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Präzisions-Polyamid fast ohne Formschwindung

Die Formschwindung des neuen Werkstoffs von Dipromat ist wesentlich geringer als bei anderen glasfaserverstärkten Polyamiden. Foto: Dipromat

Zwei neue, hochverstärkte Polyamid-Produktreihen mit nahezu 0 % Formschwindung machen eine Herstellung von ästhetischen, verzugsfreien Bauteilen möglich.

Rotfeld-Consulting hat für die Schwesterfirma Dipromat zwei komplette Produktreihen aus Polyamid mit 40 bis 62 % Glasfaserverstärkung entwickelt, die praktisch keine Formschwindung aufweisen und sich dadurch ideal zur Fertigung von für ästhetischen verzugsfreien Bauteilen eignen.

Blick über den Tellerrand führt zum Erfolg

Innovationen entstehen immer, wenn man über den Tellerrand hinausblickt. Davon sind Uwe Stenglin, einer der Gründer von Rotfeld-Consulting und Dipromat, und sein Team fest überzeugt. Und so konnte das Dipromat-Team mit Hilfe seiner langjähriger Erfahrung im Bereich Spritzguss in sehr kurzer Zeit wegweisende Entwicklungen für die Additive Fertigung realisieren, darunter ETP-Granulat und Pulver für FFF/FGM und SLS.

Spannend ist, dass nun bereits Innovationen aus dem 3D-Druck die Spritzgussmaterialien beeinflussen. Der Hintergrund: Was die Additive Fertigung am wenigsten braucht ist Formschwindung, denn diese führt zu Verzug. Vor allem die großen Unterschiede zwischen Längs- und Quer-Faserorientierung sind störend, weshalb Dipromat und Rotfeld-Consulting für den AF-Filament- und Granulat-Druckermarkt eine komplette ETP-Familie mit hervorragender Dimensionsstabilität entwickelt hat.

Entwicklung für Spritzguss nutzt Know-how aus Additiver Fertigung

Das Know-how aus der Herstellung sehr maßgenauer Produkte für die Additive Fertigung wurde nun auf eine Entwicklung für den Spritzgussbereich übertragen. Insbesondere die extreme Verknappung von PA66-Vorprodukten hat das Team zusätzlich beflügelt, alternative Metallersatz-Werkstoffe mit minimaler Schwindung und geringen Längs-/ Quer-Eigenschaftsunterschieden vorzustellen, die kaum von der Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt werden.

Extreme Präzision durch geringste Formschwindung

Die Grafik zeigt die Zugfestigkeit des neuen Werkstoffs von Dipromat im Vergleich zu anderen glasfaserverstärkten Polyamiden, jeweils trocken und conditioniert. Foto: Dipromat

Wie Dipromat erklärt, sind gleich mehrere Eigenschaften für hochverstärkte Polyamid-High-Performance-Werkstoffe in dieser Kombination einmalig: So zum Beispiel die extrem hohe Präzision durch geringste Formschwindung von 0/0,1 % (l/q), die zu minimalem Verzug führt, aber auch der geringer Einfluss der Materialfeuchte auf die Eigenschaften und die hohe Energie-Effizienz. Denn die neuen Werkstoffe zeichnen sich durch 35 bis 40 °C niedrigere Verarbeitungstemperatur im Vergleich zu Teilaromatischen PA-Typen auf PA66+PA6I/X-Basis aus.

Als weitere besondere Eigenschaften nennt Dipromat das große Verarbeitungsfenster und die Herstellbarkeit von ästhetischen Oberflächen bei bis zu 62 % Glasfaserverstärkung (matt oder Hochglanz). Die neuen Polyamide, die mit 40, 50 und 62 % Glasfaserverstärkung hergestellt werden, zeichnen sich zudem durch eine hohe Festigkeit quer zur Faserorientierung sowie eine gute Schlag- und Kerbschlagzähigkeit aus und sind auch mit strahlenvernetzbaren Einstellungen oder mit halogenfreiem Flammschutz lieferbar.

Werte mit hochverstärkten Standard-Polyamid-Typen nicht zu erreichen

Wichtig für den Konstrukteur ist nach Überzeugung von Dipromat aber vor allem die Formschwindung von nur 0/0,1 % (längs/quer) – Werte, die mit hochverstärkten Standard-PA-Typen oder teilaromatischen Serienwerkstoffen nicht zu erreichen sind, so Dipromat. Zusätzlicher und gerade in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzender Vorteil der neuen Produkte von Dipromat: Die eingesetzten Rohstoffe sind besser verfügbar als PA66.

gk