Runder Geburtstag ist nicht der einzige Grund zum Feiern

Back to Beiträge

Seit 1969 bleibt man bei Krallmann am Puls der Zeit - mehrere Ehrungen und Auszeichnungen zeigen, man ist auf dem richtigen Weg.

Geschäftsführer Jörg Tilmes (l.) bedankte sich bei Gründungsmitglied Rainer Krallmann mit einem Bild und einem „Schraubenmännchen“ für die jahrzehntelange hervorragende Führung der Krallmann Unternehmen. Foto: Krallmann

"Begonnen hat das Ganze im Mai 1969, als ich mit meinen Brüdern Heinz und Werner den Werkzeugbau, damals noch als OHG, aus der Taufe gehoben habe", erinnert sich Rainer Krallmann, der im Rahmen der Feierlichkeiten für sein stetes Engagement geehrt wurde. "Mein kleiner Bruder Hartwig kam erst später dazu, weil er zum Gründungszeitpunkt noch nicht volljährig war." Die ersten erfolgreichen Jahre in der Herstellung von hochwertigen Präzisionswerkzeugen machten 1972 auch die Umwandlung der OHG in die Gebr. Krallmann GmbH & Co. KG notwendig. Zwei Jahre später siedelte das Unternehmen aus Platzgründen an den jetzigen Standort in Hiddenhausen um. Das Know-how der ersten 10 Jahre im Bereich des Kunststoffspritzgießens sollte ebenfalls gewinnbringend eingesetzt werden, sodass 1979 die Gründung der Krallmann Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG zur Herstellung technischer Spritzgussteile der nächste logische Schritt war. Die Entwicklung des ersten Spritzgusswerkzeugs für Compact Discs (CD) wurde zu einem großen Erfolg und führte zu einem überproportionalen Wachstum, wodurch bereits in den 80er Jahren zusätzliche Erweiterungen der Betriebsfläche not

wendig wurden.

Eroberung neuer Geschäftsbereiche durch Expansion 

Die folgenden Jahre ab 1990 waren geprägt von einer umfangreichen Ausweitung des Portfolios in bisher noch nicht erschlossene Geschäftsfelder, um unter anderem die eigene Fertigungstiefe zu erhöhen. Mit der Mitbegründung der KKD Feinwerkstatt GmbH und der KDS Radeberger Präzisionsformen und -werkzeugbau GmbH sowie der Akquise der Stepa-Plasttechnik GmbH im Jahr 1990 verfolgte Krallmann eine klare Expansionsstrategie. Die Ergänzung der Geschäftsfelder wurde 1991 mit der Gründung der Kunststoff-Recycling-Service GmbH vorläufig abgeschlossen. „Bei der Akquisition und allen Neugründungen haben wir uns stets daran orientiert, zukünftige Trends vorherzusehen und eingefahrene Denkmuster in Frage zu stellen, so dass wir neue Wege beschreiten konnten. Dadurch waren wir in der Lage innovative Technologien und Fertigungsprozesse, neue Werkzeugkonzepte und marktfähige Produkte zu entwickeln“, resümiert Krallmann den Antrieb für die Expansionsstrategie. Mit dem Erwerb von 50 Prozent der Anteile der Tooltec Werkzeugbau und Kunststofftechnik GmbH im Jahr 2001 erfolgte eine neuerliche Wachstumsphase. Diese wurde von 2005 bis 2009 mit der kompletten Übernahme von Tooltec, der Beteiligung an der tschechischen Spritzgießerei FRK Technik s.r.o. und dem Erwerb der Interbros GmbH sowie der Gründung der Krallmann Pilotwerkzeugbau GmbH fortgesetzt. Der Erfolg dieser Strategie spiegelte sich unter anderem darin wider, dass Krallmann zwischen 1985 und 2009 mit ca. 1.500 Werkzeugen am Markt vertreten war.

Krallmann bringt sich mit Innovationen in Form 

Krallmann ist seit nunmehr 50 Jahren in Hiddenhausen ansäßig. Foto: Krallmann

An den Zeitraum der Expansion bis 2009 schloss sich eine Phase der Konsolidierung an, in der interne Abläufe innerhalb der Krallmann Gruppe für eine höhere Wertschöpfung optimiert wurden. Des Weiteren wurde das Know-how genutzt, um speziell im Bereich der Kunststoffverarbeitung ein eigenes Produktprogramm zu etablieren. Für das in diesem Rahmen entwickelte Verfahren des Integrierten Metall- / Kunststoffspritzgießens, (IMKS), wurde Krallmann 2016 mit dem Kunststoff Innovationspreis und als TOP 100 Innovator ausgezeichnet. Das Verfahren ermöglicht es, auf konventionellen Spritzgussmaschinen Kunststoff, niedrig schmelzende Metalllegierungen und Einlegeteile wie beispielsweise Steckkontakte und Elektronikbauteile in einer Prozesskette in einem Mehrkavitäten-Spritzgusswerkzeug zu einem fertigen Bauteil zu verbinden. Diese innovative Technik findet vor allem im Bereich der LED-Beleuchtungstechnik, bei elektrischen Schirmungen, Wärmeleitungen oder bei der Herstellung von Leiterplatten Anwendung.

Eine weitere Innovation aus der Ideenfabrik Krallmann stellt das Partikelschaum-Verbund-Spritzgießen (PVSG) dar, bei dem in einem Spritzgusswerkzeug Partikelschaum und ein thermischer Kunststoff oder Elastomer zu einem stoffschlüssigen Mehrkomponentenbauteil verbunden werden. Das Verfahren hat vor allem im Leichtbaubereich großes Potential für die Entwicklung neuer Lösungen und wird unter anderem bereits erfolgreich bei den K-fix-Befestigungselementen von Krallmann eingesetzt. In der Folge etablierte die Krallmann Gruppe eine nachhaltige 3-Säulen-Strategie mit den Eckpfeilern Werkzeugbau, Anlauffabrik und Innovation, um ihre Position in den Kernbrachen Medizintechnik, Elektroindustrie, Verpackung und Leichtbau zu sichern und auszubauen. Mit der Übernahme der Krallmann Unternehmen durch die Heinze Gruppe wurden weitere Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in die Wege geleitet, um das neue Mitglied als Innovationsschmiede innerhalb der Gruppe zu etablieren.

Durch die daraus entstandenen Synergien konnten gruppenübergreifend Kostensenkungen verzeichnet und gleichzeitig neue Projekte aus den Bereichen Lebensmittel- und Medizintechnik gewonnen werden. „Speziell in der Lebensmittelbranche sehen wir derzeit durch das umfangreiche Know-how von Krallmann großes Entwicklungspotential“, berichtet Tilmes auf der Jubiläumsfeier. „Mit diesen technologischen Entwicklungen, die wir unter dem Schlagwort Smart Food Solutions weiter vorantreiben, sowie unserer Position als Marktführer in den Bereichen IMKS und PVSG können wir erfolgreich in die nächsten 50 Jahre starten.“

pl

Share this post

Back to Beiträge