Polyol für emissionsarme Polyurethan-Schaumstoffe

Drei Jahre hat BASF an der Entwicklung des neuen Polyols gearbeitet, das deutlich weniger Emissionen aus Polyurethan-Schaumstoffe entlässt. Foto: BASF

Ein neues BASF-Polyol senkt die Emissionen von Aldehyden aus Polyurethan-Schaumstoffen im Fahrzeug.

Das Polyol Lupraphen 2602/1 der BASF ermöglicht die Herstellung von emissionsarmen Polyurethan-Schaumstoffen, die vor allem als Oberflächenkaschierung im Fahrzeuginnenraum zum Einsatz kommen.

Polyurethan-Schaumstoffe im Auto

Insassen moderner Autos sind vor allem von einem Material umgeben: Schaumstoff. Von den Sitzen über die Seitenverkleidung bis zum Dachhimmel – fast der komplette Innenraum im Auto ist mit einer dünnen Schaumstoffschicht kaschiert. Sie sitzt unter den Stoff- und Lederoberflächen.

Neues Polyol mit deutlich niedrigeren Emissionswerten

BASF hat an einem neuen Polyol gearbeitet, dass diese Schaumschicht zu deutlich niedrigeren Emissionswerten beitragen soll: Das neue Polyester-Polyol ermöglicht die Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff, der deutlich weniger Emissionen ins Fahrzeuginnere entlässt als seine Vorgängergenerationen. Polyol ist neben Isocyanat der zentrale Baustein für Polyurethan-Schaumstoffe.

„Im Vergleich mit der vorherigen Generation konnten wir für Formaldehyd die Emissionen bis zu 40 Prozent senken, für Acetaldehyd sogar bis zu 70 Prozent“, sagt Iran Otero Martinez, Teamleiter Entwicklung Blockschaum bei BASF. „Das ist ein großer Schritt nach vorn. Das neue Polyol bietet unseren Kunden, die bisher ein Vorgängerprodukt bezogen, einen echten Mehrwert“, ergänzt Martinez. So habe der Rohstoff identische Produkteigenschaften wie sein Vorgänger, führe aber zu geringeren Emissionen.

EU arbeitet an strengeren Grenzwerten

Die Kaschierung im Fahrzeugraum ist die größte Einzelanwendung von Polyurethan-Schaumstoffen. Doch besonders die Formaldehydwerte sind in der Diskussion. So arbeitet die EU aktuell an strengeren Grenzwerten für die Luft in Innenräumen, also auch in Kraftfahrzeugen.

Die Autohersteller wünschen sich ebenfalls andere Materialien, nicht zuletzt, weil sie die besonders hohen gesetzlichen Anforderungen in Asien erfüllen wollen. Hier leistet Lupraphen 2602/1, das im November 2020 in den Markt eingeführt wurde, einen wichtigen Beitrag.

Drei Jahre hat BASF an ihren Standorten Lemförde und Ludwigshafen an der Entwicklung gearbeitet. Kooperationspartner waren zwei große Schaumstoffproduzenten. Mit ihnen wurde der Einsatz des Polyols in der Praxis getestet.

mg

Schlagwörter: