Schutzbrillen-Hilfsaktion von Arburg und Ems

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In Kooperation mit Ems-Chemie und Uvex fertigt Arburg derzeit Schutzbrillen, die derzeit etwa in Krankenhäusern gebraucht werden.

Die Initialzündung für das Projekt Schutzbrillen erfolgte Ende März: Dr. Thomas Walther, Leiter Anwendungstechnik bei Arburg, erhielt einen „Hilferuf“ einer Ärztin aus dem Krankenhaus Rottweil. Sie habe gehört, dass Arburg auf einer Messe Schutzbrillen hergestellt habe, die sie und ihre Kollegen dringend brauchen könnten. Ob da nicht etwas zu machen sei. Walther trug diese Bitte direkt an Gerhard Böhm, Geschäftsführer Vertrieb, weiter, der sich bereits in verschiedenen regionalen Hilfsinitiativen engagiert und auch unternehmensintern bereits einige Brainstorming-Projekte in dieser Richtung angeschoben hat. Beide waren sich schnell einig, dass hier unmittelbar und mit den ohnehin zur Verfügung stehenden Ressourcen geholfen werden könnte. Böhm: „Was wir in der aktuellen Situation tun können, um als einer der weltweit größten Hersteller von Maschinen zur Kunststoffverarbeitung mit unserem Know-how und unseren Kapazitäten zu helfen, das werden wir auch entsprechend zügig umsetzen.“

20.000 Schutzbrillen in der ersten Charge

Im Falle der Schutzbrillen sei mit einigen Abstimmungs- und Koordinationsmaßnahmen zwischen den drei seit langem bereits partnerschaftlich intensiv zusammenarbeitenden Unternehmen schnell klar gewesen, dass diese Artikel mit einem relativ geringen Aufwand in relevanter Stückzahl bei Arburg hergestellt werden können. So war es gleichzeitig logisch, dass man im Stammwerk Loßburg so schnell wie möglich mit der Produktion einer ersten Charge von 20.000 Brillen beginnen würde, die Fachpersonal wie Ärzte, Pfleger, Schwestern und Einsatzhelfer zum Schutz des Augen- und Bindehautgewebes vor Kontamination nutzen können.

Uvex erhielt Schnellzertifizierung

Schnelle Hilfe: Aus einem Messe-Demonstrator wird eine sinnvolle Schutzbrille, die Fachpersonal wie Ärzte, Pfleger, Schwestern und Einsatzhelfer nutzen können. Foto: Arburg

Bereits auf der K 2019 in Düsseldorf zeigte Arburg zusammen mit dem Brillenhersteller Uvex und dem Materialhersteller Ems-Chemie die vollautomatisierte Herstellung solcher Sonnenbrillen als Messe-Demonstrator. Die unbürokratische Abstimmung zwischen den Beteiligten ergab, dass aus den damals schon sehr dichten Sonnenbrillen schnell, mit dem gleichen Werkzeug und daraus folgend gleichem Design auch Schutzbrillen herzustellen sind. Danach ging alles Weitere entsprechend rasch. Nachdem Ems dem Einsatz des Werkzeugs zugestimmt und sich Uvex bereiterklärt hatte, die Brillen durch eine Schnellzertifizierung auch für die neue Verwendung nutzbar zu machen, baute Arburg die Produktionsanlage mit Entnahme-Robot im neuen Schulungscenter in Loßburg auf.

Dort werden seit der Karwoche in einem vereinfachten Prozess die Brillen, die in einem Spritzgießvorgang „ready to use“ aus der Maschine kommen, in Serie gefertigt. Danach werden sie zur endgültigen Weitergabe manuell einzeln in Schlauchfolienbeutel mit Sicherheits- und Infodatenblättern verpackt. Das Material für die erste Brillen-Charge, rund 500 kg transparentes Grilamid TR, stellt Ems-Chemie kostenfrei zur Verfügung. Wenn die Brillenverpackungen dann mit CE-Kennzeichnung versehen und konfektioniert sind, „kann die Verteilung ziemlich sicher schon ab Anfang Mai beginnen“, so Walthers Einschätzung.

Elektrischer Allrounder 570 A fertigt Schutzbrillen

Die Brillen entstehen auf einem elektrischen Allrounder 570 A mit 2.000 kN Schließkraft und Gestica-Steuerung einteilig in einer Zykluszeit von rund 50 s. Handhabung und Ablage erfolgen mit einem Sechs-Achs-Roboter. Schlechtteile werden aussortiert und Gutteile auf einer Kühlstation abgelegt. Die Verpackung erfolgt nachgeordnet manuell über eine Verpackungsstation des Verpackungsmaschinenbauers Packmat aus Villingendorf, der ebenfalls vollkommen unbürokratisch in die Herstellungskette eintrat.

Verteilung über offizielle Stellen

Die Kooperationspartner Arburg und Ems-Chemie teilen sich die ersten 20.000 Schutzbrillen und geben sie laut Aussage von Magdalena Martullo, CEO und Hauptaktionärin von Ems-Chemie, kostenlos über offizielle Stellen an Krankenhäuser, Altersheime und Zivilschutzorganisationen in Deutschland und der Schweiz ab.

sk

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