Profile aus Verbundmaterial im Vorteil

Back to Beiträge

Mit Pultrusion und Pullwinding lassen sich Profile aus Faserverbundmaterial leicht, stabil und kostengünstig herstellen.

Ein gutes Beispiel für die Vorteile von Profilen aus Verbundmaterial sind ausfahrbare Werkzeugstäbe für den Baumschnitt, die heute aus einer Vielzahl von Materialien bestehen: von Aluminium bis hin zu Glasfaser und Kunststoff. Dabei hat jedes Material seine speziellen Vorteile.

Leicht, belastbar und nicht leitend

Für jeden, der mit den Werkzeugen arbeitet, steht dabei die Sicherheit an oberster Stelle. Diesbezüglich spricht viel für Glasfaser als Material für ausfahrbare Schnittgeräte. Es ist leicht, stark und nichtleitend und bringt somit im Vergleich zum Gegenstück aus Aluminium einen eindeutigen Vorteil, wenn in Bereichen mit zahlreichen Oberleitungen gearbeitet werden muss.

Zudem sind faserverstärkte Rohre sehr stabil, was gerade bei Baumschnittwerkzeugen sehr wichtig ist, da die Stäbe sehr häufig und mit hohem Kraftaufwand genutzt werden und deshalb dazu neigen, sich zu verbiegen oder zu brechen.

Weiterer Vorteil: Glasfaserrohre rosten nicht und sind unempfindlich gegenüber wiederholten Stößen gegen Äste. Aufgrund ihrer hohen Langlebigkeit spart man auf lange Sicht Geld.

Profile aus Verbundwerkstoffen lassen sich kosteneffizient "maßschneidern"

Es lohnt sich aber auch noch aus anderen Gründen, sich eingehend mit den Vorteilen von Verbundwerkstoffen zu befassen. Denn die Kombination der Stärke von Glas- oder Kohlefaser mit der Anpassungsfähigkeit eines Harzsystems, das maßgeschneidert auf kosteneffiziente Weise für individuelle technische Voraussetzungen und Anforderungen produziert werden kann, ist sicherlich für zahlreiche Hersteller attraktiv.

Für die Herstellung solcher Rohre hat sich der finnische Hersteller Exel Composites auf zwei Arten von kontinuierlichen Fertigungsverfahren spezialisiert – Pultrusion (Strangziehverfahren) und Pullwinding.

Das erste Pultrusion-Patent wurde schon Mitte der 1940er beantragt, doch es war der amerikanische Kunststoffpionier W. Brandt Goldsworthy, der von den meisten als Erfinder des Verfahrens im Jahr 1959 angesehen wird. Die Pultrusionstechnologie bringt nach Erfahrung von Exel die wohl größte Flexibilität in Bezug auf Profildesign, und ihre Strukturmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

So funktioniert das Verfahren: Glasfaserrollen und optionale Matten werden zusammengeführt, bevor sie in Harz getränkt werden. Die Fasern werden anschließend durch eine erhitzte Matrize gezogen, in der das Verbundmaterial ausgehärtet wird, bevor die Profile am Ende der Anlage in die gewünschte Länge geschnitten werden.

Pullwinding funktioniert ähnlich wie das Pultrusion-Verfahren, allerdings werden hier die Fasern um ein Profil gewickelt, bevor sie in die erhitzte Matrize kommen. Der Vorteil davon liegt in den Faseranpassungsmöglichkeiten in Längs- und Querrichtung. Dies ermöglicht es, ein breiteres Lösungsspektrum anzubieten und sogar dünnere Profilwände herzustellen, zum Beispiel für Rohre.

Weniger Gewicht und Kosten bei mehr Leistung und Effizienz

Beide Fertigungstechnologien sind nach Erfahrung von Exel sehr interessante Lösungen für Hersteller, die das Gewicht reduzieren, die Leistungsfähigkeit und Effizienz verbessern und sogar die langfristigen Kosten verringern möchten.

Wie Exel Composites erklärt, ist es dem Unternehmen mit seiner langjährigen Erfahrung und dem Einsatz von Technologien wie Pultrusion und Pullwinding gelungen, einige der größten und komplexesten Profile auf dem Markt herzustelllen.

Die ausfahrbaren Stäbe für den Baumbeschnitt sind hier nur ein Beispiel von vielen. Denn der Einsatz von Verbundwerkstoffen nimmt generell zu und reicht heute von Fenster- und Türrahmen über Werkzeuggriffe bis hin zu Versteifungen für die Automobilindustrie.

Aufgrund der zahlreichen Vorteile finden heute pultrudierte Verbundwerkstoffe in vielen Bereichen Anwendung, wie zum Beispiel im Transport-, Gebäude-, Bau- und Infrastruktursektor. Aktuell tragen sie auch dazu bei, die Kosten der Windenergie zu senken.

gk

Exel Composites

Exel Composites, ein globales Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Finnland, ist der weltweit größte Hersteller von poltrudierten und Pullwinding-Verbundmateriallösungen. Von den hohen Standards in den Bereichen globale Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb profitieren Kunden aus vielen Branchen und mit unterschiedlichen Anwendungen.

Exel verfügt über 60 Jahre Erfahrung im Bereich Verbundmaterial und technische Entwicklung und arbeitet mit den Kunden bei der Gestaltung und Fertigung von Verbundmateriallösungen hoher Qualität mit Kohlefaser, Fiberglas und anderen hochwertigen Materialien zusammen.

Mit den Verbundmaterialien des Unternehmens lassen sich das Gewicht reduzieren, die Leistung verbessern und die gesamten Lebenszykluskosten verringern, während die Energieeffizienz erhöht und die ökologische Nachhaltigkeit unterstützt werden.

Exel Composites beschäftigt weltweit etwa 650 Mitarbeiter und ist an der Nasdaq-Börse in Helsinki notiert.

Share this post

Back to Beiträge