PBT-Compounds für Radarsensoren

Radarabsorbierende Compounds steigern die Zuverlässigkeit von Radarsensoren im Automobil. Sabic bietet solche Compounds jetzt auch als PTB-Kunststoff an. Grafik: Sabic

Sabic führt zwei radarabsorbierende PBT-Compounds für Radarsensoren im Automobil ein. Sie ergänzen entsprechende Produkte auf Basis von PEI und PC.

Sabic hat heute zwei neue radarabsorbierende LNP Stat-Kon Compounds für Kfz-Radarsensoren eingeführt. Das Unternehmen erweitert damit sein Portfolio an Spezialmaterialien für Radarsensoren im Automobil.

Die neuen Typen, die auf PBT-Kunststoff basieren, können für die Integration in Radomen (Radarkuppeln) verwendet werden, die selbst aus PBT hergestellt werden. Der Hochleistungskunststoff PBT (Polybutylenterephthalat) zeichnet sich u.a. durch eine überlegene Beständigkeit gegenüber Automobilchemikalien aus.

PBT-Compounds erweitern Portfolio der Radar-Kunststoffe

Die zwei PBT-Compounds ergänzen das bestehende Portfolio der radarabsorbierenden LNP Stat-Kon-Compounds von Sabic. Bisher waren diese Radar-Kunststoffe nur auf Basis von PEI (Polyetherimid) oder PC (Polycarbonat) verfügbar. PEI hält höheren Verarbeitungstemperaturen stand, Polycarbonat ist eher für allgemeine Anwendungen geeignet, die eine hohe Haltbarkeit und ein Gleichgewicht der physikalischen Eigenschaften erfordern.

Alle LNP Stat-Kon Compounds absorbieren und reduzieren störende Strahlung. Die hohe Absorption dieser Compounds kann helfen, den Erfassungsbereich der Radarsensoren zu vergrößern und die Signalauflösung zu verbessern. Die neuen PBT-basierten LNP Stat-Kon-Compounds von Sabic liefern eine HF-Absorption von 67 % bei 77 GHz.

Radarsensoren in modernen Automobilen

Radarsensoren werden häufig in modernen Fahrerassistenzsystemen eingesetzt, wo sie Funktionen wie die Erkennung des toten Winkels, Kollisionsvermeidung, automatisches Bremsen und Verkehrswarnungen bieten. Radarabsorbierende Materialien werden verwendet, um die Radarwellenübertragung von störenden Seitenwellen abzuschirmen, die Geisterbilder verursachen. Solche Geisterbilder können ggf. falsche Aktionen auslösen.

Explosionszeichnung eines typischen Kfz-Radarsensors. Eine radarabsorbierende Platte (zweite Komponente von links) reduziert mögliche Störstrahlungen. Grafik: Sabic

Eine breitere Auswahl an radarabsorbierenden Compounds kann Herstellern helfen, die Flexibilität bei der Sensorpositionierung und -funktion zu erhöhen und Sensoren zu entwerfen, die für die Fahrzeuggröße und andere Gegebenheiten optimiert sind.

"Radarsensoren sind eine wichtige Komponente bei Fahrerassistenzsysteme, weil sie auch bei schlechten Sichtverhältnissen funktionieren, bei denen die Funktion von Lidar und Kamera stark beeinträchtigt sind", sagt Jeff Xu, LNP Product Manager, Sabic. "Speziell für diese Radarsensoren entwickelt Sabic Spezial-Compounds, die die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Sensoren verbessern. Unser wachsendes Portfolio dieser Compounds bietet eine hohe Absorption von Radarwellen sowie Kostenvorteile im Vergleich zu derartigen Materialien, die für militärische Anwendungen entwickelt wurden."

Starkes Wachstum bei Radarsensoren

Laut Grand View Research wird der Markt für Kfz-Radarsensoren bis zum Jahr 2025 voraussichtlich 12,16 Mrd. USD erreichen und dabei mit einer CAGR von 20,8 % wachsen. Neuartige Materialien tragen zu diesem Wachstum bei, indem sie die Sensorleistung verbessern. Um mit den schnellen Fortschritten bei Radarsensoren Schritt zu halten, entwickelt Sabic weitere Typen, die entweder auf weiteren Kunststofftypen basieren oder höhere radarabsorbierende Eigenschaften haben.

mg