Pharmapressen fertigen Verschlussstopfen für Impfampullen

Große Anlagen brauchen große Transportmittel: Die ersten acht der je 45 t schweren Pharmapressen hat Wickert auf Kundenwunsch mit der Antonov, dem größten Flugzeug der Welt, transportieren lassen. Foto: Wickert Maschinenbau GmbH

Auf Pharmapressen von Wickert werden Verschlussstopfen für Impfampullen der so dringend benötigten Corona-Vakzine gefertigt.

Großauftrag von Zulieferern der Pharmaindustrie: Im Rahmen eines Großauftrags liefert Wickert Pharmapressen, auf denen Verschlussstopfen für Impfampullen gefertigt werden. Den Auftrag dazu hat der pfälzische Maschinenbauer bereits im Frühjahr vergangenen Jahres von Zulieferern der Pharmaindustrie erhalten. Innerhalb weniger Monate sollen mehrere Milliarden Impfampullen produziert werden. Jede dieser hochreinen Ampullen wird mit einem Verschlussstopfen steril verschlossen.

Bei den besagten Maschinen handelt es sich um Pressen vom Typ WKP 10.000 S. Sie können mit nur einem Pressenhub bis zu 2.000 Verschlussstopfen herstellen.

Auf den Wickert-Pharmapressen werden unter Reinraumbedingungen Verschlussstopfen gefertigt. Foto: Wickert Maschinenbau GmbH

Mit der Antonov ans Ziel

Um die Lieferzeiten zu verkürzen wurde die Produktion der Anlagen beschleunigt. Die ersten acht Exemplare seiner Pressen hat Wickert auf Kundenwunsch mit der Antonov, dem größten Flugzeug der Welt, an die verschiedenen Produktionsstandorte fliegen lassen. Diese produzieren inzwischen unter Vollauslastung Verschlussstopfen.

Momentan werden weitere Pharmapressen unter hohem Zeitdruck gefertigt, um die große Nachfrage nach Verschlüssen für Impfampullen bedienen zu können.

Ohne Verschlussstopfen sind die Impfampullen nutzlos

Wickert ist führend im Bereich Reinraum- und Pharmapressen. Neben Verschlussstopfen werden auf Wickert-Pharmapressen unter anderem Spritzenkolben für Einwegspritzen und Nadelschutzkappen hergestellt.

Dass Wickert-Pressen hier eine wesentliche Rolle in der Eindämmung der weltweiten Corona-Pandemie spielen, weiß auch Hans-Joachim Wickert, Geschäftsführer der Wickert Maschinenbau GmbH: „Ohne unsere Pressen kann der Impfstoff nicht abgefüllt werden. Deswegen geben unsere Mitarbeiter seit Monaten ihr Bestes, damit baldmöglichst viele Menschen einen wirksamen und sauber verschlossenen Impfstoff bekommen. Fachkräfte-Teams haben regelmäßig Zusatzschichten am Wochenende eingelegt.“

Hans Joachim Wickert, Inhaber und Geschäftsführer der Wickert Maschinenbau GmbH. Foto: Wickert Maschinenbau GmbH

Wickert hat seine Produktionsabläufe entsprechend umgestellt. Dadurch konnte die Lieferzeit der jeweils 45 t schweren Pressen von zehn auf sechs Monate verkürzt werden. Weitere 25 Tage Einsparung brachte bei Kunden aus Übersee oder Asien der Transport per Flugzeug statt mit dem Schiff.

Pharmapressen fertigen im Reinraum

Die Verschlussstopfen werden unter Reinraumbedingungen gefertigt. Das erfordert strengste Anforderungen an die Sauberkeit einzuhalten, wie der Geschäftsführer betont: „Schon Partikel mit einer Größe von 3,0 Mikrometer, also 0,003 Millimeter, gelten als Verschmutzung.“ Ein feines menschliches Kopfhaar ist mit 0,03 mm etwa zehn Mal so dick.

Gummistopfen, die zur Verpackung von Impfstoffen eingesetzt werden, benötigen eine Zulassung der zuständigen Behörden. Damit sie Milliarden von Impfampullen gleichermaßen sicher verschließen, müssen sie über spezifische Eigenschaften verfügen. Zudem sollen sie den Impfstoff bei hohen Plusgraden genauso zuverlässig abdichten wie bei extremen Minusgraden. All diese Anforderungen erfüllen die Verschlüsse, die auf den Wickert-Maschinen produziert werden. „Wickert-Pressen sind für die Fertigung von Verschlussstopfen für den Corona-Impfstoff unverzichtbar.“

db