Robotergestützt automatisieren mit System

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Bauteile robotergestützt pfeilschnell von A nach B bewegen oder Pipettenspitzen automatisiert fertigen, die Hahn Group zeigt sich breit aufgestellt.

Roboter als Teil innovativer Automatisierungslösungen und noch mehr: Die Hahn Group präsentiert sich auch diesen Herbst wieder mit vielfältigen Lösungen für unterschiedliche Branchen. Denn auch, wenn corona-bedingt die meisten Messen in diesem Jahr nicht stattfinden, der Innovationskraft vieler Unternehmen tut das keinen Abbruch. Gerade der Bereich der Automatisierungstechnik und Robotik ist eine der treibenden Kräfte, wenn es darum geht, Produktionsprozesse noch effizienter und ausgefeilter zu gestalten. Dafür bedarf es dann auch der notwendigen Technik. Die Hahn Group mit ihren insgesamt 14 Tochterunternehmen geht hier voran. Als Teil der Unternehmensgruppe tragen Wemo, Geku und Waldorf Technik ihren Teil dazu bei.

Roboterlösungen für blitzschnelles Handling

Lasten bis zu 3 kg handhaben: Die Highspeed-Linearroboter der S-Design-Reihe von Wemo sind für Spritzgießmaschinen bis 3.000 kN Schließkraft ausgelegt. Foto: Wemo/Hahn Group

Wemo Automation ist bekannt für seine Linearrobotersysteme und Automatisierungszellen für die Kunststoffindustrie. Zur diesjährigen Fakuma plante das Unternehmen wieder ein Potpourri an Lösungen für kosteneffizientes und schnelles Handling rund um die Spritzgießmaschine zu präsentieren.

Den Anfang machen hier die S-Design Linearroboter. Sie werden vorzugsweise für das Handling von Verpackungsteilen und medizinischen Anwendungen auf Zwei-Platten- und Stapelformen eingesetzt. Die auf Hochgeschwindigkeit getrimmten Handhabungseinheiten ermöglichen eine Zykluszeit von unter 2,7 s. Mit ihnen lassen sich die zu handhabenden Teile sowohl seitlich als auch von oben kommend greifen. Für das Handling von dünnwandigeren Teilen bietet der Hersteller eine spezielle Ausrüstung für IML-Anwendungen an. Schnelle Zykluszeiten zusammen mit einer servogetriebenen Stapeleinheit verspricht hier Wemos 8-5 S-Design Linearroboter. Dieser ist mit einem Handhabungsgewicht von bis zu 3 kg für Spritzgießmaschinen von 750 bis 3.000 kN ausgelegt.

Eine weitere Alternative für das Greifen von Anguss- und Kleinteilen wird mit dem neuen 3-5 Linear Picker geboten. Der servobetriebene Linearroboter kann bis zu 2,3 kg Lasten handhaben. Er lässt sich innerhalb des Schutzbereichs der Maschine oder über der Schranke zur Sicherheitszone der Maschine aufbauen. Externe Schutzelemente lassen sich um die kompakt gehaltene Handhabungseinheit herum einfacher anpassen als vergleichbare Lösungen. Insbesondere Kosten, die aufgrund der CE-Regulationen für den vorgeschriebenen Maschinensicherheitsschutz anfallen, sollen sich mit dem 3-5 Linear Picker von Wemo eingrenzen lassen.

So geht einfaches Programmieren

X-Packer von Wemo mit Plug-and-Play-Design: Kompaktes und flexibles Roboterkonzept für das Be- und Entladen. Der Automatisierungspezialist setzt hier die erstmals auf der K-Messe 2019 vorgestellte WIPS-Handhabungs-Software ein. Foto: Wemo/Hahn Group

Ein völlig neues Konzept für industrielle Logistiklösungen für den Materialtransport verfolgt Wemo mit dem X-Packer. Hier handelt es sich um eine komplette Einheit aus Roboter, Eingangsförderer und integrierter Sicherheitsüberwachung. Platziert wird das Ganze direkt am Ende des Förderbands einer Formmaschine oder in einer zentralen Logistikabteilung als Plug-and-Play-Lösung. Ein spezieller Vakuumgreifer erkennt die Objektgröße der zu handhabenden Teile. Je nach Oberfläche des Objektes werden auch nur die dann benötigten Vakuumkanäle angesprochen.

Mit der WIPS (Wemo Intuitives Programmier System)-Handhabungssoftware verspricht Wemo einfaches, intuitives Programmieren – auch ohne große Vorkenntnisse des Systems. Die WIPS 4.0-Software wurde auf der letztjährigen K-Messe präsentiert. Die WIPS 4.0-Softwareplattform basiert auf Erfahrungen aus der erfolgreichen Dialogprogrammierung, die in über tausenden von Wemo-Robotern implementiert wurde. Ziel ist es, das Programmieren von Robotern anwenderfreundlich umzusetzen.

Helfen soll dabei der neue ergonomisch gehaltene Handheld-Controller W-HP12 - zusammen mit einem 10,1 Zoll-Touchscreen im Querformat. Der Handheld-Controller ist mit drei Ebenen von Sicherheitsknöpfen – inklusive Totmannknopf – ausgestattet. Letzterer überprüft, ob ein Mensch anwesend und handlungsfähig ist. Andernfalls wird ein Signal oder eine Schalthandlung ausgelöst. Zusätzlich sind Hardwaretasten für häufig verwendete Funktionen wie der Aktivierung der Achsenbewegung und den wichtigsten Betriebstasten wie Start, Stopp und Zurücksetzen verbaut.

Den Überblick im Daten-Dschungel behalten

Den Anlagenstatuts überwachen und gleichzeitig auf dem mobilen Endgerät übersichtlich visualisieren: Wemo Connect ist die Lösung. Foto: Wemo/Hahn Group

Den aktuellen Anlagenstatus überwachen und visualisieren? Mit Wemo Connect ist das möglich. Softwaremodule werden hierfür über eine interne Wifi-Verbindung oder ein 3G/4G-Netzwerk mit entsprechenden Robotern oder Maschinen verbunden. Den aktuellen Verfügbarkeitsstatus einsehen, die Anzahl der produzierten Artikel oder mögliche Unterbrechungen im Betriebsablauf darstellen, all das gewährleistet der Hersteller mit Wemo Connect. Die Software kann als App auf Apple oder auch Android-Geräte heruntergeladen werden. Wemo Connect lässt sich sowohl mit Bestandsmaschinen als auch mit neuen Produktionsanlagen verbinden – unabhängig vom Hersteller.

Robotergestützt Kontakte bereitstellen

Geku indes hat eine spezielle Automatisierungszelle entwickelt. Sie ist Teil der automatisierten Fertigung von Steckern und Sensorgehäusen. Kontakte werden hier roboterbasiert automatisch bereitgestellt. Die Anlage nutzt ein Biegetrennwerkzeug mit einem Krafteinsatz von rund 30 kN. Geku bietet diese auch in größeren Ausführungen, mit höheren Schließkräften an. Je Kontaktgruppe wird ein Einzelkontakt von circa 4 s gewährleistet. Ein Kuka Roboter handhabt die jeweiligen Kontakte. Dafür verwendet dieser einen Parallelgreifer mit Spreizhub.

Für das Handling der Kontakte innerhalb der Geku-Automatisierungslösung zeigt sich ein Kuka Roboter verantwortlich. Foto: Geku/Hahn Group

Automatisiert Pipettenspitzen fertigen leicht gemacht

Automatisierte Produktionsabläufe sind auch im Bereich medizintechnischer Lösungen essentiell. Das auf automatisierte Spritzgießprozesse in der Medizin- und Verpackungsindustrie spezialisierte Unternehmen Waldorf Technik hat hier das patentierte Anlagenkonzept Vario Tip am Markt. Mit Vario Tip lassen sich beispielsweise Pipettenspitzen, Küvetten oder Reagenzgefäße automatisiert herstellen. Dafür bietet das System einen extremen Freiheitsgrad für Werkzeugkonfigurationen und Abpackeinheiten.

Die gesamte Technik ist vergleichsweise platzsparend untergebracht. Das Sortieren sämtlicher Kavitäten ist bei Vario Tip inbegriffen. Das gilt auch für alle Grundfunktionen wie Entnahme, Übergabe, Rastern, Puffern und Befüllen. Insgesamt sind bis zu 128 Kavitäten möglich, bei Zykluszeiten mit Spitzenwerten von 2 s. Qualitätssichernde Maßnahmen, wie kamerabasiertes Prüfen, ein kavitätensortiertes Austauschen von Schlecht- beziehungsweise Fehlteilen, Filtermontage sowie kundenindividuellem Verpacken fertiger Teile, runden das Gesamtpaket ab.

Dominik Bechlarz

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