Schülken Form setzt auf Simulationssoftware von Simcon

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Schülken Form setzt auf die Simulationssoftware Cadmould 3D-F aus dem Hause Simcon aufgrund schneller Berechnungsprozesse.

Geht man durch die lichtdurchfluteten Produktionshallen, wird dem Besucher, wenn er das technische Inventar betrachtet, sofort deutlich, was er beim Unternehmen Schülken Form erwarten darf: einen ideal positionierten und modern ausgestatteten Werkzeugbau, der auch bei der Werkzeugsimulation nur auf modernste Technologie vertraut. Marco Schülken hat das Unternehmen erst im Jahre 2015 im Zuge einer Nachfolgeregelung übernommen. Mittlerweile ist der Werkzeugbau preisgekrönt. Im November wurde Schülken Form nach 2016 erneut mit dem Preis Werkzeugbau des Jahres 2018 im Wettbewerb Exellence In Production gekürt, hat volle Auftragsbücher und baut hochkomplexe, kavitätenreiche Präzisionsformen. Um erfolgreich am Markt agieren zu können, muss Schülken Form schnell reagieren.

Bei der Suche nach einer geeigneten Simulationssoftware fiel die Wahl von Schülken Form rasch auf Cadmould von Simcon. Foto: Simcon

„Wir wollen eine hohe Anzahl an Angeboten im Umlauf haben, damit sich die Chancen für einen Auftrag signifikant erhöhen“, erklärt Marco Schülken. Denn ein hoher Auslastungsgrad von Mitarbeitern und Maschinenkapazitäten sind für ein Unternehmen ein Muss. Aber aus Erfahrung weiß er, dass die Zeitspanne zur Angebotsabgabe immer kleiner wird - der Aufwand gleichzeitig steigt. „Um uns selbst sicher zu sein, dass unser Angebot realisiert werden kann, werden bereits bei der Angebotserstellung Simulationen durchgeführt“, erläutert Vertriebsleiter Marcel Reckner die Philosophie des Unternehmens.

Auf der Such nach geeigneter Simulationssoftware

Bei der Suche nach einer geeigneten Simulationssoftware wurde der Markt sondiert. „Schnell fiel bei uns die Wahl auf Cadmould von Simcon, denn in Sachen Rechengeschwindigkeit ist diese Software gegenüber dem Wettbewerb unschlagbar“, liefert Marco Schülken die wichtigen Kriterien für die Investition. Die Rechnung fällt am Ende ganz simpel aus: je schneller ich simuliere, desto mehr Output habe ich – in der Angebots- als auch in der Produktionsphase! Umgesetzt werden diese ultraschnellen Simulationen durch die spezielle Cadmould 3DF- Software. „Die wurde speziell auf die Problematiken in der Kunststoffverarbeitung abgestimmt und ist weltweit einzigartig“, erklärt Simcon Vertriebsleiter Timo Hengst. Die Rechenprozesse seien deutlich kürzer als bei Wettbewerbern, bei gleicher oder besserer Qualität, versichert er. Immerhin, so eine Studie des WZL und der WBA in Aachen, entfallen durchschnittlich 3,3 h reine Bearbeitungszeit auf die Erstellung eines Angebotes und rund 3,7 Tage bis zur Beantwortung einer Anfrage mit einem Angebot. Geschwindigkeit ist also hier Trumpf, um schon bei der Angebotserarbeitung wettbewerbsfähig zu sein.

Werkzeughersteller mit einer strukturierten Kalkulation sind in der Lage, Anfragen schnell abzuarbeiten. Für Marco Schülken ein Qualitätsmerkmal. Der gleiche Qualitätsmaßstab wird inhaltlich an die Erstellung der Angebote gestellt. Jedes Angebot wird im Vorfeld einer Analyse unterzogen, bei der die Simulation ein standardisierter Bestandteil ist. Zum einen wird die technische Machbarkeit für den Kunden überprüft, zum anderen wird durch die „Eigenabsicherung“ gewährleistet, dass ein Werkzeug zum abgegebenen Preis auch tatsächlich gebaut werden kann. In der Umsetzungsphase werden bei Schülken „Optimierungsschleifen“ einkalkuliert. Denn die Exaktheit in der Angebotserstellung ist ein Erfolgsfaktor für die Auftragsvergabe, sowie die ökonomische Umsetzung des Werkzeugprojektes.

Digitalisierung ein Muss im Werkzeugbau

Marie-Luise Schulz war bei Schülken Form die erste weibliche Auszubildende im Bereich Konstruktion und Simulation. Sie wickelt nun bei Schülken Form als Konstrukteurin die Projektkalkulation und Machbarkeitsstudien ab. „Software ist in meinem Job unabdingbar“, so zählt Cadmould 3D-F zum täglichen Handwerkszeug für sie. „Mittlerweile haben wir uns vom Werkzeugbauer zum Volldienstleister entwickelt“, erläutert Marie-Luise Schulz. Beraten wird der Kunde darin, wie Anspritzpunkte gesetzt werden oder ob das gewählte Material auch die erste Wahl für die Serienproduktion ist. „Und unser Anspruch ist es, dass unsere Kunden von unserem Know-how in der Heißkanaldirekteinspritzung profitieren um möglichst ohne Abfall produzieren zu können“, so nennt sie einen weiteren Grund, warum die Simcon-Software ihr unersetzlicher Begleiter im Arbeitsalltag ist.

Schülken Form ist ein ideal positionierter und modern ausgestatteter Werkzeugbau, der auch bei der Werkzeugsimulation nur auf modernste Technologie vertraut. Foto: Simcon

„Setze eine Rippe und spare Material“

Optimierungen werden schon bei der Auftragsannahme durchgeführt. Offensichtliche Konstruktionsfehler werden im ersten Schritt auf Basis der ersten Simulationsanalyse besprochen. Simulation bedeutet bei Schülken nicht alleine Schwindung und Verzug zu berechnen. In Waltershausen wird das gesamte Können der Software ausgeschöpft, wie Marie-Luise Schulz verrät. „Mit Cadmould können beispielsweise die Kosten für Optimierungen und Änderungen von Werkzeugen bis zur Hälfte reduziert werden“, macht Timo Hengst deutlich. Schülken nutzt hierzu fast sämtliche Module, die Simcon anbietet. Weitere Ersparnisse schaffe die Software somit über die nachhaltige Reduzierung der Zykluszeiten. Die Optimierung des Werkzeuges werde dank der Softwareunterstützung mehrdimensional betrachtet und durchgeführt. Hier liefert Cadmould 3D-F wichtige und zuverlässige Ergebnisse, um im Sinne des Kunden mehr Qualität zu generieren. Es werden Wandstärken angepasst, um den idealen Materialeinsatz zu definieren: „Setze eine Rippe und spare Material“, schmunzelt Marie-Luise Schulz bei diesem Beispiel. Der Anwender bedient sich bei der Software einer von Simcon entwickelten Materialdatenbank, die aus vielen tausend Datensätzen besteht.

Familienbetrieb gesucht

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl von Cadmould als „Haussoftware“ war für Marco Schülken die Tatsache, dass es sich bei Simcon um einen klassischen Familienbetrieb handelt. „Die Denkweise ist bei Simcon kundenorientiert“, weiß er aus seiner Zeit als angestellter Geschäftsführer vor seiner Selbstständigkeit, dass andere Anbieter im Markt diesen Servicegedanken komplett vernachlässigen. „Da hat es schon einmal Tage gedauert, bis sich jemand einmal ans Telefon bequemt hat. Und Warteschleifen können wir in unserem getakteten Werkzeugbau gar nicht gebrauchen.“ Schülken Form baut schwerpunktmäßig hochfachige Werkzeuge für die Medizinund Verpackungstechnik. Die größten Werkzeuge, die Waltershausen in Richtung Kunde verlassen haben, wogen über drei Tonnen und übertreffen die Abmaße von einem Kubikmeter. Nicht selten sind in dem Werkzeug 96 oder auch mehr Kavitäten, insbesondere für die Produktion von Einmalartikeln in der Medizintechnik. Aber auch die Konstruktion und der Bau von Dreh- oder Mehrkomponentenwerkzeugen sind bei Schülken Form Standard.

Kein Russisch Roulette

Seit 2016 ist Schülken Form mit einer eigenen Gesellschaft im russischen Kasan vertreten. Vornehmlich werden an dem Standort im Osten Wartung und Reparaturen sowie Ersatzteillieferungen nach deutschem Standard durchgeführt. Auch in der Stadt an der Wolga ist die Software Cadmould 3D-F im Einsatz. „Oft bekommen wir aus dem russischen Markt mit der Anfrage nur ein Foto sowie die Vorgabe einer Zykluszeit genannt“, erklärt Marco Schülken. Dann beginnt man in Kasan mit der Rückwärtsabwicklung, um auf einen Werkzeugpreis zu kommen. „Dafür leistet uns Cadmould unerlässliche Dienste“, so Schülken. Auch in Russland kommt es auf die Exaktheit eines Angebotes an – sonst wird der Werkzeugbau zum Russisch Roulette.

sl

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