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Rundum Blick auf den Masterbatch-Prozess

Aufschlussreiche Vorträge, Networking und Live-Vorführungen bot der diesjährige Leistritz Workshop, der zum 14. mal stattfand. Foto: Leistritz

Leistritz Extrusionstechnik lud am 6. und 7. November in Nürnberg zu einem internationalen Workshop, bei dem sich alles um den Masterbatch-Prozess drehte.

Die diesjährige Veranstaltung stand dabei unter dem Motto „360° Masterbatch-Prozess“: „Unser Ziel war es, den Teilnehmern möglichst alle Schritte in der Prozesskette der Masterbatch-Herstellung näher zu bringen und neue, interessante Anhaltspunkte für ihre eigenen Verfahren vorzustellen“, erklärt Anton Fürst, Leistritz Geschäftsführer. Von der Vermahlung, dem Mischen, über den Extrusionsprozess bis hin zum sinnvollen Einsatz von Wachsen und Qualitätstests bekamen die über 130 Teilnehmer Expertenwissen pur.

Das kam sehr gut an, findet auch Jürgen Cleenewerck, Manager Production & Technology bei BASF: „Mir als Teilnehmer haben die Vorträge sehr gut gefallen. Sie waren sehr professionell, keine Werbeveranstaltung. Die Atmosphäre lud zum Networking ein, so dass ich sehr gute Gespräche mit Vertretern von Leistritz und den teilnehmenden Partnern führen konnte.“

Wissen praxisnah erleben

Höhepunkt des Workshops war dabei der Besuch des hauseigenen Technikums. Foto: Leistritz

Im hauseigenen Technikum von Leistritz konnten die Teilnehmer die vielen Erkenntnisse aus den theoretischen Vorträgen praxisnah auf den ZSE Maxx-Doppelschneckenextrudern nachvollziehen. „Highlight unseres Workshops, der dieses Jahr zum 14. Mal stattfindet, ist immer der Besuch unseres Technikums“, sagt Anton Fürst. „Wie gesagt, wollten wir einen Rundum-Blick auf den Herstellungsprozess liefern. Deshalb haben wir am Beispiel eines anspruchsvollen Rot-Masterbatches die gesamte Prozesskette live in unserem Technikum erläutert.“

Zunächst wurde ein Premix aus 50 % Wachs und 50 % Rotpigment im Mischer hergestellt. Um das Masterbatch in bester Qualität zu erhalten, wurde dieses in einem ZSE 35 I Maxx verarbeitet. Als Nachfolge kam eine Unterwassergranulierung zum Einsatz. Die Farbqualität des fertigen Granulats wurde dabei inline anhand einer UV-VIS-Spektroskopie und offline mit einem Druckfiltertest gemessen. Die Bestimmung der Stippenbildung erfolgte mittels einer Blasfolienanlage.

Das Material wurde daraufhin einer ZSE 50 Maxx Folienanlage zugeführt: So konnte eine Tiefziehfolie, bestehend aus 68 % Polymer, 30 % Calciumcarbonat und 2 % Masterbatch, hergestellt werden. Auch hier warf man wieder einen Blick auf die Materialqualität: Mit Hilfe des Leistritz Online-Dehnrheometers, das am Verfahrensteils vor der Schmelzepumpe angebracht war, konnte die Scher- und Dehnviskosität gemessen werden.

Zu den weiteren Vorführungen im Technikum zählten auch das Vermahlen von Polymer und die Einarbeitung von 30 % Effektpigment in 70 % PS im Split-Feed-Verfahren auf einem ZSE 27 Maxx Doppelschneckenextruder.  „Es war wie immer eine sehr gelungene Veranstaltung in unserer Workshop-Reihe, die 2020 nach der K-Messe mit aktuellen Themen neu aufgelegt wird“, resümiert Anton Fürst.

db