Positive Trendwende im Composites-Markt

Composites Germany ermittelt in einer Marktstudie halbjährlich die aktuelle und künftige Geschäftslage für Verbundwerkstoffe. Foto: Reed

Eine aktuelle Composites-Markterhebung bestätigt eine positive Trendwende der Geschäftslage. Die Branche blickt zudem optimistisch in die Zukunft.

Aktuelle Kennzahlen zum Markt für Composites deuten auf eine positive Trendwende hin. Bereits zum siebzehnten hat Composites Germany seine Mitgliedsunternehmen zum Markt für faserverstärkte Kunststoffe befragt. Nachdem die Bewertung der Geschäftslage fast zwei Jahre in Folge stetig abnehmend war, zeigte sich bereits in der letzten Befragung vor einem halben Jahr eine Trendwende hin zu einer positiveren Sichtweise. In der aktuellen Befragung setzt sich der positive Trend weiter fort. So beurteilen fast 80 % der Befragten die Geschäftslage weltweit als positiv oder sogar sehr positiv.

Die aktuelle Composites Markterhebung spiegelt eine positive Trendwende bei der aktuellen Geschäftslage. Grafik: Composites Germany

Trendwende trotz zahlreicher Herausforderungen

Im industriellen Umfeld existieren derzeit zahlreiche Herausforderungen. Die Corona-Pandemie ist nur abgeflaut, aber nicht verschwunden. Logistikketten zeigen auch heute noch sich eklatante Engpässe. Rohstoffmangel, stark ansteigende Preise vieler Rohstoffe und zuletzt der Chipmangel wirken sich auf verschiedene Anwendungsindustrien aus. Trotzdem zeigt sich in der Composites-Industrie ein äußerst optimistisches Bild.

Gestützt wird die positive Grundstimmung auch von positiven Erwartungen an die Zukunft. Über 80 % der Befragten gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage in Europa im nächsten halben Jahr aus. Auch für die andern Regionen zeigt sich ein ähnliches Bild.

Erwartungen an Anwendungsindustrien unterschiedlich

Die Erwartungen an ausgewählte Anwendungsbereiche zeigen sich äußerst unterschiedlich. Größere Rückgänge werden vor allem für die Bereiche Automobil, Luftfahrt und Windenergie erwartet. Allerdings geht der Anteil derjenigen, die eine eher pessimistische Einschätzung haben, deutlich zurück. Gingen bei der letzten Erhebung 46 % der Befragten von einer Verschlechterung der Situation im Luftfahrtbereich aus, so sinkt dieser Wert auf nur noch 17 %. Für den Bereich Automobil sinkt der Wert von 17 % auf nunmehr 14 %.

Einschätzung zur Entwicklung ausgewählter Anwendungsbereiche. Grafik: Composites Germany

Wesentliche Wachstumsimpulse für die Composites-Industrie erwartet die Branche vor allem in den beiden Bereichen Infrastruktur-/Bau und Sport/Freizeit. Auch in Zeiten eines eher schwierigen Umfeldes zeigen sich speziell diese beiden Bereiche als sehr stabil. Es bleibt weiterhin spannend zu sehen, ob und in welchem Rahmen beide Anwendungsbereiche in der Lage sein werden, die zukünftige Entwicklung weiter zu befeuern.

GFK bleibt Wachstumstreiber im Composites-Markt

Werkstoffseitig setzt sich der Paradigmenwechsel weiter fort. CFK verliert in den Augen der Befragten weiterhin an Einfluss im Hinblick auf seine Rolle als Wachstumstreiber. GFK wird nun zum dritten Mal in Folge als wichtigster Werkstoff genannt.

Vor allem die Bereiche Bau- & Infrastruktur sowie Transport sind die zentralen Anwendungsfelder für Composites-Bauteile. Der Transportbereich reagiert dabei deutlich schneller und oftmals intensiver als der Baubereich auf externe Einflüsse und Störungen. Dafür zeigt sich innerhalb dieses Segmentes aber auch eine meist höhere Innovationsbereitschaft und Entwicklungsgeschwindigkeit.

Markt für Composites im steten Wandel Composites sind nach wie vor relativ junge Werkstoffe, die ein hohes Potenzial aufweisen. Es bleibt spannend, inwieweit sich Composites als Werkstoffalternative etablieren können und ob sie von den anstehenden Änderungen (z. B. alternative Antriebe, Nachhaltigkeit, alternative Energie, 5G) profitieren können. Die Teilnehmer der Marktbefragung sehen dies optimistisch.

Die Ergebnisse alle bisherigen Markterhebungen von Composites Germany finden sich hier. Die nächste Composites-Markterhebung erscheint im Januar 2022.

mg

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