Schwere Werkstücke und Bauteile bis 80 t sicher wenden

Nach Beladung durch einen Kran oder Gabelstapler ist der Tool Mover in der Lage, jegliches Werkstück oder Bauteil bis zu einem Gewicht von 80 t um 90° zu wenden. Foto: Leiritz Maschinenbau

Kontrolliertes Wenden ohne Gefährdung: Geschlossen konstruierter Tool-Mover kippt schonend wertvolle Bauteile und Werkstücke bis 80 t.

Bei zahlreichen industriellen Anwendungen müssen täglich Werkstücke oder Werkzeuge mit mehreren Tonnen Gewicht gewendet werden. Nicht selten kommt dabei eine zum Kippen neigende Form des Objekts hinzu, die ein gefahrloses Wenden erschwert. Hallenkräne sind für diese Manöver nur bedingt geeignet, da das Werkstück bei ungünstigem Handling in die Anschlagseile fallen und damit das Hebezeug beschädigen sowie in der Nähe befindliche Personen lebensgefährlich verletzen kann. Zudem darf das Werkstück aufgrund der Vorgaben der Berufsgenossenschaft Holz und Metall nicht per Schrägzug über den Boden geschliffen werden. Deshalb kommen hier oft elektrisch betriebene Werkzeugwender zum Einsatz, die jedoch nicht die nötige Flexibilität bieten, um das Werkstück adäquat zu wenden. Bei diesen Maschinen stellen offene Scher- und Quetschstellen mit scharfen Kanten oder nicht geschützten beweglichen Teilen des Antriebs eine Gefahr für den Bediener dar.

Werkstück gefahrlos um 90° drehen

„Wendevorgänge von Werkstücken im industriellen Maßstab sind immer und unter allen Umständen eine Herausforderung“, erzählt Sebastian Ehard, Geschäftsführer der Leiritz Maschinenbau GmbH. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden und gleichzeitig ein Gerät mit maximalem Spielraum zur Individualisierung zu bieten, fertigt Leiritz seit 2018 den Tool Mover Pro Tech. Nach Beladung durch einen Kran oder Gabelstapler ist das kompakte Gerät in der Lage, jegliches Werkzeug oder Bauteil bis zu einem Gewicht von 80 t um 90° zu drehen. Die etwa viertelkreisförmige Vorrichtung mit zwei zueinander im rechten Winkel stehenden Auflageplattformen wird dabei von unten durch einen Motor mit Frequenzumrichter betrieben, der ein möglichst sanftes An- und Abfahren des Wendevorgangs garantiert. Zusätzlich kann die Zwischenposition nach dem Aufrichten variabel und stufenlos bei weniger als 90° fixiert werden, was ein unbeabsichtigtes Kippen verhindert.

Individuelle Fertigung nach Kundenwunsch

Der Tool Mover ist auch in einer Ausführung ohne elektrischen Antrieb erhältlich. Foto: Leiritz Maschinenbau

Je nach Form und Empfindlichkeit des Werkstücks können dabei unterschiedliche Anpassungen des Geräts vorgenommen werden, sodass die Wendevorrichtung in verschiedensten  Bereichen wie dem Formenbau oder der Stanztechnik, aber auch in der Automobilindustrie oder der Gießereibranche eingesetzt werden kann. „Sollen beispielsweise besonders asymmetrische Teile mit dem Tool Mover bewegt werden, können wir die Auflageplattform anpassen und gegebenenfalls Zusatzelemente und Hilfsmittel entwerfen“, erklärt Ehard. „Für das Wenden von Coils besteht wiederum die Möglichkeit, eine C-Haken-Öffnung sowie ein Auflageprisma zu integrieren.“ Als Kontaktmaterial zwischen Coil und Prisma oder Werkstück und Plattform werden dabei verschiedene Schonbeläge eingesetzt, die Schutz für die Oberfläche des Materials bieten.

Sicheres Wenden durch geschlossene Bauweise

Um den Werkzeugwender auch für den Bediener möglichst sicher zu gestalten, wurde der Tool Mover in geschlossener Bauweise konstruiert, sodass sämtliche Antriebsteile und beweglichen Elemente verdeckt sind. Scher- und Quetschstellen wurden zur Vermeidung von Verletzungen auf ein Minimum reduziert. Ein Signalgeber sorgt außerdem dafür, dass der Beginn des Wendevorgangs sowohl optisch durch ein Blitzlicht als auch akustisch durch einen Warnton von der Umgebung wahrgenommen wird. Optional können auch lasergesteuerte Scanner oder Sicherheitslichtgitter installiert werden, die zusätzlich garantieren, dass sich nichts im gefährdeten Arbeitsbereich befindet und damit auch keine Verletzungen beim Betrieb des Geräts möglich sind. Für Anwender mit geringeren Einsatzzeiten ist der Tool Mover auch in einer Ausführung ohne elektrischen Antrieb erhältlich. „Bei dieser gebrauchsmustergeschützten Variante kann die Plattform mit dem zu bewegenden Teil für den Wendevorgang über einen Kran positioniert werden“, erklärt Ehard abschließend. „Durch eine innovative Abrollkontur wird sichergestellt, dass während des Wendevorgangs der Drehpunkt stets vor dem  Gesamtschwerpunkt bleibt und somit ein kontrollierter und sicherer Kippvorgang garantiert ist. Hierbei sind den Dimensionen des Werkstücks theoretisch keine Grenzen gesetzt.“

ak

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