Reinraum ganz nach Bedarf

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Mit dem Clean Multipurpose Cover hat das Fraunhofer IPA ein Reinraumzelt entwickelt, das flexibel errichtet werden kann und durch seine Mobilität die Teile beim Transport sauber hält.

"Nicht allen Firmen, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, steht ein eigener Reinraum zur Verfügung. Zwar können sie einen mieten oder die Teile extern reinigen lassen, auf Dauer ist das aber in vielen Fällen unwirtschaftlich“, sagt Tanja Meyer vom Fraunhofer IPA. Weiterhin entstehen Kontaminationen auch beim Transport. Statische Reinräume, wie es sie heute ausschließlich gibt, können die Produkte außerhalb ihrer eigenen vier Wände nicht schützen. Die IPA-Wissenschaftler haben deshalb schon mehrfach Anfragen aus der Industrie erhalten, eine kostengünstige, flexible Lösung zu entwickeln.

Mit ihrem Clean Multipurpose Cover sind die Stuttgarter Forscher diesen Anforderungen nachgekommen: Das erste flexible Reinraumsystem der Welt verfügt über die sauberkeitstechnischen Standards eines Reinraums, lässt sich aber schnell und einfach an beliebiger Stelle errichten.

Mit dem Betrieb „on demand“ verspürt das Unternehmen nicht den Auslastungszwang der statischen Reinräume und spart dadurch enorme Energie- und Wartungskosten. Ebenfalls ein großer Vorteil sei die geringe Montagezeit von unter einer Stunde und die sofortige Nutzbarkeit nach kurzer Anlaufphase. Für ihr System hat das Fraunhofer IPA ein Strömungskonzept entwickelt, das sich aus TVOC-, also kohlenstoffhaltig- und abriebarmen Materialien mit angeschlossenem Filtersystem zusammensetzt. "Damit können wir eine kontaminationsfreie Fertigungsumgebung bis ISO-Klasse 3, zertifiziert nach DIN ISO 14644-1, gewährleisten“, so Meyer.

Das Clean Multipurpose Cover ist modular aufgebaut und lässt sich je nach Anforderung individuell konfigurieren. Erhältlich ist es in verschiedenen Größen bis zu 4 m², wahlweise mit oder ohne Boden. Das aufgebaute System ist transportabel, wiegt in der mittleren Größe nicht mehr als 20 kg und ist dabei voll funktionsfähig.

Einen ersten Prototyp haben die IPA-Wissenschaftler im vergangenen Sommer realisiert. "Die Testreihe in den Reinraumlaboren des Zentrums für Kontaminationskontrolle hat die Funktionsfähigkeit bestätigt“, freut sich Meyer. Interessierte Unternehmen können ihr kundenspezifisches Modell ab sofort beim Fraunhofer IPA anfordern. Im Austausch mit ihren Forschungs- und Industriepartnern stellen die Wissenschaftler den Bedarf fest. Die Kosten werden kundenspezifisch ermittelt und variieren je nach Anforderung, Größe und Luftreinheitsklasse. Aktuell sind die Stuttgarter Forscher dabei, das System für branchen- und kundenspezifische Bedürfnisse wie chemische und mikrobiologische Kontamination weiterzuentwickeln.

sk

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