Sabic: Polymere im Rohstoff-Kreislauf

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Sabic stellt auf der K-Messe ein chemisches Recycling vor, das aus Kunststoffabfall neue Polymere macht. Viele Markenhersteller wollen mitmachen.

Sabic hat eine Initiative zur Herstellung zertifizierter Kreislaufpolymere gestartet und wird diese erstmals auf der K-Messe in Düsseldorf vorstellen. Die zertifizierten Kreislaufpolymere werden durch den Einsatz von Pyrolyseöl hergestellt, das in einem chemischen Recyclingverfahren aus vermischten Kunststoffabfällen gewonnen wird. Sabic wird das Pyrolyseöl künftig in seinem Werk Chemelot in Geleen (Niederlande) verarbeiten. Auch die BASF hat kürzlich verkündet, beim Thema Kreislaufwirtschaft auf das chemisches Recycling von Kunststoffabfällen zu setzen.

Sabic wird die aus dem Pyrolyseöl hergestellten Kunststoffe, bei Sabic zertifizierte Kreislaufpolymere genannt, an führende Markenhersteller liefern. Derzeit sind Unilever, Tupperware, Vinventions und Walki Group über eine Kooperation dabei, die die Kreislaufpolymere zur Herstellung von Konsumgütern oder Verpackungen verwenden.

Kreislaufpolymere als disruptive Innovation

Frank Kuijpers, Sabic: „Wir investieren entschlossen, um das chemische Recycling im großen Maßstab umzusetzen.“ Foto: Sabic

Sabic betrachtet die Einführung seiner zertifizierten Kreislaufpolymere als eine disruptive Innovation zur Transformation der Wertschöpfungskette gemeinsam mit seinen Zulieferern und Kunden. Die Aufbereitungstechnologie wandelt Mischkunststoffabfälle wieder zu Originalpolymeren für Qualitätsanwendungen um und ermöglicht auf diese Weise die kreisläufige Wiederverwertung natürlicher Ressourcen. Mechanische Recyclingverfahren leisten zwar ebenfalls einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, doch die Mengen sowie die Zyklen sind hier begrenzt. Der zertifizierte Sabic Prozess führt dagegen wieder zu völlig neuwertigen Polymeren und stellt somit eine echte Alternative zu mechanischen Methoden dar und schließt so den Recyclingkreis.

Als globale Markenhersteller spielen Unilever, Tupperware, Vinventions und Walki Group eine bedeutende Rolle in der Kreislaufwirtschaft. Sie sind sich außerdem der entscheidenden Kriterien der Reinheit, Qualität und Sicherheit von Materialien für Konsumgüter oder Verpackungen bewusst. Der chemische Recyclingprozess von bietet die direkte Substitution herkömmlicher Materialien durch Kreislaufpolymere mit vergleichbaren Anwendungs- und Verarbeitungseigenschaften.

Wert von Kunststoffen in Abfallströmen erhalten

„Um den Wandel von der linearen zur Kreislaufwirtschaft zu bewerkstelligen und gleichzeitig die Anforderungen unserer Kunden und der Verbraucher zu erfüllen, muss der Wert der Kunststoffe in den Abfallströmen erhalten und maximiert werden“, sagt Frank Kuijpers, als General Manager Corporate Sustainability von Sabic verantwortlich für Nachhaltigkeit. „Wir investieren entschlossen in das dafür erforderliche Knowhow, fördern enge Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden und sind stolz darauf, dass es uns gelungen ist, das chemische Recyclingverfahren im großen Maßstab umzusetzen.“

Anteil des Pyrolyseöls im Polymer zertifiziert

Die Polymere werden nach den Vorgaben der ‚International Sustainability and Carbon Certification plus‘ (ISCC+) zertifiziert, die den Anteil des Kreislaufmaterials entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Quelle bis zum Endprodukt prüft. Das ISCC+ System arbeitet mit einer Massenbilanzierung, bei der für jede Tonne Kunststoffabfall, die dem Cracker anstelle von fossilen Rohstoffen zugeführt wird, eine Tonne des ausgebrachten Volumens als Kreislaufmaterial klassifiziert werden kann.

Sabic plant den Bau einer teilkommerziellen Anlage im Werk Geleen speziell zur Raffinierung und Aufbereitung von Pyrolyseöl als Ressource für Kreislaufpolymere. Die volle Serienproduktion dieser Anlage soll im Jahr 2021 anlaufen.

mg

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