Reifenhäuser tritt Holy Grail Initiative bei

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Die Initiative Holy Grail 2.0, zu der jetzt auch Reifenhäuser gehört, will mit digitalen Wasserzeichen das Verpackungsrecycling in der EU verbessern.

Der Spezialist für Kunststoffextrusionstechnologie Reifenhäuser tritt der unternehmensübergreifenden Initiative „Digitale Wasserzeichen“ bei, die innerhalb der Branche auch unter dem Namen Holy Grail 2.0 bekannt ist und die am 10. September 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Unter der Schirmherrschaft des europäischen Markenverbands AIM haben mehr als 85 Unternehmen und Organisationen der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie ihre Kräfte zur Erreichung eines ehrgeizigen Ziels gebündelt: Sie werden prüfen, ob innovative digitale Technologie zu einer besseren Sortierung und einem qualitativ hochwertigeren Recycling für Verpackungen in der EU beitragen kann. Damit soll eine effiziente Kreislaufwirtschaft etabliert werden.

Reifenhäuser kann dabei seine Erfahrung hinsichtlich der digitalen Dokumentation von recyclingrelevanten Eigenschaften von Kunststoffverpackungen entlang des Produktionsprozess einbringen. Hierfür hat Reifenhäuser bereits eine offene Datenplattform im Rahmen der R-Cycle Initiative entwickelt, die dem Konzept der „Digitalen Wasserzeichen“ entspricht.

Holy Grail Initiative will Verpackungen für das Recycling genau identifizieren

Eine der größten Herausforderungen zur Einrichtung einer Kreislaufwirtschaft für Verpackungen ist die bessere Sortierung von Verbraucherabfällen durch die genaue Identifizierung von Verpackungen, die ein effizienteres und qualitativ hochwertigeres Recycling ermöglicht. Die von der Holy Grail Initiative propagierten digitalen Wasserzeichen können dazu beitragen, beim Abfallmanagement die Sortierung der Verpackungsabfälle zu revolutionieren, da hierdurch neue Möglichkeiten geschaffen werden, die mit derzeitigen Technologien nicht darstellbar sind.

„Die drei Schlüsselelemente sind eine Kombination aus Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zur Verwirklichung des vom ‚EU Green Deal‘ vorgesehenen Ziels einer sauberen und klimaneutralen Kreislaufwirtschaft“, betont Michelle Gibbons, AIM Generaldirektorin. „Es ist wundervoll zu sehen, dass die Industrie so viel Enthusiasmus zeigt, und wir freuen uns über die Gelegenheit, das vielfältige Fachwissen der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie – von Markenherstellern und Einzelhändlern bis hin zu Kunststoffverarbeitern, Programmen für erweiterte Herstellerverantwortung, Abfallmanagementsystemen, Recyclingunternehmen und vielen mehr – zu bündeln. Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um die Ziele der EU Kreislaufwirtschaft zu erreichen.“

Digitale Wasserzeichen als unauffällige, briefmarkengroße Kodierungen

Digitale Wasserzeichen sind unauffällige, briefmarkengroße Kodierungen, die auf der Oberfläche der Verpackung von Konsumgütern angebracht werden. Sie können eine breite Palette an Kennzeichnungen, wie zum Beispiel Angaben zu Herstellern, Bestandsführungseinheiten (SKUs; Stock Keeping Units), verarbeiteten Kunststoffen und der Zusammensetzung mehrschichtiger Produkte enthalten.

Ziel ist die Erfassung und Dekodierung des digitalen Wasserzeichens mit einer an der Abfallsortierungsanlage angebrachten hochauflösenden Kamera. Je nach übertragenen Kennzeichnungen kann die Sortieranlage den Verpackungsabfall dann in die entsprechenden Verarbeitungslinien einsortieren.

Dies führt zu besseren und akkurater sortierten Abfallströmen und demzufolge zu qualitativ hochwertigeren Rezyklaten, wovon die gesamte Wertschöpfungskette profitiert. Abgesehen von ihrer Funktion als „digitaler Recyclingpass“ sind digitale Wasserzeichen auch in anderen Bereichen einsetzbar, wie zum Beispiel im Bereich der Kundenbindung, der Sichtbarkeit der Lieferkette und im Einzelhandel.

Lückenlose Dokumentation recyclingrelevanter Verpackungseigenschaften

Innerhalb des R-Cycle Konsortiums entwickelt Reifenhäuser zurzeit einen digitalen Standard, um die lückenlose Dokumentation aller recyclingrelevanten Verpackungseigenschaften zu ermöglichen. Die Plattform basiert dabei auf bereits etablierten Standards. Gemeinsam mit GS1 Germany und anderen Partnern aus der Kunststoffindustrie konnte Reifenhäuser eine funktionierende Datenplattform aufbauen, die mit Produktionsanlagen vernetzt ist und bereits in verschiedenen Pilotprojekten getestet und demonstriert wurde.

Bernd Reifenhäuser, CEO der Reifenhäuser Gruppe, erklärt: „Die Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen gehört zu den größten Herausforderungen unserer Branche. Wir sehen ein enormes Potenzial in ‚Digitalen Wasserzeichen – Holy Grail 2.0‘, um einen gemeinsamen Ansatz mit zahlreichen einflussreichen Unternehmen und Organisationen zu schaffen. Darüber hinaus sehen wir eine logische Übereinstimmung mit unseren eigenen Ideen für die Verbesserung des Recyclingprozess.“

Dr. Benedikt Brenken, Leiter der R-Cycle Initiative, ergänzt: „Mit R-Cycle können wir einen wertvollen Beitrag zur „Digitale Wasserzeichen – Holy Grail 2.0“-Initiative leisten. Wir bieten eine erprobte Datenplattform zur Erfassung und Speicherung von Verpackungseigenschaften, die über entsprechende Wasserzeichen-Codes ausgelesen werden können. Das Entscheidende dabei ist, die recyclingrelevanten Daten im Sinne eines globalen Standards zu definieren und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erfassen.“

Weitere Informationen zu Holy Grails 2.0 finden Sie hier.

gk

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