Recyclingbranche muss auf Importbeschränkung reagieren

Vor einigen Wochen forderte bereits der Vorsitzende des BVSE für Kunststoffrecycling ein Umdenken der Branchenakteure in Europa vor dem Hintergrund der restriktiveren Politik der chinesischen Regierung beim Import von Kunststoffabfällen. Nun meldet sich auch PRE-Präsident Ton Emans zu Wort. Der Markt sei übervoll und die Akteure nicht in der Lage, die bisher exportierten Abfälle selbst zu verarbeiten.

Die bereits bestehenden und noch bevorstehenden Beschränkungen für die Einfuhr von Kunststoffabfällen nach China verursachen Turbulenzen auf den Kunststoffabfallmärkten. Seit vielen Jahren unterstützen die europäischen Abfallmanagementsysteme die Behandlung von Kunststoffabfällen mit geringer Qualität in China. Bereits im Sommer warnte der BVSE in Person von Dirk Textor und Dr. Thomas Probst vor den Auswirkungen. Nun schlägt auch der europäische Verband Alarm.

Zu viel Material niedriger Qualität

"Der Markt ist aufgrund der chinesischen Einfuhrbeschränkungen mit Kunststoffabfällen von niedriger Qualität überversorgt", warnt Ton Emans, Präsident des europäischen Verbandes der Kunststoffrecycler Plastics Recyclers Europe (PRE). "Diese niedrigen Qualitäten wurden bisher als billige End-of-Life-Lösung für schlecht gesammelte und sortierte Abfälle exportiert," fügte er hinzu. "Diese unlautere Praxis, in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Auswirkungen, steht am Rande der gesetzlichen Anforderungen die Abfallrichtlinien. In der Tat sollten die Exporteure nachgewiesen haben, dass die exportierten Abfälle nach den EU-Normen behandelt werden.

Die EU sei heute nicht in der Lage, den Übeschuss aufzunehmen. Er entspricht einfach nicht den benötigten Qauitätsanforderungen der europäischen Recycler. Daraus ergibt sich eine dringende notwendige Notwendigkeit, einen nachhaltigen Abfallmarkt in Europa umzusetzen, so PRE. Dies könne nur dadurch geschehen, dass die Qualität der Abfälle verbessert wirddurch Änderungen im Design für Recycling sowie bei der Sammlung und Sortierung der Abfälle. PRE fordert die Industrie, die politischen Entscheidungsträger und die Gesellschaft auf, nun dringend eine gemeinsame Lösung für das Problem zu finden. Ziele müssen sein, ein verbessertes Konzept für das Recycling zu erarbeiten, eine harmonisierte Sammlung und Investitionen in hocheffiziente Sortierzentren zu ermöglichen, um so die Recyclingkapazität der EU zu erhöhen.

Womöglich lockert aber China auch wieder seine Einfuhrpolitik. "Es wird nahezu unmöglich sein, diese Mengen in andere Märkte umzulenken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es nach einiger Zeit wieder Phasen geben wird, in denen die Einfuhrverbote gelockert werden. Dies wird spätestens dann geschehen, wenn China feststellt, dass es bestimmte Materialien benötigt, weil die eigenen Sammelstrukturen noch nicht ausreichen", erläuterte Dr. Probst schon im Juli.

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