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Prozessautomatisierung weiter vorantreiben

Darren Whittall, Technischer Leiter von Fanuc UK. Foto: Fanuc

Während der Fakuma­ stellt Fanuc wieder seine Produktneuheiten im Bereich der Spritzgießtechnik in den Vordergrund. Der Trend hierbei geht vermehrt in die Richtung vollektrischer Spritzgießmaschinen und der flexiblen Automatisierung.

Welche Produkte das Unternehmen genau zeigt, in welchen Bereichen die Automatisierung weiter vorangetrieben wird und welche Ziele sich Fanuc auf dem europäischen Markt steckt, darüber gibt Darren Whittall, Leiter des European Technical Support (ETS) für den Bereich Robomachines bei Fanuc, Auskunft.

Herr Whittall, der Fanuc-Stand ist in diesem Jahr wieder gewachsen. Warum?
Die Fakuma ist eine der wichtigen Messen für die Kunststoffindustrie, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Seit Jahren entwickelt sie sich zu einer immer internationaleren Show. Damit einhergehend bauen wir unsere Präsenz aus. In diesem Jahr haben wir eine Ausstellungsfläche von 240 Quadratmetern, und wir planen 400 Quadratmeter auf der nächsten Fakuma. Wir wollen mehr von unseren Produkten und Technologien zeigen und mehr Raum für die Interaktion mit unseren Kunden haben.

Welche neuen Produkte stellen Sie aus?
Wir zeigen unsere neue Roboshot α-S450iA Spritzgieß­maschine mit einer Schließkraft von 4.500 Kilonewton erstmals in Europa. Maßgeblich für ihre Entwicklung waren die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden, in Verbindung mit dem Trend nach größeren Maschinen im vollelektrischen Segment. Außerdem zei­gen wir die Robonano α-NMiA. Dabei handelt es sich um ein Ultrapräzisionsbearbeitungszentrum. In der Kunststoffspritzgießindustrie kann die Maschine mit ihrer 0,1-Nano­meter-Skalierung eine Alternative­ zum manuellen Polieren von Formeinsätzen bieten.

Darüber hinaus zeigen wir die neue Euromap-77-Schnittstelle, die die Euromap 63 ersetzen wird. Sie basiert auf OPC UA, dem neuen­ Standard für die Kommunikation zwischen Maschinen und anderen Geräten, und stellt bei der Anwendung der Euromap 77 die Verbindung zwischen der Spritzgieß­maschine und einem Manufacturing Execution System (MES) her. Im Grundsatz bedeutet das: Euro­map 77 macht unsere Spritzgießmaschinen fit für die Industrie 4.0.

Welche Vorteile bietet eine große Spritzgießmaschine wie der neue 450-Tonner?
Unsere Kunden haben große Erwartungen an die Markteinführung der α-S450iA. Die Maschine ermöglicht durch größere Aufspannplatten und große Holmabstände den Einsatz größerer Formen und unter anderem höhere Kavitätenzahlen. Sie kann in einer Vielzahl von Branchen wie der Automobil- oder Medizin­industrie eingesetzt werden. Als Beispiel dafür zeigen wir auf der Fakuma ein Bauteil eines Insulinpens, welcher mehrkavitätig auf unserer Maschine hergestellt werden kann.

Wer sind potenzielle Kunden für die Robonano?
In Japan ist die Robonano bereits seit einigen Jahren erhältlich. Großes Interesse an dieser Ultrapräzisionsmaschine gibt es in der Uhrenindustrie, im Formenbau, der Medizintechnik und anderen Bereichen. Die Robonano wurde speziell für die fünfachsige Diamantbearbeitung von Freiformflächen entwickelt. Dies passt sehr gut in die Spritzgießindustrie, da Fanuc nun ein deutlich erweitertes Produktportfolio über die gesamte Prozesskette anbieten kann. Die Robonano ergänzt Robodrill, unser vertikales Bearbeitungszentrum, und Robocut, unsere Drahterodiermaschine. So kann die Produktion von Werkzeugeinsätzen weiter automatisiert werden – ohne manuelles Polieren. Zusätzlich lassen sich Fanuc-Roboter einsetzen, um die Prozess­automatisierung noch weiter vor­anzutreiben. Um dies zu demonstrieren, werden wir auf der Fakuma­ auch eine „One Fanuc Solution“ zeigen: eine 100-Tonnen-Spritzgießmaschine, die mit einem Fa­nuc-Industrieroboter, montiert auf einer Linearachse, und einem kollaborativen Fanuc-Roboter automatisiert wird.

Im Jahr 2017 eröffnete Fanuc­ in Neuhausen ein euro­päisches Entwicklungszentrum.­ Warum?
Unser Firmensitz ist in Japan, aber wir entwickeln schon seit Langem Produkte gemäß den Wünschen unserer europäischen Kunden. Fanuc hat sich immer bemüht, nah am Kunden zu sein. Es war daher nur konsequent, dass wir einen Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten nach Europa verlagern.

Was sind Ihre Ziele im Spritzgießbereich in Europa?
Wir wollen die Zufriedenheit unserer Kunden kontinuierlich steigern, indem wir ihnen exzellente Technologie, Qualität, Lieferbedingungen und Service bieten. Es ist uns sehr wichtig, langfristige, vertrauensvolle Partnerschaften mit unseren Kunden aufzubauen und gemeinsam mit ihnen in einem expandierenden europäischen Spritzgießmarkt zu wachsen. Dazu investieren wir unter anderem in neue Standorte, um unsere Kunden in Bezug auf Service, technischen Support und Vertrieb zufriedenzustellen. So eröffnen wir zum Beispiel in diesem Herbst ein Büro im bayerischen Regensburg. Aktuell sind wir mit Tochtergesellschaften in mehr als 20 europäischen Ländern vertreten und wir erweitern unser Netz kontinuierlich – gemäß unserer Maßgabe „Service First“.

db