Peripheriegeräten. Als gut bis sehr gut bezeichnete er den Auftragseingang bei den Maschinen der Smartpower- und der Micropower-Baureihe sowie bei Mehrkomponentenmaschinen. Auch Roboter und Automatisierung seien stark nachgefragt, ebenso Stand-Alone-Peripheriegeräte.

Geringere Nachfrage registriert die Wittmann Gruppe in Europa und auch in Asien. Hingegen liege man in Nord- und Südamerika über dem Vorjahr. Er bezeichnete dies als „Trump-Effekt“: Unternehmen verlagern, so seine Beobachtung, ihre Produktion zunehmend von China in USA-nahe Standorte. Davon profitiere zum Beispiel der mexikanische Markt.

Ungeachtet einer leichten Konjunkturdelle in den vergangenen Monaten erweitert die Unternehmensgruppe den Standort in Kottingbrunn, wo Spritzgießmaschinen gefertigt werden: Nachdem die Produktion erst Ende vergangenen Jahres erweitert, im Frühjahr 2018 das Bürogebäude für den Vertrieb aufgestockt und die Schneckenfertigung ausgebaut worden war, baut Wittmann Battenfeld derzeit ein neues Entwicklungstechnikum. Dessen Fertigstellung ist für Ende des Jahres angepeilt. Neu gebaut wird in Kottingbrunn außerdem ein dreistöckiges Bürogebäude für Technik, Produktion, Qualität und Personalwesen. Es soll im dritten Quartal nächsten Jahres bezugsfertig sein. Und schließlich soll 2020 der Baubeginn für eine Hallenerweiterung erfolgen – für ein vollautomatisches Logistikzentrum, für die Montage der Vertikal- und Rundtischmaschinen sowie für die Montage von Sonderanlagen.

Auch an den Wittmann-Battenfeld-Standorten in Deutschland, Tschechien, Italien und Frankreich wird derzeit gebaut. In Deutschland hat das Unternehmen zudem zum 1. Oktober die Wittmann Battenfeld GmbH & Co. KG in Meinerzhagen mit der Wittmann Robot Systeme GmbH in Nürnberg zu einem Unternehmen verschmolzen, das den Namen Wittmann Battenfeld Deutschland GmbH trägt. Geschäftsführer des neuen Unternehmens mit Hauptsitz in Nürnberg ist Klaus Ehlig, bislang schon Geschäftsführer in Meinerzhagen. Der einfache Grund für die Zusammenlegung ist laut Michael Wittmann, dass sich sein Vater Dr. Werner Wittmann aus der Geschäftsführung in Nürnberg zurückziehen will.

Strategisches Invest in MES-Anbieter

Doch die Unternehmensgruppe investiert nicht nur in seine Standorte, sondern auch in strategisch wichtige Unternehmensfelder: So wurde kürzlich eine Beteiligung am italienischen MES-Anbieter ICE-Flex bekanntgegeben. „Wir sehen einen Bedarf an MES-Know-how für unser Unternehmen – und hatten in der Vergangenheit etwas Pech bei der Wahl unserer MES-Partner“, so Wittmann. „Der erste Partner ging pleite und der zweite, TIG, wurde von Engel aufgekauft. Um uns das Know-how von ICE-Flex nachhaltig zu sichern, haben wir uns mit einem ausreichend großen Anteil am Unternehmen gesichert. Komplett kaufen wollten wir ICE-Flex aber nicht, das wir MES nicht als unser Kerngeschäft sehen.“

Auf der Fakuma stellt Wittmann zusammen mit der neuen Partnerfirma das MES-Paket Temi+ vor, das sowohl Spritzgießmaschinen als auch Peripheriegeräte rund um die Maschine abdecken kann. Damit ist erstmalig für ein MES-Standardprodukt eine vollständige und lückenlose Datenakquise und Auswertung der Qualitätsparameter aller, an einer Produktion eines Teiles beteiligten Geräte möglich. Bisher wäre das nur mit Hilfe von umfangreichem und teurem Programmieraufwand machbar gewesen, wobei jegliche Produktionsumstellung erneut eine Umprogrammierung erfordern würde.

sk

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