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Polycarbonat im Kreislauf

Auf dem Weg zum Kreislauf: Aus solchen Ballen mit gemischten Kunststoffabfällen entsteht durch Pyrolyse flüssiges Pyrolyseöl, das als Ausgangsmaterial für neues Polycarbonat verwendet werden kann. Foto: Sabic

Wie Sabic erklärt, ist es dem Unternehmen erstmals gelungen, Polycarbonat aus Post-Consumer-Mischkunststoff herzustellen und so den Kreislauf zu schließen.

Sabic, ein weltweit führendes Unternehmen der chemischen Industrie, gab die Markteinführung seines zertifizierten, kreislauffähigen Polycarbonat-Harzes und seiner Blends bekannt, die aus dem Upcycling von Post-Consumer-Mischkunststoff hergestellt werden – eine Premiere in der Branche, so Sabic.

Diese Lösung, die auf fortschrittlichem Recycling basiert, unterstreicht das kontinuierliche Engagement von Sabic für eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe und erhöht die Verfügbarkeit von nachhaltigeren Produkten.

Kreislauf-Polycarbonat reduziert CO2-Fußabdruck um bis zu 23 %

Laut einer internen LCA-Studie von Sabic erreicht das zertifizierte, kreislauffähige Polycarbonat im Vergleich zu seinem Vorgänger eine potenzielle Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um bis zu 23 %.

"Wir sind stolz darauf, einen weiteren, wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe geleistet und eine neue Lösung entwickelt zu haben, die unseren Kunden helfen kann, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und einen Mehrwert zu schaffen. Denn mit unserem Recycling-Polycarbonat können sie die Menge an recyceltem Post-Consumer-Mischkunststoff, den sie verarbeiten, erhöhen", so Abdullah S. Al-Otaibi, ETP & Market Solution General Manager bei Sabic.

„Sabic erweitert kontinuierlich sein Nachhaltigkeitsangebot, speziell im Bereich der technischen Thermoplaste, und entwickelt neue Lösungen in unserem Polycarbonat-Portfolio, um die steigenden Anforderungen unserer Kunden an zirkuläre Inhalte und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks zu unterstützen", fügte Al-Otaibi hinzu.

Fortschrittliches Recycling von Mischkunststoffen

Das zertifizierte Kreislauf-Polycarbonat ist Teil des Trucircle-Portfolios von Sabic und wird durch fortschrittliches Recycling von Mischkunststoffen hergestellt, die andernfalls für die Verbrennung oder Deponie bestimmt wären. Durch Pyrolyse wird dabei schwer zu recycelnder Altkunststoff flüssiges Pyrolyseöl aufgespalten. Dieses wird dann als Ausgangsmaterial für die Herstellung von zertifizierten Kreislaufbausteinen für Hochleistungskunststoffe wie in diesem Fall Polycarbonat verwendet, die die gleichen Eigenschaften wie Neumaterial aufweisen.

Polycarbonat – genauer gesagt Lexan-Harz – ist Teil des umfangreichen ETP-Portfolios von Sabic, das auch PC-Mischungen wie Cycoloy und Xenoy-Harze umfasst. Kunden aus verschiedenen Branchen wie E&E, Automotive, Healthcare, B&C und Konsumgüter können das zertifizierte Recycling-Polycarbonat unter identischen Prozessbedingungen wie das etablierte Polycarbonat verwenden, so Sabic.

Standardisierter Massenbilanzansatz

Das Polycarbonat wird von einem unabhängigen Dritten im Rahmen des International Sustainability and Carbon Certification (ISCC Plus)-Programms unter Verwendung eines standardisierten Massenbilanzansatzes zertifiziert, der eine Methode zur Feststellung des Rezyklatgehalts nach vordefinierten und transparenten Regeln erlaubt. Darüber hinaus bietet die anerkannte ISCC Plus-Akkreditierung die Rückverfolgbarkeit entlang der physisch verbundenen Lieferkette von Sabic, vom Ausgangsmaterial bis zum Endprodukt, was eine auf dem Massenbilanzsystem basierende Nachweiskette erfordert.

Das 2019 eingeführte Trucircle-Portfolio von Sabic gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Schließung des Kreislaufs und zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe und soll Herstellern den Zugang zu nachhaltigeren Materialien ermöglichen. Das Trucircle-Portfolio umfasst recyclinggerechtes Design, mechanisch recycelte Produkte, zertifizierte Kreislaufprodukte aus der Wiederverwertung gebrauchter Kunststoffe, zertifizierte erneuerbare Produkte aus biobasierten Rohstoffen und Initiativen zur Kreislaufschließung, um Kunststoffe für hochwertige Anwendungen wiederzuverwerten und zu verhindern, dass wertvolle gebrauchte Kunststoffe zu Abfall werden.

gk

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