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PET-Rezyklat für lebensmittelechte Verpackungen

Im neuen Werk von R Planet Earth wird PET-Rezyklat sortiert, gewaschen, gereinigt und zu hochwertigen Folien, thermogeformten Behältern und gegossenen Preforms für Flaschen verarbeitet. Foto: R Planet Earth

R Planet Earth eröffnet weltweit erstes vollständig vertikal integriertes Werk, in dem aus PET-Verpackungsabfällen Produkte aus PET-Rezyklat herstellt werden.

Im 28.060 m² großen Werk im kalifornischen Vernon werden Verpackungsmaterialien aus dem Hausmüll sortiert und gereinigt. Anschließend werden diese geschreddert, weiter gereinigt und dekontaminiert. Die intrinsische Viskosität (IV) des Materials wird gemäß den Anforderungen der Endverwendung erhöht. Final werden daraus lebensmittelechte Platten, thermogeformte Lebensmittelverpackungen und Spritzguss-Preforms für Flaschen hergestellt. Laut Unternehmensangaben soll das neue Werk dabei eine Jahreskapazität von 36.290 t erreichen.

Zweite Produktionslinie geplant

Insgesamt wurden in Vernon bisher mehr als 100 Mio. USD investiert. Nach Angaben von Robert Daviduk, Co-CEO von R Planet Earth, ist es geplant, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine zweite Produktionslinie in dem Werk in Betrieb zu nehmen, die ebenfalls den gesamten Prozess vom Ballen bis zum Endprodukt abdeckt. „Die Geräte und sonstige Infrastruktur für eine neue Produktionslinie mit einer um 50 % höheren Kapazität als die bestehende  ist bereits vorhanden“, betont Daviduk. „Unser Unternehmen plant, wenigstens drei weitere Werke an anderen Standorten in den USA und möglicherweise in anderen Ländern zu bauen.“

Neben dem Recycling von PET erfüllt das Unternehmen noch weitere Nachhaltigkeitsziele, merkt Co-CEO Joseph Ross an. „Unsere Verpackungen aus R PET haben das gleiche Aussehen, die gleiche Reinheit und die gleichen physikalischen Eigenschaften wie Virgin-PET, produzieren bei ihrer Herstellung aber 60 % weniger Klimagase als Verpackungen aus Virgin-Resin und sogar 20 % weniger als R PET-Produkte anderer Hersteller“, erklärt Ross. Die Zahlen beinhalten die Müllsammlung, das Pressen der Kunststoffabfälle zu Ballen und deren Transport sowie der Betrieb des Werks in Vernon, so Ross weiter. „Darüber hinaus verbraucht unser Recycling-Werk 90 % weniger Wasser pro Produkteinheit als ein Virgin-PET-Werk.“

Das Förder- und Polymerverarbeitungssystem im Werk in Vernon entspricht dem neuesten Stand der Technik und umfasst unter anderem drei Welex-Plattenextrusionslinien von Graham Engineering, die mit Extrusionsdüsen der Marke EDI sowie Schmelze-Zuführkomponenten der Marke BKG der Nordson Corporation ausgerüstet sind.

Rückgewinnen und Wiederverwerten

Nachdem die Ballen aufgeschnitten und zu einem kontinuierlichen Strom aus Flaschen und Verpackungen geworden sind, wird das Material mehrfach sortiert. Sortieranlagen mit Magneten entfernen dabei metallische Fremdstoffe. Im nahen Infrarotbereich arbeitende Scanner erkennen PET und trennen dieses von anderen Kunststoffen.

In einem weiteren Schritt werden PET-Materialien farblich sortiert. Als Nächstes schließt sich ein trockenes System an, in dem das Material geschreddert wird. Wasser wird hierbei vermieden, da es ein Träger für Tinten und Klebstoffe ist, die sich negativ auf die Qualität des fertigen PET-Rezyklats auswirken können. Der erste Kontakt mit Wasser findet in der Waschstraße statt. In dieser wird das Material gereinigt bevor es in einen Absetztank gelangt, in dem PET, das schwerer als Wasser ist, zu Boden sinkt, während Etiketten, Klebstoffe und andere Stoffe abgeschöpft werden. Anschließend gelangen die Flakes in einen Meta Pure-Reaktor von Krones, wo bei rund 200 °C und Unterdruck die abschließende Dekontaminierung stattfindet. Mit Hilfe von Solid-State-Polymerisation (SSP) steigt die intrinsische Viskosität des PET-Rezyklats je nach gewünschter Anwendung auf unterschiedliche Niveaus.

R Planet Earth verzichtet aus Gründen der Wertschöpfung auf die Herstellung von Granulat und verarbeitet die Flakes stattdessen direkt in den eigenen Kunststoffverarbeitungslinien. „Indem wir die Herstellung von  R PET-Granulat überspringen, können wir eine potenzielle Verschlechterung des Erscheinungsbildes unserer Produkte umgehen, da das Aufschmelzen, das sich negativ auf die Farbe auswirken kann, komplett entfällt“, sagt Daviduk. „Unsere Kunden wollen Produkte, die aus einem echten Kreislauf-Recyclingsystem stammen.“ Das Unternehmen kann dabei Platten, thermogeformte Verpackungen und Preforms liefern, deren R PET-Anteil bis zu 100 % erreichen können - je nachdem, ob ein Kunde einen gewissen Prozentsatz an Virgin-PET wünscht oder nicht.

db