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Studie

Roboterdichte: China holt mächtig auf

China hat in der verarbeitenden Industrie – bezogen auf die Mitarbeiter – erstmals mehr Roboter installiert die USA.

China – hier das BMW Brilliance Automotive Werk Lydia in Shenyang – gehört erstmals zur globalen Top-5 der Länder mit der höchsten Roboterdichte.
China – hier das BMW Brilliance Automotive Werk Lydia in Shenyang – gehört erstmals zur globalen Top-5 der Länder mit der höchsten Roboterdichte.

Nach dem neuesten World Robotics 2022 Report der International Federation of Robotics (IFR) hat China bei der Roboterdichte die weltweite Spitzengruppe erreicht und aufgrund enormer Investitionen in Industrie-Robotik erstmals die USA überholt. In der verarbeitenden Industrie stieg die Zahl der operativen Roboter auf 322 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter.

Damit rangiert China heute auf dem fünften Platz weltweit. 2021 lag das Land der Mitte noch auf dem 9. Platz.China ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Robotermarkt weltweit. Das Land führt die jährlichen Installationen an und seit 2016 ununterbrochen auch den operativen Roboterbestand.

Deutschland rangiert noch direkt vor China

Vor China liegen im aktuellen Ranking Südkorea, Singapur, Japan und Deutschland. Die Reihenfolge der Top-4-Länder hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

„Die Roboterdichte ist ein Schlüsselindikator dafür, wie sich die Automatisierung in der verarbeitenden Industrie weltweit entwickelt", sagt Marina Bill, Präsidentin der IFR. „Die durchschnittliche Roboterdichte ist global auf 141 Roboter pro 10.000 Beschäftigte gestiegen – das sind mehr als doppelt so viele Einheiten wie sechs Jahre zuvor. Das schnelle Wachstum in China spiegelt die hohen Investitionen des Landes wider, das Potenzial für weitere Automatisierung bleibt hoch."

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In Asien stieg die Roboterdichte um 18 %

Angetrieben von zahlreichen Roboterinstallationen in den vergangenen Jahren stieg die Roboterdichte in Asien seit 2016 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 18 % auf zuletzt 156 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte im Jahr 2021. Die Roboterdichte in Europa stieg im selben Zeitraum jährlich um 8 % (CAGR) und erreichte 129 Einheiten. In Nord- und Südamerika lag sie bei 117 Robotern – ein Plus von jährlich 8 % (CAGR).

Elektronikindustrie sorgt in Südkorea für massiven Robotereinsatz

Die weltweite durchschnittliche Roboterdichte hat sich innerhalb von sechs Jahren mehr als verdoppelt.
Die weltweite durchschnittliche Roboterdichte hat sich innerhalb von sechs Jahren mehr als verdoppelt.

Spitzenreiter Südorea erreichte nach dem World Robotics 2022 Report im Jahr 2021 ein Allzeithoch von 1.000 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigte. Das entspricht mehr als dem Dreifachen der Roboterdichte in China. Das Land ist damit weltweit an erster Stelle. Mit seiner international anerkannten Elektronikindustrie und einem starken Automobilsektor profitiert die koreanische Wirtschaft von zwei großen Kundenbranchen für Industrieroboter.

Singapur rangiert auf dem zweiten Platz mit 670 Robotern pro 10.000 Beschäftigte im Jahr 2021. Die Roboterdichte im asiatischen Stadtstaat ist seit 2016 jedes Jahr um durchschnittlich 24 % gestiegen.

Mit deutlichem Abstand folgt Japan (399 Roboter pro 10.000 Beschäftigte) auf dem dritten Rang. Die Roboterdichte ist hier hat seit 2016 jedes Jahr um durchschnittlich 6 % zugenommen.

Deutschland liegt als größter Robotermarkt in Europa weiterhin weltweit an vierter Stelle (397 Einheiten).

In den USA ist die Roboterdichte von 255 Einheiten im Jahr 2020 auf 274 im Jahr 2021 gestiegen. Dennoch steht das Land damit aktuell nur noch an neunter Stelle weltweit (2021 auf Platz 7) – jetzt Kopf an Kopf mit Chinesisch-Taipeh (276 Einheiten) und hinter Hongkong (304 Einheiten) sowie Schweden (321 Einheiten). sk

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