PVC-Industrie: schlechte Versorgung und hohe Preise

Die PVC-Industrie leidet unter Problemem bei der Versorgung mit PVC, Weichmachern und Additiven sowie extremen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen. Foto: Pixabay/Monsterkoi

Gegen Ende des Jahres meldet die PVC-Industrie eine anhaltend schwierige Versorgungslage und extrem hohe Preise für Energie und Rohstoffe.

Die aktuelle Situation mit anhaltenden Preissteigerungen vor allem bei Strom und Gas, deren Preise ins Unermessliche steigen, sowie weiteren Force Majeure-Meldungen mit entsprechenden Versorgungsengpässen trifft die gesamte Wertschöpfungskette der PVC-Industrie hart.

81 Force Majeure-Meldungen von Januar bis September 2021

Nach Worten des IVK Europa e.V. – Industrieverband Kunststoffbahnen, Interessenvertretung der Unternehmen, die Platten aus Kunststoff und Kautschuk für eine Vielzahl von Anwendungen herstellen, ist die Versorgungslage für Polyvinylchlorid, aber auch für andere wichtige Polymere nach wie vor schwierig: Die starke Verknappung wichtiger Rohstoffe und der anhaltende, extreme Preisanstieg stellen die Kunststoffhersteller immer wieder vor große Herausforderungen. Für den Zeitraum von Januar bis September 2021 wurden von den Rohstoffproduzenten weitere 81 Force Majeure-Meldungen gemeldet.

Zusätzlich zu den Engpässen auf dem Rohstoffmarkt steigen weltweit die Gas- und Energiepreise mit dramatischen Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie. Nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) haben sich die Preise für Strom und Gas im vergangenen Jahr vervierfacht. Der dynamische Anstieg der Energiepreise ist alarmierend, so der IVK.

Versorgung mit PVC, Weichmachern und Additiven kritisch

Der für die Mitgliedsunternehmen des IVK Europa relevante Rohstoffmarkt für PVC, Weichmacher und Additive habe einen kritischen Punkt erreicht. Nach wie vor komme es zu vorübergehenden Stilllegungen von Produktionsanlagen. Darüber hinaus fehle es nach wie vor an Importen aus Nordamerika und Asien. Für die Mitgliedsunternehmen ist der Einbruch der Gewinnspannen dramatisch, so der IVK.

PVC-Industrie muss gestiegene Preise an die Kunden weitergeben

Aufgrund dieser prekären Situation müssen die IVK Europe-Mitgliedsunternehmen Lieferzeiten verlängern, Liefermengen zuteilen und in einigen Fällen sogar Aufträge ablehnen. Zudem sehen sich die Mitgliedsunternehmen gezwungen, die gestiegenen Rohstoffpreise an ihre Kunden weiterzugeben. Mit einer Verbesserung der Situation rechnet der IVK nicht vor Mitte oder Ende nächsten Jahres.

Generell ist nach einer aktuellen Studie von Ceresana mit einer steigenden Nachfrage nach PVC zu rechnen, wobei Bauindustrie und Verpackung die größten Abnehmer bleiben.

gk