R-Cycle wird zur offenen Community

Durch die Bereitstellung eines digitalen Produktpasses werden bereits während der Produktion von Kunststoffverpackungen alle recycling-relevanten Daten automatisiert erfasst und über geeignete Markierungen (zum Beispiel digitale Wasserzeichen oder QR-Codes) auf Zwischen- und Endprodukten abrufbar gemacht. Foto: R-Cycle

R-Cycle, die Hersteller-übergreifende Initiative für digitale Produktpässe von Kunststoffverpackungen, startet in eine neue Phase als offene Community.

R-Cycle wurde 2020 als Initiative verschiedener Technologieunternehmen und Organisationen entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffverpackungen mit dem Ziel gegründet, einen digitalen Rückverfolgungsstandard mittels digitaler Produktpässe für Kunststoffverpackungen im Markt zu etablieren. Das bereitet die technische Basis für eine präzisere Abfallsortierung und ein hochwertigeres Recycling, um eine effektive Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.

Offene Community für alle Unternehmen, Institutionen und Stakeholder

Dr. Benedikt Brenken, Direktor der R-Cycle Community, erklärt: „Nachdem die Entwicklung und Erprobung der technischen Infrastruktur im Frühjahr 2022 erfolgreich abgeschlossen wurde, erfolgt jetzt der Rollout. R-Cycle ist ab sofort als offene Community für alle Unternehmen, Institutionen und Stakeholder zugänglich, die ein berechtigtes Interesse im Bereich Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen haben und R-Cycle selbst einsetzen, unterstützen oder weiterentwickeln möchten.“

Sechs neue Mitglieder zum Start der offenen Community

Die R-Cycle Community besteht aktuell aus den Firmen Arburg, Brückner Maschinenbau, Comexi, European EPC Competence Center (EECC), Engel, Erema Group, GS1 Germany, Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV), Illig, In Pack, Kampf, Kautex Maschinenbau, Multivac, Olbrich, Prodata, Reifenhäuser Group, Sidel, Sikoplast und Steinert. Foto: R-Cycle

Gleich zum Start der Community bei der ersten offiziellen Hauptversammlung am 3. Mai 2022 am Unternehmensstandort von R-Cycle Mitglied Multivac in Wolfertschwenden ist der Kreis um sechs weitere Unternehmen auf jetzt insgesamt 19 Mitglieder gewachsen. Die Community bietet Zugang zu einem breiten Netzwerk anwendungserfahrener Partner und Know-how in Sachen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Neben der Hauptversammlung auf Management-Ebene, findet der Austausch über spezialisierte Arbeitsgruppen statt, die sich gezielt mit den verschiedenen Anwendungsgebieten von digitalen Produktpässen beschäftigen.

Die R-Cycle Plattform ist mit allen gängigen Softwaresystemen sowie unterschiedlichsten Arten von Produktionsanlagen vernetzbar – von Folien- oder Spritzgussmaschinen über Verarbeitungs-, Druck- und Abfüllmaschinen bis hin zu Abfallsortier- und Recyclinganlagen. Die Rückverfolgungstechnologie hinter R-Cycle basiert auf GS1-Standards – dem führenden globalen Netzwerk für branchenübergreifende Prozessentwicklung und Gründungsmitglied von R-Cycle.

R-Cycle Produktpass enthält alle recyclingrelevanten Daten

Durch die Bereitstellung eines digitalen Produktpasses werden bereits während der Produktion von Kunststoffverpackungen alle recycling-relevanten Daten automatisiert erfasst und über geeignete Markierungen (zum Beispiel digitale Wasserzeichen oder QR-Codes) auf Zwischen- und Endprodukten abrufbar gemacht. So können Abfallsortieranlagen Verpackungen genau identifizieren und recyclingfreundliche sowie sortenreine Fraktionen bilden. Neben der Verbesserung der Produktnachhaltigkeit profitieren Hersteller und Verarbeiter von Kunststoffverpackungen auch in Bezug auf Prozesseffizienz, Qualität und die Erfüllung gesetzlicher Informationspflichten.

Enormes Potenzial für Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen

Guido Spix, Managing Director bei Multivac: "Digitale Produktpässe bieten enormes Potenzial für eine effiziente Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen." Foto: Multivac

Guido Spix, Managing Director bei Multivac, sagt: „Wir hatten eine lebhafte Diskussion über die strategischen Ziele von R-Cycle im Rahmen mehrerer Vorträge und eines hochkarätigen Roundtables. Digitale Produktpässe bieten enormes Potenzial für eine effiziente Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen. Sie ermöglichen unter anderem datenoptimierte Produktionsprozesse sowie eine datenbasierte und damit präzisere Abfallsortierung, um höherwertige Rezyklate zu gewinnen. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte."

R-Cycle ist kein Konzept, sondern eine erprobte Lösung

Dr. Brenken ergänzt: „R-Cycle ist kein Konzept, sondern eine erprobte Lösung, die wir jetzt gemeinsam aus unserer starken Community heraus in den Markt bringen. Die erste Hauptversammlung hat bereits gezeigt, wie viel Innovationsgeist unsere Mitglieder einbringen, um das Potenzial von digitalen Produktpässen für Kunststoffprodukte als Teil einer effizienten Kreislaufwirtschaft zu heben“.

Informationen zur Mitgliedschaft bei R-Cycle sind online abrufbar.

Die K-ZEITUNG hat bereits mehrfach über die R-Cycle-Initiative berichtet, so zum Beispiel über das grundlegende Konzept, den Gewinn des Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2021 oder die Nominierung für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) 2022.

gk