Zum Inhalt springen

PET-Verpackungen auf gutem Weg zur Kreislaufwirtschaft

PET-Rezyklate (rPET) sind gefragte Rohstoffe, die besonders in der Faser- und Folienindustrie und bei Produzenten der sogenannten Preforms, aus denen PET-Flaschen hergestellt werden, begehrt sind. Foto: Starlinger

Eine aktuelle Studie belegt die stetige Entwicklung der europäischen PET-Industrie hin zur Kreislaufwirtschaft und den Ausbau der Recyclingkapazitäten.

Neue Daten über Sammlung, Recyclingkapazität und Produktion von PET für das Jahr 2020 zeigen Steigerungen bei allen gemessenen Faktoren, was auf eine stetige Entwicklung der europäischen PET-Industrie hin zur Kreislaufwirtschaft hinweist. Ein starkes Wachstum haben die Marktforscher insbesondere auf dem PET-Recyclingmarkt beobachtet. Hier konnte nach der Studie von Plastics Recyclers Europe, Petcore Europe, Natural Mineral Waters Europe und der europäischen Handelsorganisation Unesda Soft Drinks Europe in der EU27+3 die installierte Kapazität um insgesamt 21 % auf 2,8 Mio. t gesteigert werden.

PET-Verpackungen bleiben größter Absatzmarkt für recyceltes PET

Nach der Studie wurden im Jahr 2020 rund 1,7 Mio. t Flocken aus recyceltem PET hergestellt. Ein stetiges Wachstum ist bei Schalen und Folien zu verzeichnen, die mit einem Anteil von 32 % der größte Absatzmarkt für rPET in Verpackungen bleiben, gefolgt von Flaschen mit Lebensmittelkontakt mit einem Anteil von 29 %.

Angetrieben durch die Zusagen der Hersteller, die eine Reihe von Verpflichtungen und Zielen für die Verwendung von recyceltem Inhalt in ihren Flaschen eingegangen sind, und durch die verbindlichen Zielvorgaben für den recycelten Inhalt dürfte der Anteil von lebensmittelechtem rPET bei der Herstellung von PET-Getränkeflaschen weiterhin schnell wachsen.

Der restliche Anteil an recyceltem PET wird für Fasern (24 %), Umreifungsbänder (8 %) und für den Spritzguss (1 %) verwendet, gefolgt von anderen Anwendungen (2 %).

Pfandrücknahmesysteme für PET-Flaschen verbessern Kreislaufwirtschaft

Darüber hinaus wird in dem Bericht festgestellt, dass bis 2025 in 19 EU-Mitgliedstaaten Pfandrücknahmesysteme für PET-Flaschen eingeführt werden, was zusammen mit den erhöhten Recyclingkapazitäten eine starke Entwicklung des PET-Sektors in Richtung Kreislaufwirtschaft zeigt.

Heute erreichen sieben EU-Mitgliedstaaten mit DRS-Regelungen Sortier- und Recyclingquoten von 83 % oder mehr. Dies bedeutet, dass mit der EU-Richtlinie über die Verwendung von Einwegkunststoffen (SUPD) und den bereits bestehenden Zielvorgaben für die Sammelquote die Sammelzahlen sowie die Qualität bis 2025 wahrscheinlich erheblich steigen werden.

Europa braucht mehr Recyclingkapazitäten für PET

Nach Überzeugung der Autoren der Studie bleiben jedoch einige Herausforderungen bestehen. Um beispielsweise die Sammelquote von 90 % und die verbindlichen Ziele für den Recyclinganteil zu erreichen, muss Europa seine Recyclingkapazitäten bis 2029 um mindestens ein Drittel ausbauen.

Darüber hinaus seien in allen Bereichen der Verpackungswertschöpfungskette weitere Innovationen, Unterstützung durch die EU-Politik und solidere Datenquellen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele erreicht und gemessen werden. Dies erfordere eine weitere Harmonisierung und Umsetzung bewährter Verfahren für die Sammlung, Sortierung und das Design für das Recycling, damit mehr rPET innerhalb seiner eigenen Anwendungszyklen verwendet werden kann.

Die deutliche Zunahme der Sammlung und des Recyclings von PET werten die Autoren der Studie aber als positives Signal an den Markt, welches das Vertrauen in die weitere Beschleunigung der Kreislauffähigkeit von PET stärken wird.

Die komplette Studie haben die Autoren kostenlos als PDF zum Download zur Verfügung gestellt.

Wie sich durch den Ausbau der Recyclingkapazitäten für PET auch die Folgen der Lieferengpässe reduzieren lassen, lesen Sie in diesem Beitrag der K-ZEITUNG. Und warum die Sorge um die Verfügbarkeit von hochwertigem rPET durchaus berechtigt ist, erfahren Sie hier.

gk

Schlagwörter: