Polystyrol: Ein alter Kunststoff bleibt stark

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Ceresana erwartet weiteres Wachstum für den Markt für Polystyrol (PS) und Expandiertes Polystyrol (EPS) – bis zum Jahr 2026 auf mehr als 37,3 Mrd. USD.

Eine der ältesten Kunststoff-Sorten hat immer noch große wirtschaftliche Bedeutung: Vor rund 90 Jahren wurde in Deutschland zum ersten Mal Polystyrol hergestellt. Bis heute werden daraus die meisten Joghurtbecher gefertigt. Seit 1950 wird Polystyrol auch aufgeschäumt und zum Beispiel als Styropor vermarktet. Ceresana hat den Weltmarkt für Polystyrol (PS) und für Expandiertes Polystyrol (EPS) untersucht. Die Analysten erwarten, dass der weltweite Umsatz dieser Kunststoffe, also von PS und EPS zusammen, bis zum Jahr 2026 auf mehr als 37,3 Mrd. USD wachsen wird.

Das Polystyrol-Universum

Zu Polystyrol gehören General-Purpose-Polystyrol (GPPS), High-Impact-Polystyrol (HIPS) und extrudiertes Polystyrol (XPS). Vorteilhafte Merkmale von PS, etwa Oberflächenglanz, Schlagzähigkeit, Spannungsrissbeständigkeit und Fließverhalten, gewähren PS ein breiteres Anwendungsspektrum als EPS. Die globale PS-Nachfrage erreichte im Jahr 2018 ein Volumen von rund 11,2 Mio. t. Gebraucht wird PS besonders von der Verpackungsindustrie; es wird aber auch gerne zu Gehäusen von Monitoren, Fernsehern, Druckern und weiteren elektrischen Geräten sowie Konsum- und Bauprodukten verarbeitet.

Im Verpackungssektor wird PS vor allem für Lebensmittelverpackungen verwendet, da es durch seine hohe Steifigkeit Formstabilität garantiert. Zudem sind PS-Verpackungen relativ leicht und damit sehr kosteneffektiv, eine wichtige Voraussetzung im hart umkämpften Verpackungsmarkt. Einsatzbereiche von PS sind zum Beispiel Becher für Molkereiprodukte, wie Joghurt, Sahne, Milch, Milchmixgetränke, Frischkäse, Speisequark oder Desserts. Besonders für Multipacks ist eine hohe Zähigkeit wichtig; daher wird schlagzähes Polystyrol (HIPS) oft mit Standard-Polystyrol (GPPS) gemischt. Extrudiertes Polystyrol (XPS) wurde ursprünglich für Schwimm- und Auftriebskörper entwickelt. Heute wird dieser Schaumstoff vor allem zu Dämmplatten für Gebäude verarbeitet.

Expandiertes Polystyrol (EPS) als formbarer Schaumstoff

Der leichte, feste und fast beliebig formbare Schaumstoff EPS wird überwiegend von der Bauindustrie zur Isolation gegen Wärme, Kälte oder auch Schall eingesetzt. Weltweit kommen viele EPS-basierte Produkte beim Wohnungsneubau sowie der Sanierung von Altbauten zum Einsatz. Mit EPS konkurrieren zum Beispiel Glas- und Steinwolle, PUR-Schäume, aber auch Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Bis zum Jahr 2026 erwartet Ceresana einen Zuwachs der globalen EPS-Nachfrage von 2,6% pro Jahr. Besonders in Europa profitiert die Branche von Klimaschutz-Bemühungen und staatlichen Fördermaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Während in Europa auf die Bauindustrie ein Anteil von 60% der EPS-Nachfrage entfällt, erreicht sie weniger als 48% in Asien, dem größten EPS-Markt. EPS steckt auch zum Beispiel in Schutzhelmen und Schwimmwesten, in Getränkebechern, Verpackungen, Gießformen und zahlreichen weiteren Anwendungen. Die Länder in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika dominieren den Markt für EPS-Verpackungen mit einer Nachfrage von insgesamt 2,8 Mio. t im Jahr 2018. EPS-Behälter werden zum Beispiel für den Transport von frischem Fisch oder Elektronikprodukten gebraucht.

mg

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